Betroffene Bürger in Nindorf fordern: Es muss Schluss sein mit der Raserei
„Diese Straße gleicht einer Schnellstraße“

Hier wird viel zu schnell gefahren, sind sich Sandra Lang mit Sohn Fiete(v.li.), Hildegard Büther und Markus Lang einig
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  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

ig. Drochtersen. „Hier mit einem Kinderwagen die Straße zu überqueren, um auf den Fahrradeweg zu gelangen, ist schwierig und gefährlich“, schimpft Sandra Lang aus Drochtersen. Das gilt auch, wenn sie mit ihrem Auto aus der Ausfahrt von ihrem Grundstück fährt. Auch werde sie häufig angehupt, wenn sie abbremst, um in die eigene Einfahrt zu gelangen. „Oder man wird hupend überholt, weil man 50 km/h einhält.“ Auch Nachbarin Hildegard Büther ist sauer. Sie muss einen Rollstuhl benutzen und hat Angst, auf der Straße von einem Auto erwischt zu werden.

Die beiden Drochterser Hausfrauen wohnen an der Theißbrügger Straße im Ortsteil Nindorf – gleich hinter einer langgezogenen Kurve. „Hier wird gebrettert, was das Zeug hält“, so Lang. "Viele Fahrer halten sich nicht die die vorgeschriebenen 50 km/h, rasen mit mehr als 100 km/h an unseren Häusern vorbei. Tag und Nacht. Manchmal mit quietschenden Bremsen, um nicht aus der Kurve geschleudert zu werden." Zu schnelles Fahren sei in Kehdingen in vielen Ortschaften zu beobachten. „Aber wohl besonders doll ist es bei uns“, sagt Büther. Hier müsse endlich etwas geschehen, denn diese Straße gleiche einer Schnellstraße.

Sandra Lang hat ihr Unverständnis vor Kurzem auf Facebook gepostet und eine Lawine ins Rollen gebracht. „Viele beschreiben eine ähnliche Situation vor ihrer Haustür.“ Auch Ratsmitglieder hätten sich schon eingebracht. Sie kämpfe vor allem für die Situation in ihrem Umfeld. Im Gespräch sei eine Bürgerinitative, die „Dampf machen und die Politik wachrütteln soll“. Denn: Eine winzige Minderheit unter den Autofahrern werde zur tödlichen Gefahr für alle. Diese Gefahr könnte gebannt werden, wenn endlich mal jemand einen Finger rühren würde. „Und das tun wir.“ Das Ehepaar Sandra und Markus Lang sowie Hildegard Büther fordern mehr Blitzereinsätze - wenn möglich sogar einen fest installierten Blitzer - sowie die konsequente Ahndung von Verstößen. Außerdem wünschen sie sich, dass Tempo 50 bis zum Ortschild Drochtersen eingerichtet wird. Denn nach Nindorf könne für rund 300 Meter wieder 70 gefahren werden. Darüber hinaus sei die Anbringung von Radartafeln zur Selbstkontrolle der Autofahrer sinnvoll.

Angeschrieben hat Büther schon den Asseler Landratskandidaten Kai Seefried (CDU). Und schnell eine Antwort erhalten. Seefried will sich diese Misere vor Ort anschauen, das Gespräch suchen. Auch schlägt er mobile Blitzer vor, die „auch mal längerfristig an solchen Standorten aufgestellt werden können. "Andere Landkreise würden solche Geräte bereits einsetzen. Die sollten wir anschaffen.“

Auch Bürgermeister Mike Eckhoff war schon aktiv, hat Gespräche mit der örtlichen Polizei und dem Landkreis geführt - und Strecken in Assel und Barnkrug einbezogen. „Wir sind da auf einem guten Weg.“ Nachgedacht werden könnte über bauliche Maßnahmen. Denkbar seien auch Warnschilder wie auf Autobahnen zum Anschnallen oder gegen die Handynutzung am Steuer oder Hinweise darauf, Rücksicht auf die Kinder zu nehmen.

Lang und Büther wollen demnächst die örtliche Politik ansprechen und, wenn es die Corona-Regeln erlauben, ein Podiumsgespräch anstreben, zu dem auch Landkreisvertreter eingeladen werden sollen. Denn eines sei sicher, so die engagierten Frauen, hier müsse schnell etwas geschehen. „Oder muss erst ein Unfall passieren? Hier wohnen doch so viele Kinder.“

Autor:

Dirk Ludewig aus Stade

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