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Das Leiden der Tiere

Immer wieder kommt es vor, dass zu viele Tiere auf Lkw verladen. Oftmals aus reiner Profitgier (Foto: Polizei)
thl. Winsen. Ob Katzen in einer vermüllten Wohnung, vernachlässigte Hunde, abgemagerte Pferde oder nicht geschorene Schafe: Die Veterinärämter haben viele Fälle zu bearbeiten - mit steigender Tendenz. Das belegen die Zahlen, die das WOCHENBLATT allein für den Landkreis Harburg recherchiert hat. Gingen im Jahr 2011 noch 230 Anzeigen zu auffälliger Tierhaltung oder gar tierschutzwidrigen Umständen bei der Kreisbehörde ein, waren es im vergangenen Jahr bereits 291. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden 98 Anzeigen aktenkundig.
Neben der Zahl der Anzeigen steigt auch die Zahl der Kontrollen durch das Veterinäramt an: Von 415 in 2011 auf 580 in 2012 und 194 im ersten Quartal 2013. "Dabei handelt es sich um plan- und außerplanmäßige Kontrollen sowie Nachkontrollen", erklärt Bernhard Frosdorfer, Sprecher des Landkreises Harburg.
An die Öffentlichkeit dringt das Leiden der Tiere allerdings kaum. Es sei denn, die Polizei stoppt mal wieder, wie in jüngerer Vergangenheit des Öfteren, einen Transport von Nutztieren und stellt dabei erbärmliche Bedingungen für die Tiere fest.
Experten führen dieses Negativtrend auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung zurück: wirtschaftliche, berufliche oder persönliche Situationen werden durch Fehler in der Tierhaltung ausgeglichen. Sei es durch fehlende Mittel oder Kenntnisse oder gar durch bösen Willen. "Bei der Tierquälerei aus niederen Beweggründen handelt es sich aber um wenige Einzelfälle", so Frosdorfer.
Oftmals steckt hinter diesen Quälereien aber reine Profitgier. Wenn Nutztiere zum Schlachthof gefahren werden, kommt es immer vor, die Polizei mehrmals aufdeckte, dass sich der Versender beim Verladen verzählt und plötzlich 30 Säue mehr auf dem Lkw hat, als erlaubt. Ganz nach dem Motto: Ist doch egal, ist ja ihre letzte Reise.