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Keine Corona-Notbremse im Landkreis Stade

Skepsis in Apensen: Lieber Dauerblinken als Radarstrahlen

Der geplante Radarmast stößt in Apensen auf wenig Begeisterung  Foto: Terma
  • Der geplante Radarmast stößt in Apensen auf wenig Begeisterung Foto: Terma
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jd. Apensen. Hier muss noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden, sonst war es das wohl: Die Pläne für die Errichtung einer Radaranlage auf dem Gebiet der Gemeinde Apensen werden von der örtlichen Politik weitgehend abgelehnt. Bei der Vorstellung des radargestützen Systems, das das nächtliche Blinken von Windkraftanlagen auf ein Minimum reduzieren soll (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach), stieß der Vertreter der Betreiberfirma Quantec Sensors auf große Skepsis im Gemeinderat. Die Politiker sehen es nicht ein, dass die Anlage ausgerechnet auf Apenser Gebiet installiert werden soll.

"Im Rat fragt man sich, warum der Radarmast einen Kilometer vor den Toren Apensens errichtet werden soll, obwohl unsere Windräder wegen ihrer geringen Höhe gar nicht mit Blinklichtern versehen sind", erklärt Gemeindedirektorin Sabine Benden. Die Politiker seien der Meinung, dass die Anlage in den Kommunen stehen solle, wo die Windräder nachts blinken - wie etwa in der Gemeinde Ahlerstedt. Dort gebe es mit den Windmüllern bereits Verträge, die neue Technologie einzuführen. Dann sollte man den Radarmast auch in Ahlerstedt bauen.

Die kritische Grundhaltung der Apenser Politiker ist letztlich auf die Sorge um gesundheitliche Gefahren zurückzuführen: Auf der Sitzung musste sich Jürgen Millhoff von der Firma Quantec Sensors immer wieder bohrende Fragen nach den potenziellen Risiken durch die elektromagnetischen Wellen des Radars gefallen lassen. Obwohl er versicherte, dass es sich um eine weitaus geringere Strahlung als bei Mobilfunkmasten handele und die Radarwellen gen Himmel ausgerichtet seinen, konnte er die Bedenken der Ratsmitglieder nicht ausräumen.

Zu Beruhigung trug sicherlich auch nicht Millhoffs Aussage bei, dass man die Radaranlagen nicht in der Nähe von Kliniken und Schulen installiere. Die kritische Nachfrage folgt auf dem Fuße: Warum denn nicht, wenn die Anlagen doch so ungefährlich seien, wollte eine Ratsherrin wissen. Die Politiker warfen ein, dass die Oberschule gar nicht so weit entfernt von der geplanten Anlage liege.

Inwieweit der Betreiber seine Pläne gegen den Willen der Gemeinde Apensen durchsetzen kann, vermag Benden nach eigener Aussage noch nicht einzuschätzen. Beim Landkreis hätten die Fachleute bereits über das Thema beraten, aber eine Antwort liege noch nicht vor. Letztlich hänge es davon ab, welche Genehmigungsverfahren erforderlich sei, so Benden: "Geht es um eine Baugenehmigung, wird Apensen sicher nicht das erforderliche Einvernehmen erteilen - zumindest, wenn das jetzige Stimmungsbild in der Politik so bleibt."

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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