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Teamarbeit ist "Ähren-Sache": In Scharmbeck laufen Vorbereitungen für größtes Erntefest Norddeutschlands

Kleine "Bauherren" in Hochform (v. li.): Julian Waschatz, Luca Rümke, Fabian Wienhold, Alena Hocke, Julia Wiekhorst und deren Mutter Ulrike
ce. Scharmbeck. Pferde ziehen eine Kutsche, in der ein Paar sitzt und die von einer riesigen Erntekrone überdacht ist - diese Silhouette ist derzeit auf vielen Werbeplakaten im gesamten Landkreis Harburg zu sehen. Sie wirbt für das Erntefest in Scharmbeck, das mit über 6.000 Besuchern größte seiner Art in Norddeutschland. Für den großen Festumzug am 6. September ab 13 Uhr laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.
Julian Waschatz, Luca Rümke (beide 10) und Fabian Wienhold (11) gehören zu einer von rund 35 Kindergruppen im Erntefestverein, die Mini-Wagen für den Umzug kreieren. Ihr Motiv ist diesmal ein Bauernhof, den sie in einer Scheune aufbauen. Aus Getreidegarben fertigen sie unter anderem das Bauernhaus, Tiere, ein Holzlager und dekorative Kränze. "Auch ein Plumpsklo gehört dazu, damit alles echt aussieht", stellt Julian klar. "Wir haben viel Spaß beim Bauen und beim Erntefest auch schon den 1. Platz gemacht."
Tipps und Hilfe bekommen die Nachwuchs-"Bauherren" von Ulrike Wiekhorst (46), die selbst seit vielen Jahren im Erwachsenen-Bauteam "Vollkorn-AG" aktiv ist. An diesem Abend schauen ihre Tochter Julia (3) und deren Freundin Alena Hocke (2) dem kreativen Treiben zu. "Im nächsten Jahr ist Julia alt genug, um auch bei der Kindergruppe mitzumachen", freut sich die Mama.
Die "Vollkorn-AG" ist eine von 14 Erwachsenen-Gruppen. Sie bringt gleich nebenan ihr Wagenmotiv auf Touren - die Lokomotive "Emma", bekannt aus der Kult-Kindergeschichte "Jim Knopf und die wilde 13". "Wir haben vorher drei andere Motivideen verworfen, bevor wir einstimmig bei Emma gelandet sind", berichtet "Vollkorn-AG"-Vizechef Stephan Ruprecht. Für die Lok samt Bahnstation wurden nach Feierabend und an den Wochenenden 70 Garben Weizen und 30 Garben Roggen verarbeitet, wobei jede ungefähr drei Kilogramm wiegt. "Das Ergebnis kann sich sehen lassen - Ährensache", sind sich alle einig.
"Das Erntefest und seine Vorbereitungen sind ein wesentlicher Teil der Dorfgemeinschaft", sagt Vereins-Vizevorsitzende Britta Benecke (40). "Die Gruppen geben sich gegenseitig handwerkliche Tipps und halten zusammen." Politische Themen seien bei den Umzugsmotiven tabu, sie seien allein "auf Schönheit gebaut". In früheren Jahren habe das Fest mit Mega-Getreidebauten wie dem Schloss Neuschwanstein Aufsehen erregt. "Heute liegt die Größe in der Liebe zum Detail, für die das Publikum die Bauwerke liebt", so Britta Benecke.
- Der Erntefestverein freut sich, wenn Gewerbetreibende aus der Region nach dem Festumzug die großen Bauwerke für kleines Geld erwerben, um sie in ihren Unternehmen auszustellen. Die Firmen Famila, Reifen-Laudahn und Wolperding haben dies in der Vergangenheit schon getan. Interessierte melden sich per E-Mail unter britta.benecke@scharmbeck-erntefest.de.
- Infos unter www.scharmbecker-erntefest.de.