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"Der Reiz des Unberechenbaren": Hans-Jürgen Neubert aus Winsen wurde in Paraguay Skatweltmeister

Glanzvolle Sammlung: Hans-Jürgen Neubert mit dem Weltmeister-Pokal und weiteren bei Wettkämpfen errungenen Trophäen
ce. Winsen. "Beim Skatspiel sind 60 Prozent Glück, 35 Prozent Können und fünf Prozent die Dummheit der Gegner", sagt Hans-Jürgen Neubert (69) aus dem Winsener Ortsteil Scharmbeck, bei dem die Rechnung jetzt optimal aufging. Bei der Skat-Weltmeisterschaft in Paraguay holte sich der Ruheständler den begehrten Titel und ließ im Finale 15 Konkurrenten hinter sich. Auch mit der Nationalmannschaft erzielte er den 1. Platz. Seine "Belohnung": ein Pokal und ein Preisgeld von 5.000 US-Dollar (umgerechnet etwa 4.100 Euro).
In der Einzel-Disziplin sicherte sich Neubert mit 18 Tisch- und 5.934 Spielpunkten den Triumph. Die beiden ebenfalls für Deutschland gestarteten Teilnehmer Yahya Saglam und Holger Käfer belegten den 2. und 3. Platz.
"Der Reiz des Unberechenbaren fasziniert mich am Skat. Bei den 32 Karten gibt es über 13 Millionen Spielmöglichkeiten", sagt Neubert. Seine Liebe zum Skat entdeckte er als sechsjähriger Junge. Damals lebte die Familie in Ostpreußen (heute Polen), wo Neubert geboren wurde, auf dem Hof eines Bauern. Als diesem und Neuberts Vater ein "dritter Mann" zum Skat fehlte, wurde der Sohn kurzerhand "angelernt" und ist seitdem dem "wunderbaren Hobby" treu geblieben.
An einer Skat-Weltmeisterschaft nahm Hans-Jürgen Neubert erstmals 1990 in Australien teil. "Ich trat ursprünglich als Einzelspieler an. Dann wurde ich in die Nationalmannschaft berufen und mit ihr auf Anhieb Weltmeister", erinnert er sich. Zwei Jahre später folgte in Montreal der Vize-Weltmeistertitel mit dem Skatclub "Winsener 8" und danach noch viele weitere Erfolge. An der Weltmeisterschaft 1998 in Namibia konnte Neubert nicht teilnehmen, da er als langjähriger Mitarbeiter des Winsener Einwohnermeldeamtes bei der zeitgleich stattgefundenen Bundestagswahl gebraucht wurde. Einen 3. Platz mit der polnischen Nationalmannschaft holte Neubert bei der WM 2004 in Chile. "Die Spieler benötigten für den Wettkampf plötzlich noch einen Starter aus ihrem Land. Als sie hörten, dass ich gebürtiger Pole bin, nahmen sie mich dazu", blickt Neubert zurück.
Wofür er das jetzt erhaltene Weltmeister-Preisgeld verwendet, steht bereits fest: "Das Geld sparen meine Frau Ute und ich für eine Reise in die USA in zwei Jahren. Dort findet dann die nächste Weltmeisterschaft statt."
Seine Erfahrungen gibt Hans-Jürgen Neubert, der in Winsen auch Mitglied im Team "Euroskat" ist, in der Skat-AG des Gymnasiums Hittfeld an die jungen Leute weiter. "Sie werden dabei im logischen Denken geschult, und bei vielen Teilnehmern haben sich die Noten deutlich verbessert."

- Der Weg ins Finale
(ce). Von insgesamt 137 angetretenen Skatspielern qualifizierten sich in Paraguay Hans-Jürgen Neubert und 15 weitere Teilnehmer für das Finale. Die 16 Besten absolvierten dann an Vierertischen über fünf Serien insgesamt 48 Spiele nach dem "Jeder-gegen-Jeden"-Modus. Neubert holte dabei viermal die Höchstwertung von vier Tischpunkten und einmal zwei Punkte. Die insgesamt 18 Tischpunkte und die in den Final-"Duellen" errungenen insgesamt 5.934 Spielpunkte machten ihn schließlich zum Weltmeister.