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Unfallursache weiter unklar

An der Unfallstelle bot sich den Einsatzkräften ein riesiges Trümmerfeld (Foto: Polizei)
thl. Heidenau. "Die Ursache für den schweren Lkw-Unfall an der Raststätte Ostetal ist noch völlig unklar. Wir haben zwar Hinweise auf eine Erkrankung des Fahrers, ermitteln aber trotzdem in alle Richtungen", sagt Heiner van der Werp, Sprecher der Polizeiinspektion Rotenburg.
Kurzer Rückblick: Am Dienstag gegen 8.45 Uhr fuhr ein Trucker (72) mit seinem Sattelzug in das Gebäude der Raststätte. Dabei kam ein Mann (72) ums Leben, 18 Menschen - darunter auch der Lkw-Fahrer - wurden teilweise schwer verletzt (das WOCHENBLATT berichtete in seinem Online-Auftritt).
Dieser grauenvolle Unfall spiegelt einen negativen Trend wieder, den es derzeit auf Deutschlands Straßen gibt. Sank die Zahl der Todesopfer bei Unfällen in den vergangenen Jahren immer weiter ab, ist seit Anfang 2014 ein Anstieg von mehr als zehn Prozent zu verzeichnen. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte gerade die Unfallzahlen für 2013. Demnach krachte es über zwei Millionen Mal auf Deutschlands Straßen - so viel, wie noch nie seit 1990. Dabei kamen 3.339 Menschen ums Leben. Ein historischer Tiefstand. Das sind 80 Prozent weniger Verkehrstote als im schwärzesten Jahr 1970, in dem 21.000 Menschen bei Unfällen ihr Leben ließen.
Warum die Zahl der Opfer jetzt wieder ansteigt, ist unklar. Experten vermuten u.a., dass viele Fahrer durch Smartphone und Co. zu sehr abgelenkt sind. Diese Einschätzung kann die Polizei untermauern. Im Rahmen eines Verkehrssicherheitstages auf dem Autohof in Sittensen, kontrollierten die Beamten im Vorfeld vor allem, ob Lkw-Fahrer während der Fahrt telefonierten oder ähnliches. Insgesamt gingen den Beamten in kurzer Zeit acht Fahrzeugführer ins Netz. Doch auf ein Bußgeld verzichteten die Beamten. Stattdessen baten sie die Sünder zu einem Fahrtest. Dabei ging es darum, mit einem Lkw durch einen Parcours zu fahren und nebenbei eine SMS mit den drei Worten "Heute ist Mittwoch" zu tippen und diese zu verschicken. Das Verfassen der SMS klappte mehr oder weniger. Was aber gar nicht gelingen wollte, war das gleichzeitige und fehlerlose Durchfahren des Parcours. Für die Teilnehmer ein einschneidendes Erlebnis, das viele zum Nachdenken anregte.