Spielerinnen finden Kameras in Umkleidekabine
Weiterer Spannerskandal in der Handball-Bundesliga

Schon wieder wurden in der Umkleidekabine von Bundesliga-Handballerinnen Kameras versteckt (Symbolfoto)
  • Schon wieder wurden in der Umkleidekabine von Bundesliga-Handballerinnen Kameras versteckt (Symbolfoto)
  • Foto: Adobe Stock / apartment / fergregory / SergeyPrivalov / Bearbeitung: MSR
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os. Buchholz/Metzingen. Die Handball-Bundesliga der Frauen wird erneut durch einen Spannerskandal erschüttert: Spielerinnen der TuS Metzingen haben Anfang dieser Woche zwei Kameras im Umkleideraum der Öschhalle in der 23.000-Einwohnerstadt in Baden-Württemberg entdeckt. Erst vor einer Woche war ein ähnlicher Fall beim Ligakonkurrenten Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten bekannt geworden, der den Handballsport in den Grundfesten erschüttert hatte (das WOCHENBLATT berichtete). Parallele in beiden Fällen: Tatverdächtig sind Personen aus dem näheren Mannschaftsumfeld.
In Metzingen wurde der Tatverdächtige bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden des Skandals von der Polizei ermittelt. Die Zusammenarbeit mit ihm sei umgehend beendet worden, betont Metzingens Manager Ferenc Rott auf der Facebook-Seite des Klubs: „Diese widerliche Tat, zudem auch noch durch eine direkte Vertrauensperson, ist einfach nur schockierend und hat uns alle sehr getroffen." Man habe den Vorfall intensiv mit der Mannschaft besprochen. "Ich bin sehr beeindruckt, dass unsere Spielerinnen so stark zusammenhalten und gemeinsam beschlossen haben, das Spiel gegen Bietigheim zu bestreiten", erklärt Rott. Gemeinsam habe man sich entschieden, sich "von nichts und niemandem unterkriegen" zu lassen. Rott: "Der Frauenhandball steht zusammen und wehrt sich entschlossen gegen all diejenigen, die uns und unseren Sport bedrohen. Unser Zusammenhalt ist größer als jede Rivalität, jedes Spiel, jedes Tor!"
Die Parallelen zu dem Fall in Buchholz sind frappierend. Wie berichtet, soll auch hier ein Mann aus dem direkten Umfeld der Bundesliga-Handballerinnen Kameras in den Umkleidekabinen platziert haben. Spielerinnen entdeckten die offenbar als Bewegungsmelder getarnten Vorrichtungen vor dem Spiel gegen den Bundesliga-Spitzenreiter SG BBM Bietigheim im September 2021. Laut Polizeisprecher Jan Krüger dauern die Ermittlungen gegen einen beschuldigten 55-Jährigen wegen der "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen" an. Laut Strafgesetzbuch drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zwei Jahre Gefängnis oder eine Geldstrafe.
"Wir verurteilen diese verwerfliche Handlung auf das Schärfste", betont Andreas Thiel, Vorsitzender der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Die kriminelle Tat widerspreche allen Werten, die die HBF zusammen mit den 30 Mitgliedsvereinen aus der ersten und zweiten Bundesliga vertrete. Thiel lobte das schnelle Handeln der TuS Metzingen: "Der Verein kann sich der vollen Unterstützung der HBF sicher sein!"
Auch unter Berücksichtigung der Vorkommnisse in Buchholz habe man die Mitgliedsvereine angehalten, sensiblen Bereichen wie den Umkleiden besondere Beachtung zu schenken und deren Zugänge entsprechend zu kontrollieren.

Bei Luchse-Bundesligaspiel: Versteckte Kameras in den Umkleidekabinen
Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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