Volksfest-Aus am Elbdeich?
Stover Rennverein bangt um Reit-Traditionsevent

Lockt seit über 140 Jahren Besucherscharen aus dem In- und Ausland an: das Pferderennen am Stover Elbdeich
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ce. Elbmarsch. Schon in 2020 musste der Stover Rennverein sein seit über 140 Jahren am Elbdeich steigendes Event Corona-bedingt absagen. Jetzt droht aufgrund der Pandemie erneut die Absage der traditionsreichsten Veranstaltung dieser Art im Norden, die in der Vergangenheit bis zu 8.000 begeisterte Pferdesport-Freunde aus dem In- und Ausland anlockte. "Keiner aus dem Vorstand glaubt wirklich daran, dass das Rennen in diesem Jahr stattfinden wird. Es ist zwar auf den 25. Juli terminiert, aber nach der jetzigen Entwicklung sehr unwahrscheinlich", blickt Vereinsgeschäftsführer Carsten Fechner (48) auf WOCHENBLATT-Nachfrage pessimistisch in die Zukunft.
"Um eine erfolgreiche Veranstaltung absolvieren zu können, benötigen wir das Maximum an Zuschauern und finanzkräftige Sponsoren. Beide Kriterien werden wohl nicht in Erfüllung gehen", so Carsten Fechner weiter. "Das Risiko, mit nur 3.000 Zuschauern eine Rennveranstaltung bei voller Ausschüttung der Rennpreise stattfinden zu lassen, würde das Fortbestehen des Vereins gefährden."
Insbesondere dank der finanziellen Unterstützung durch die Gemeinde Drage, zu der der Ortsteil Stove gehört, und der Samtgemeinde Elbmarsch sowie durch eine geringe Corona-Hilfe sei der 170 Mitglieder starke Verein "recht gut" durch das vergangene Jahr gekommen. Auch weil alle Trainer des Vereins auf ihre Aufwandsentschädigungen verzichtet hätten, halte sich das Minus in der Kasse noch in Grenzen. "Allerdings muss ich auch bemerken, dass wir uns eigentlich ein weiteres Jahr ohne Rennen nicht leisten können. Wir benötigen dringend Unterstützung, sonst wird es das Volksfest am Elbdeich im Jahr 2022 nicht mehr geben", räumt Carsten Fechner ein. "Wer uns helfen möchte, ist gerne gesehen. Wir sind für jede Spende dankbar."
Trotz der eingeleiteten Sparmaßnahmen musste der Verein in seine technische Ausstattung investieren und in die Umsetzung von Behördenauflagen bei den Sicherheitsvorkehrungen. Darüber hinaus liegt dem Verein die Nachwuchsarbeit mit seinen Voltigier-Kindern sehr am Herzen. "Wir freuen uns über 40 Jungen und Mädchen, die den Pferdesport für sich entdeckt haben. Solange wir es uns finanziell leisten können - da ist sich der Vorstand einig -, werden wir die Voltis unterstützen", so Fechner.
Erschwerend kommt für den Stover Rennverein hinzu, dass der langjährige Vorsitzende Günther Porth kürzlich zurückgetreten ist. Nach den Gründen gefragt, erklären er und Fechner, es handele sich um "interne Angelegenheiten". Bis zur nächsten Jahreshauptversammlung mit der Wahl eines neuen Vorsitzenden leiten Porths Stellvertreter Hans Werner Clasen und Carsten Fechner die Geschicke des Vereins.

Lockt seit über 140 Jahren Besucherscharen aus dem In- und Ausland an: das Pferderennen am Stover Elbdeich
Rennvereins-Geschäftsführer Carsten Fechner: "Wir können uns ein weiteres Jahr ohne Rennen nicht leisten"
Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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