Forschungsprojekt der Hochschule 21: Roboter-Fahrzeug soll für Entlastung bei der Ernte sorgen
Hightech im Obstbau im Alten Land

Ingenieur Alexander Kammann (li.) und Prof. Dr.-Ing. Thorsten Hermes von der Hochschule 21 - im Hintergrund Konstruktionszeichnungen des Fahrzeuges
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sla. Buxtehude/Jork. Autonomes Fahren, also Autos, die ohne Fahrer auskommen, wird sich laut Prognose hierzulande erst 2040 durchsetzen. Umso spektakulärer ist ein Forschungsprojekt der Hochschule 21 in Kooperation mit der PWH Landmaschinentechnik in Jork, das schon jetzt richtig Fahrt aufnimmt: ein selbstfahrendes Fahrzeug zur Entlastung bei der Obsternte.
Ingenieur Alexander Kammann ist für das AurOrA-Projekt (Autonomer Obstplantagenhelfer Altes Land) verantwortlich, für das im Februar die Förderzusage vom Ministerium für Wirtschaft und Energie kam. "Die Herausforderungen für den deutschen Obstanbau sind in den letzten Jahren stark gestiegen." Seit der Corona-Krise habe sich die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe verschärft. Insbesondere kleine und mittelständische Betriebe haben Schwierigkeiten, dem ökonomischen und ökologischen Druck standzuhalten. "Durch den Einsatz von kompakter, intelligenter und zugleich intuitiv anwendbarer Technologie können Arbeiten abgenommen werden, die Effizienz von Arbeitsschritten gesteigert, Produktqualitäten erhöht und Ressourcen geschont werden", erläutert Prof. Dr.-Ing. Thorsten Hermes von der Hochschule 21.
AurOrA soll die Erntehelfer direkt begleiten und die großen Obstkisten automatisch abtransportieren, sobald diese gefüllt sind. Dadurch können Mitarbeiter entlastet und Ressourcen geschont werden, so Kammann, der selbst Absolvent der Hochschule 21 ist.
Konkret handelt es sich um ein elektrisch angetriebenes Allrad-Fahrzeug mit einer Leistung von rund sieben Stundenkilometern. Momentan werden Rahmen, Räder und Elektronik zusammengebaut. Viele Dinge wie etwa die spätere Energieversorgung, ob Akku, Hybrid oder Photovoltaik, sowie Arbeitsschutzmaßnahmen sind noch nicht geklärt. Zudem wird eine gewisse Hubkraft benötigt, um die schweren Obstkisten zu heben. Das Fahrzeug soll sich künftig bodenschonend autonom in Obstplantagen orientieren und die Reihen durchfahren. In weiteren Ausbaustufen soll der mobile Erntehelfer dann auch andere sich wiederholende und für Arbeitskräfte ermüdende Arbeiten übernehmen.
Der erste Probelauf wird bereits im Lauf der Apfelernte im Oktober mit einem manuell gesteuerten Fahrzeug auf einer Obstplantage im Alten Land starten, um Erfahrungen für den Protoytypen zu sammeln. 2021 soll dann erstmals ein autonomes Fahrzeug durch die Reihen fahren. Das Projektende ist für Ende Januar 2023 geplant.
 Durch die Ausstattung mit einer modularen Werkzeugaufnahme soll das Fahrzeug perspektivisch vielseitig einsetzbar sein. Häufig wiederkehrende Arbeiten wie beispielsweise Mulchen oder Hacken könnten so autonom realisiert werden. Zugleich könnte Personal entlastet und die Ökologie gefördert werden. Vielseitig und flexibel einsetzbar
 Das Fahrwerk muss so robust gebaut sein, dass es auch beim Umstürzen nicht verformt. Zugleich soll die Fertigungskomplexität mit Blick auf zukünftige Fertigungskosten geringgehalten werden. Die sensiblen Komponenten wie etwa die Sensorik oder die Computertechnik müssen insbesondere gegen Schmutz und Wasser geschützt werden und zugleich für Wartungen und Inspektionen zugänglich sein. Hierzu sind entsprechende Dichtungen und Wartungsklappen bei der Konstruktion eingeplant. Um ein Kippen zu verhindern, soll der Massenschwerpunkt möglichst tief liegen, dazu sollen schwere Elemente wie die Batterien am Fahrzeug bodennah montiert werden. Robuste Bauweise

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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