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Auge in Auge mit 20 Meter hohen Flammen

Michael Herrmann war als Fire-Fighter im Einsatz (Foto: alle: @fire/Michael Herrmann)
  thl. Lüneburg/Winsen. Luft-Temperaturen von knapp 40 Grad, extreme Trockenheit, Luftfeuchtigkeit unter 20 Prozent, eine mehrere Kilogramm schwere Ausrüstung und vor sich eine mehrere Tausend Grad heiße Feuerbrunst. Eigentlich kennt man Dr. Michael Herrmann (42) nur in schwarzer Robe, wenn er am Winsener Amtsgericht Urteile fällt. Doch in seiner Freizeit ist der Jurist ein Mann, der im wahrsten Wortsinn durch das Feuer geht. Denn Herrmann ist Waldbrandbekämpfer.
Michael Hermann ist Mitglied im THW-Ortsverband Lüchow-Dannenberg und hat die "Schnelle Unterstützungseinheit Waldbrand" (Suewa) mit ins Leben gerufen - eine Besonderheit in der Organisation. "Wir wollen damit der Feuerwehr unter die Arme greifen, die gerade auf dem platten Land tagsüber immer weniger Personal zur Verfügung hat. Deswegen ist unsere Truppe auch im Kreisfeuerwehrverband Lüchow-Dannenberg eingebunden", erklärt Michael Herrmann. Seit gut einem Jahr kooperiert die "Suewa" mit der Organisation "@fire", eine Vereinigung deutscher Feuerwehrleute, die im internationalen Katastrophenschutz tätig sind. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit war Michael Herrmann jetzt zusammen mit seiner Crew für eine Woche in Vila Real in Portugal zu einer Aus- und Fortbildung - und dabei gerieten sie sogar in drei echte Einsätze.
Vila Real liegt in einer Höhe von rund 500 Metern. Um den Ort herum ist viel Busch und Pinienwald. Für Feuer eine optimale Nahrung. "Die Flammen breiten sich dort rasend schnell aus", sagt der "Firefighter".
Der heftigste Einsatz: Als ein Feuer an einem Berghang ausbrach. Herrmann und seine Leute waren nur etwa einen Kilometer vom Brandort entfernt und somit schnell und vor allen anderen Einheiten vor Ort. Mit Hacken wurde versucht, eine Schneise in das Buschwerk zu schlagen, um dem Feuer die Nahrung zu entziehen. "Für kleine Flammen und zum Eigenschutz hatte jeder von uns einen 20-Liter-Wassertank auf dem Rücken", erzählt Michael Herrmann. Unterstützung bekamen die Helfer aus der Luft von zwei Hubschraubern und zwei Flugzeugen der Nationalgarde. Obwohl diese mehrere Tausend Liter Wasser ziemlich punktgenau über dem Feuer abkippen, ist dieses oft nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein.
Während Herrmann und seine Kameraden verzweifelt versuchten Herr der Flammen zu werden, breitete sich die Brunst begünstigt durch auffrischenden Wind und Sonneneinstrahlung immer weiter aus und lief den Hang hoch - direkt auf eine vielebefahrene Straße zu. "Für uns bleib nur noch der Rückzug. Ein paar Minuten später wären wir nämlich von den Flammen, die bis zu 20 Meter hoch schlugen, eingeschlossen gewesen", schildert Herrmann die dramatischen Erlebnisse. An der Straße waren mittlerweile auch verschiedene Feuerwehreinheiten eingetroffen. Ihnen gelang es schließlich, ein Überspringen des Brandes auf Wald und Wohnhäuser auf der anderen Straßenseite zu verhindern. Umfangreiche Nachlöscharbeiten folgten, die sowohl durch die portugiesische Wehr als auch von den deutschen Helfern durchgeführt wurden. Fast sieben Stunden dauerten die Löscharbeiten.