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Mehr Überschuss - mehr Schulden

Kämmerer Matthias Parchatka (Foto: Stadt Winsen)
thl. Winsen. Es klingt paradox: Obwohl der Haushalt 2016 der Stadt Winsen mit 264.800 Euro einen höheren Überschuss ausweist als noch vor wenigen Wochen, muss die Verwaltung viel höhere Kredite aufnehmen, als zunächst geplant. Darauf wies Kämmerer Matthias Parchatka im Rahmen der Finanzausschusssitzung hin.
"Schuld" an dem Zahlen-Kuddelmuddel ist der Bau des Parkhauses am Bahnhof, der rund 828.000 Euro teurer wird (das WOCHENBLATT berichtete). "Dadurch bekommen wir vom Finanzamt mehr Umsatzsteuer zurück. Zum anderen steigen die Einnahmen in der Haushaltsposition Abwasser, weil auf der Baustelle mehr Grundwasser anfällt, das eingeleitet werden muss. Dagegen stehen aber die bleibenden höheren Baukosten, die über Kredite finanziert werden müssen", erklärte der Kämmerer und frohlockte: "Immerhin ist der Haushalt damit ausgeglichen." Der normale Bürger wird durch dieses Zahlenkarussell sicher nicht durchsteigen.
Als der Haushalt Ende September vorgestellt wurde, wies er einen Überschuss von 235.000 Euro aus, der zwischenzeitlich auf 144.000 Euro abgesunken war. Die Kreditaufnahme betrug seinerzeit 6,581 Millionen Euro und ist jetzt auf 8,87 Millionen Euro gestiegen. Parchatka: "Damit könnte die Verschuldung der Stadt am Ende der Langzeitbetrachtung im Jahr 2019 bis auf 30 Millionen Euro ansteigen."
Belastet wird der Haushalt auch durch eine Entscheidung des Landkreises, Gelder aus der Kreisschulkasse für den Ausbau der vier Grundschulen zu Ganztagsschulen zu splitten. Dadurch bekommt die Stadt im kommenden Jahr rund 1,3 Mio. Euro weniger überwiesen als geplant. Kleines Trostpflaster: Das Geld fließt dann in 2017. Außerdem haben sich die Investitionen im Finanzausschuss nochmals um 40.000 Euro erhöht. Diese Summe verschlingen die Planungskosten für vier Reihenhäuser, die die Stadt am Ilmer Barg in Eigenregie bauen will (ein ausführlicher Bericht dazu folgt).
In der Sitzung des Stadtrates am Donnerstag, 10. Dezember, in der Stadthalle soll das Zahlenwerk verabschiedet werden. Da es im Ausschuss bereits eine Mehrheit gegeben hat, dürfte die Abstimmung in dem Gremium nur noch eine Formsache sein.