Die bedeutende Rolle des Schützenwesens
Sport, Zusammenhalt und Geselligkeit - was die Schützen in Apensen ausmacht

Die Würdenträger von Apensen bleiben noch ein weiteres Jahr im Amt
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Sie vermissen das Schießtraining, die Meisterschaften, die Besuche der befreundeten Vereine und die Geselligkeit untereinander: Wie die anderen Schützenvereine in der Region hat auch der Schützenverein Apensen alle Veranstaltungen abgesagt und sein Vereinsleben aufgrund von Corona weitgehend eingestellt. "Ein Drittel unserer Mitglieder gehört aufgrund des Alters zur Risikogruppe. Allein schon deswegen würden wir zurzeit keine Veranstaltungen stattfinden lassen, wir wollen niemanden ausschließen oder gefährden", sagt der Erste Vorsitzende Rolf Bürger und bringt damit schon gleich zum Ausdruck, was den Verein ausmacht: Zusammenhalt und Verantwortungsgefühl. Die Würdenträger um Schützenkönig Ulrich Benecke, die beim Schützenfest 2019 ermittelt wurden, bleiben ein weiteres Jahr im Amt.

Jetzt, wo das Schützenfest ausfällt, wird aber auch deutlich, welch eine hohe Bedeutung das Schützenwesen für die Mitglieder hat. "Je näher der Termin rückt, desto merkwürdiger ist die Situation", sagt die zweite Vorsitzende Ilse Wienberg. Denn normalerweise laufen die Festvorbereitungen zu dieser Zeit schon seit einigen Wochen auf Hochtouren. So werden beim Schützenfest nicht nur die Würdenträger ermittelt, sondern die Schützen stellen rund um den Schießstand ein Volksfest für das ganze Dorf auf die Beine. Auch mit dem Festwirt und den Schaustellern fühlen sie sich eng verbunden und bangen um deren Existenz. "Sie alle haben ja in diesem Jahr keine Einnahmen. Wir hoffen, dass alle durchhalten und wir nächsten Sommer wie gewohnt feien können", sagt Rolf Bürger.

Auch wäre in diesem Sommer das 100. Kinderschützenfest ganz groß gefeiert worden. "Das holen wir dann im kommenden Jahr nach", hofft Andreas Prigge, der den Plan für die Jubiläumsfeier der Kinder bereits ausgearbeitet hatte. Auch die sportlichen Aktionen liegen auf Eis. Sein Sohn, Ole Prigge, ist nicht nur Leiter der Jungschützen in Apensen, sondern auch ein erfolgreicher Sportschütze. "Da aber im Moment alle Meisterschaften abgesagt sind, gibt es auch nichts, worauf wir hintrainieren können", sagt er.

Daher fiebern alle Apenser Schützen auf die Zeit nach Corona hin. Dann wollen sie auch endlich ihren neuen Schießstand wieder nutzen, den sie erst im vergangenen Jahr mit hohem Einsatz an Eigenleistung und Zuschüssen der Gemeinde erweitert und modernisiert haben. "Wir haben hier an vielen Samstagen mit 40 Mitgliedern gearbeitet", sagt Rolf Bürger, der bis heute von dem Engagement der Schützen beeindruckt ist. "Wenn man sie braucht, sind alle da." Jetzt wartet der moderne Luftgewehrschießstand mit den elektronischen Trefferanzeigen darauf, wieder in Betrieb genommen zu werden. "Durch die moderne Technik bringt das Schießen nicht nur mehr Spaß, sondern auch das Zuschauen wird interessanter", sagt Schriftführerin Silke Duden. "Die Zuschauer können die Ergebnisse gleich sehen und miteinander vergleichen."

Auch beim Thema Schießstandwird deutlich, dass die Schützen eine zentrale Bedeutung für das Dorfleben haben: Mit der Erweiterung und Modernisierung wurde zugleich ein Mehrzweckveranstaltungszentrum geschaffen, in dem z.B. auch andere Vereine zusammenkommen, Sitzungen und kulturelle Veranstaltungen stattfinden können.

Bericht der Jugendschützen

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie haben auch den Trainings- und Wettkampfbetrieb der Jugendschützen komplett lahmgelegt. "Wir warten alle sehnsüchtig darauf, dass wir schon bald wieder mit dem Training starten dürfen, vielleicht schon nach den Sommerferien", so die Jugendschützen. Nach der Schießstand-Sanierung im ersten Halbjahr 2019 wurde das Training zunächst wieder aufgenommen.

Jugendleiterinnen Ulrike Hauschild und Monika Bürger starteten mit den etwas älteren Luftgewehr- und Luftpistolenschützen. Lichtpunktspezialist Willi Horn übernahm die jüngeren Nachwuchsschützen. Eine große Unterstützung ist Annika Hauschild, die im letzten Jahr ihren Trainerschein C gemacht hat und auch sehr aktiv beim Kadertraining des Landesverbandes NWDSB mitwirkt.

Das fundierte Training wirkt sich aus: Eine der Jugendschützinnen schießt im Jugendkader des NWDSB mit, viele andere, sowohl Luftdruck- als auch Lichtpunktschützen, sind oft auf den ersten Plätzen bei den Meisterschaften zu finden.

Während die "Großen" (ab zwölf Jahren) mit der Luftpistole und dem Luftgewehr Freihand und Dreistellungskampf (Kniend/Stehend/Liegend) trainieren, üben sich die Jüngeren (ab sechs Jahren) mit dem Lichtpunktgewehr oder der Lichtpunktpistole. Ab 14 Jahren darf auch mit dem Kleinkalibergewehr geschossen werden. Aber nicht nur das reine Sportschießen ist bei uns wichtig, sondern auch die Tradition. So werden auch in der Jugendgruppe kleine “Könige*innen“ ermittelt. Bei den Jüngeren gibt es den „Besten Lichtpunktschützen“ und bei den Älteren den „Jugendbestmann“.

Trainiert wird freitags um 16 Uhr im Schießstand in der Fruchtallee in Apensen. Interessierte sind herzlich willkommen, gerne auch nur zum Schnuppern.

Autor:

Nicola Dultz-Klüver aus Buxtehude

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