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KreislandFrauentag in der Winsener Stadthalle unter dem Motto '70 Jahre nach Kriegsende': "LandFrauen mischen sich ein"

KreislandFrauentag: Barbara Otte-Kinat, Rainer Rempe, Rudolf Meyer, Sybille Kahnenbley, Maria von Welser, Christian und André Wiese (v. li.)
bs. Winsen. Die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht trat am 8. Mai 1945 in Kraft und besiegelte damit vor genau 70 Jahren das Ende des Zweiten Weltkriegs.
An dieses historische Ereignis erinnerte jetzt der Kreisverband der LandFrauenvereine im Landkreis Harburg. Unter dem Motto "70 Jahre nach Kriegsende" versammelten sich hier rund 300 Delegierte aus 15 Vereinen zum KreislandFrauentag in der Winsener Stadthalle.
Die erst im März dieses Jahres gewählte, neue Vorsitzende, Sybille Kahnenbley, bedankte sich in ihrer Ansprache bei allen Anwesenden und betonte, wie wichtig ein Leben in Freiheit sei. Sie erinnerte dran, dass noch immer unzählige Menschen, die aus Kriegsgebieten flüchten, dringend Hilfe und ehrenamtliches Engagement benötigen. "Landfrauen bewegen etwas, wir mischen uns ein, wir packen mit an. Wir leben in Frieden und Freiheit und sind bereit, uns dafür einzusetzen, dass das auch so bleibt", so die Vorsitzende.
Landrat Rainer Rempe, Winsens Bürgermeister André Wiese, der Superintendent des Kirchenkreises Winsen, Christian Bernd sowie der Landvolksvorsitzende Rudolf Meyer, bedankten sich bei den Landfrauen für ihr großes Engagement und erinnerten in ihren Gastreden an schreckliche Kriegsjahre voller Entbehrungen und schrecklichen Gräueltaten. "Es gibt naturgemäß immer weniger Zeitzeugen. Die Erinnerung an den Krieg wandert aus und zieht in die Geschichtsbücher ein. Das ist gut, gleichzeitig aber birgt das auch die Gefahr, dass die Erinnerung verblasst", mahnte Superintendent Berndt.
Für ihr besonders großes Engagement wurden daraufhin die ehemalige Vorstandsvorsitzende Karin Plate und ihre Stellvertreterin, Birgit Meyer, mit der silberne Biene von Barbara Otto-Kinast, der Vorsitzenden des Niedersächsischen LandFrauenverbandes Hannover, ausgezeichnet.
Als weiterer besonderer Ehrengast hielt die bekannte TV-Journalistin und Publizistin, Maria von Welser, einen bedrückenden Vortrag zum weltweiten Terror gegen Mädchen und Frauen. Die 68-jährige Autorin des Buches "Wo Frauen nichts wert sind", berichtete mit Bildern und Erzählungen von ihren Recherchen zum Thema in Afghanistan, Indien und Kongo. "Die drei Länder, in denen ich war, stehen auf der UN-Liste als die gefährlichsten Länder, in denen ein Mädchen zur Welt kommt und in denen man als Frau lebt", so Welser. "Indien beispielsweise ist eine stark vermännlichte Gesellschaft. Hier fehlen mindestens 50 Millionen Frauen, weil sie nichts wert sind und oftmals in der Schwangerschaft abgetrieben werden. Massenverwaltigungen, Entführungen und schwerste Missbräuche passieren hier alle 20 Minuten", so die Journalistin.