"Landkreis Harburg muss 'liefern'"
Bürger aus Appel beklagt mangelnde Grünschnitt-Entsorgungsmöglichkeiten

"Wohin mit dem ganzen Grünabfall?", fragt sich Wolfgang Albers
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bim. Appel. Die Grünabfallentsorgung ist für Gartenbesitzer im Frühjahr und Herbst ein drängendes Problem. Als während des Corona-Lockdowns die Deponien geschlossen waren, erreichten die WOCHENBLATT-Redaktion fast täglich Anrufe verzweifelter Gartenbesitzer. Dass haufenweise Gartenabfälle in der freien Landschaft entsorgt wurden, findet Wolfgang Albers aus Appel (Samtgemeinde Hollenstedt) auch nicht in Ordnung, aber: "Der Landkreis ist selbst schuld an dem Problem, denn er muss die Grünkippen stellen, stiehlt sich aber aus der Verantwortung", sagt er.

Für ihn biete es sich an, den Grünschnitt zu dem zum Landkreis Stade gehörenden Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) Buxtehude-Ardestorf zu bringen. Da die Kapazitäten auf dem Gelände dort jedoch erschöpft sind, war die Anliefermenge für Bewohner des Landkreises Harburg bereits Anfang 2017 auf 500 Liter (0,5 Kubikmeter) Grünabfälle begrenzt worden. "Auf dem Dorf hat man keine Kleinmengen. Da hätte ich dreimal hinfahren müssen und verpeste die Umwelt", sagt Wolfgang Albers. Außerdem pflege er nicht nur den eigenen großen Garten, sondern auch die Gärten von Eltern und Schwiegereltern. "Auf meinen Pkw-Anhänger passen zwei Kubikmeter, 30 Hänger im Jahr muss ich zur Deponie bringen", beschreibt er die Mengen.

An der Deponie in Nenndorf schreckt ihn "der Stau bis zur Autobahn" ab, am Kompostplatz in Todtglüsingen die Öffnungszeiten. In beiden Anlagen werden auch größere Mengen Grünabfälle angenommen - bis 0,5 Kubikmeter gebührenfrei, darüber hinaus gegen Gebühr.

"Das Argument, den Grünschnitt über die Biotonne zu entsorgen, ist eine Verdummung der Bürger", ärgert sich Wolfgang Albers.

Wegen der genannten Probleme diskutiert die Kreispolitik seit Jahren darüber, den Bürgern aus dem Landkreis Harburg im Einzugsbereich des AWZ Ardestorf eine Alternative zu bieten oder die Müllumschlaganlage (MUA) in Nenndorf zu erweitern. Das WOCHENBLATT fragte nach dem Sachstand.

Müllumschlaganlage in Nenndorf

Die Erweiterungspläne für Nenndorf gebe es noch immer, teilt Kreissprecherin Katja Bendig mit. Allerdings sollte die Auswirkung der am 15. April 2019 eingeführten Biotonne im Hinblick auf einen möglichen Rückgang der privaten Grünabfallanlieferungen auf der Müllumschlaganlage mindestens für ein Jahr beobachtet und bewertet werden. "Leider kam die Coronakrise mit einer mehrwöchigen Schließung der Entsorgungsanlagen für private Anlieferer dazwischen", sagt sie. Es sei geplant, einen Sachstandsbericht in der Sitzung des Kreisumweltausschusses am 7. September zu geben.

Rückmeldungen zu Grünabfall in Biotonnen

"Seit Einführung der Biotonne im April 2019 stellen wir eine Verschiebung des Behälterbestandes zugunsten der 120- und 240-Liter-Biotonnen fest. Es werden also zunehmend mehr große Tonnen genutzt. Für uns ist das ein Hinweis darauf, dass die Biotonnen wohl auch verstärkt für die Entsorgung von Grün- und Gartenabfällen genutzt werden", so Katja Bendig. Ausgeliefert wurden 60-Liter-Tonnen (16,62 Euro im Jahr), eine 120-Liter-Tonne kostet 33,24 Euro, eine 240-Liter-Tonne 66,48 Euro.

Dauerhafte Grünschnittlösung

Für die Bürger aus Hollenstedt und Neu Wulmstorf zeichnet sich nun folgende Lösung ab: "Konkret geplant ist die Abfallannahmestelle Ardestorf. Das Grundstück wird vom Landkreis Stade und zum Teil (insbesondere die Zuwegung) von der Gemeinde Neu Wulmstorf zur Verfügung gestellt und grenzt unmittelbar östlich an das AWZ. Dort sollen ab Anfang 2021 auf ca. 3.200 Quadratmetern Grünabfallkleinmengen und Kleinmengen sonstiger Siedlungsabfälle von Bürgern aus dem Landkreis Harburg, insbesondere aus dem Bereich Neu Wulmstorf, angenommen werden. Ein entsprechender Bauantrag ist gestellt, die Baugenehmigung wird in den nächsten Wochen erwartet", so Bendig.
• Weitere Informationen zu den Entsorgungsanlagen und Gebühren gibt es online unter www.abfallwirtschaft.landkreis-harburg.de.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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