Unmut bei Eltern in Gemeinde Apensen
Hohe nachträgliche Kita-Abrechnungen
- Zusammenhalt unter der Elternschaft - gemeinsam suchen sie nach Aufklärung der KiTa-Gebühren Bescheide
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Ein Treffen Ende Dezember im Beekhoff in Beckdorf zeigte, wie tief die Verunsicherung vieler Familien aus der Samtgemeinde Apensen sitzt. Anlass waren nachträgliche Abrechnungen zu Kita-Gebühren und Verpflegungskosten aus dem Jahr 2020, die zahlreiche Eltern kurz vor Weihnachten erreicht hatten – mit teils erheblichen Forderungen.
Hohe Nachzahlungen kurz vor den Feiertagen
Einige Eltern berichteten von Nachzahlungsbescheiden über mehr als 2.000 Euro, versehen mit Zahlungszielen von lediglich 14 Tagen. Für viele kam dies überraschend und zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Ein Schock für viele Eltern. Nachfragen seien kaum möglich gewesen, da über die Feiertage überwiegend kein Personal in den Gemeinden erreichbar war. Die Unsicherheit und der Druck belasteten zahlreiche Familien spürbar.
Gemeinsamer Austausch aus Frust und Irritation
Rund 60 Eltern hatten sich bereits zuvor in einer WhatsApp-Gruppe zusammengeschlossen, um Informationen zu sammeln und Erfahrungen auszutauschen. Das Treffen in Beckdorf diente nun dazu, gemeinsam mögliche Vorgehensweisen zu besprechen. Die Stimmung war geprägt von Frustration, Irritation und dem Gefühl, mit den Fragen allein gelassen zu sein.
Besonders empörte viele die sehr späte Zustellung der Bescheide – kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist. Hinzu kam die Kritik an fehlenden Anwesenheitsaufstellungen, die eigentlich Grundlage der Abrechnung sein sollten. Gerade im Corona-Jahr 2020 waren die Kitas zeitweise geschlossen, Gebühren wurden ausgesetzt, und es gab nur eingeschränkte Notbetreuungen. Viele Eltern fragen sich daher, wie die jetzt geforderten Beträge nachvollziehbar zustande gekommen sein sollen.
Formelle Mängel und offene Fragen
Neben der inhaltlichen Unklarheit wurden auch formelle Fehler in den Bescheiden angesprochen. Eltern bemängelten unzureichende Angaben und fehlende Transparenz. Der Eindruck: Es bleiben zu viele offene Fragen, um die Forderungen einfach hinzunehmen. Da ein Widerspruchsverfahren offenbar nicht möglich ist, ziehen mehrere Betroffene nun eine Klage in Betracht.
Gemeinderat zeigt sich überrascht und signalisiert Hilfe
Zum Treffen eingeladen war auch der Gemeinderat der Samtgemeinde Apensen, vertreten durch Peter Löwel und Marion Augustin. Peter Löwel betonte, dass der Rat vorab nicht über die Bescheide informiert worden sei. Bereits 2020 habe der Gemeinderat einstimmig eine stundengenaue Abrechnung beschlossen. Umso größer sei nun die Überraschung über die jahrelange Verzögerung, zumal Anfang 2024 eigens eine zusätzliche Kraft für diese Abrechnungen eingestellt worden sei.
Löwel signalisierte Unterstützung seitens des Rates, insbesondere bei Akteneinsicht und Aufklärungsarbeit. Das Angebot wurde von vielen Eltern als wichtiges Zeichen wahrgenommen – auch wenn es die aktuelle Unsicherheit nicht sofort auflöst.
Suche nach Unterstützung geht weiter
Das Treffen machte deutlich: Der Gesprächsbedarf ist groß, ebenso der Wunsch nach Transparenz und fairer Behandlung. Eltern, die ebenfalls betroffen sind oder Unterstützung suchen, können sich an den Gemeinderat der Samtgemeinde Apensen wenden. Für viele Familien bleibt die Hoffnung, dass offene Fragen geklärt und tragfähige Lösungen gefunden werden – im Sinne der Kinder und der Eltern gleichermaßen.
Redakteur:Sandra Polenz aus Buxtehude |
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