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Vollblut-Pädagoge mit Herz

"Ihr seid doch alles Schwätzer" Uwe Wehmhörners Lieblingsspruch schenkten ihm seine Azubis auf einem signierten T-Shirt
ce. Winsen. "Ihr seid doch alles Schwätzer" steht auf dem T-Shirt, das Uwe Wehmhörner (63) in den Händen hält. Den Spruch hat der Lehrer an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Winsen in nettem, aber bestimmten Ton seinen Schülern im Bereich Metallbau an den Kopf geworfen, wenn er bei ihnen Laberei statt einer klaren, präzisen Fachsprache hörte. Das spezielle Kleidungsstück bekam er jetzt mit den Unterschriften der frisch gebackenen Gesellen der Metallhandwerke-Innung bei deren Freisprechungsfeier. Es war Wehmhörners letzte Freisprechung, bevor er im Sommer nach 35 Jahren als BBS-Lehrer in den Ruhestand geht.
Als Jugendlicher wollte der im niedersächsischen Oldenburg geborene Wehmhörner Fußballer werden. Seine Eltern rieten ihm aber, lieber "einen ordentlichen Beruf" zu erlernen. "Metall und Holz haben mich schon damals interessiert, und ich war handwerklich geschickt", begründet der Sohn, warum er eine Lehre als Maschinenschlosser machte. Eine Fachhochschul-Ausbildung zum Maschinenbau-Ingenieur sowie ein Pädagogikstudium für das Gewerbe-Lehramt und Politik packte er unter anderem obendrauf.
Im Jahr 1978 fing er an den BBS Winsen an, wo er seitdem alle Metallbau-Lehrjahrgänge betreut hat. "Ich habe rund 400 junge Leute vom Beginn ihrer Ausbildung bis zur Gesellenprüfung begleitet", zieht Wehmhörner Bilanz. Zwölf Jahre gehörte er dem Metallbau-Prüfungsausschuss der Kreishandwerkerschaft an. "Mir lagen alle Lehrlinge am Herzen - ob sie nun Rabauken oder lieb und hilfsbereit waren." Von den BBS aus unterrichtete er auch geistig und körperlich Behinderte bei der Lebenshilfe Tostedt.
Aktiv war Uwe Wehmhörner zudem von der Kreis- bis zur Bundesebene in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), und er saß 20 Jahre im Kreis-Schulausschuss als Vertreter der Arbeitnehmer.
Seinen Ruhestand will der verheiratete Vater zweier Kinder "mit ganz viel Gelassenheit" angehen. Wehmhörner: "Ich war mit Leib und Seele Lehrer. Aber nun freue ich mich als passionierter Radler auf viele Zweiradtouren und darauf, meinen Tag frei gestalten zu können."