Arbeitsgemeinschaft "in Hollenstedt gemeinschaftlich leben"
Im Alter nicht allein sein

Werben für ihr gemeinschaftliches Wohnprojekt (v. li.): Hans-Jürgen Freistadt, Rüdiger und Ilona Vietze und Renate Freistadt
  • Werben für ihr gemeinschaftliches Wohnprojekt (v. li.): Hans-Jürgen Freistadt, Rüdiger und Ilona Vietze und Renate Freistadt
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bim. Hollenstedt. Nach dem Auszug der Kinder ist das Eigenheim zu groß, die Pflege des Gartens fällt immer schwerer, aber man ist noch zu jung und agil, um in ein Senioren- und Pflegeheim zu ziehen - so stellt sich die Lebenssituation für viele Menschen dar und führt zum Nachdenken über alternative Wohnformen. Auch für Ilona (64) und Rüdiger Vietze (68) sowie Renate (65) und Hans-Jürgen Freistadt (67) aus Hollenstedt. Mit weiteren Mitstreitern haben sie Anfang des Jahres die AG "in Hollenstedt gemeinschaftlich leben" (iHgl) ins Leben gerufen, um ein gemeinschaftliches Wohnprojekt in ihrem Heimatort zu realisieren. In dieses Haus sollen Menschen aller Altersgruppen, unterschiedlicher Weltanschauungen und finanzieller Möglichkeiten einziehen, so ihr Wunsch.
Miteinander in einem großen Haus leben, füreinander da sein, Einsamkeit verhindern und zusammen alt werden - das sind die Ideen, die mit dem Wohnprojekt umgesetzt werden sollen. In dem Haus könnten zwölf Wohnungen mit Größen zwischen 45 und 85 Quadratmetern, ein Gemeinschaftsraum und ein Gästezimmer entstehen. Natürlich sollen alle Wohnungen barrierefrei und die im Obergeschoss mit Fahrstuhl erreichbar sein. "In dem Aufenthaltsraum trifft man sich und tauscht sich aus, auch wenn es mal Probleme gibt", so Hans-Jürgen Freistadt. Man spricht nicht über-, sondern miteinander.
Eingerichtet werden könnte dort auch eine Tagespflege, die es in Hollenstedt noch nicht gebe. "Das wäre ideal. Wir könnten uns sozial einbringen und eventuell Kosten senken", sagt Ilona Vietze.
Um das gemeinschaftliche Wohnen in Hollenstedt umzusetzen, soll ein Verein gegründet werden. Dafür sucht die AG iHgl noch weitere Mitstreiter, die auch ihre Vorstellungen und ihr Wissen einbringen. "Außerdem brauchen wir ein mindestens 1.800 Quadratmeter großes, möglichst zentral gelegenes Grundstück, von dem aus Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß erreichbar sind, und einen Investor", erläutern Ilona und Rüdiger Vietze. Allerdings gelte es zu verhindern, dass die Wohnungen zu Anlageobjekten werden.
In mehreren Orten gibt es bereits derartige Gemeinschaftswohnprojekte, die sich die Initiatoren Ilona und Rüdiger Vietze angeschaut haben, so wie das „Ganz anders gemeinsam altern“ (Gaga) in Stade, das "Non-plus-Ultra", wie sie begeistert sagen, das "Gemeinschaftliches Wohnen in Buxtehude" (GeWiB) und die Wohnanlage des Buchholzer Vereins "Wohnprojekt für Jung und Alt".
• Wer sich bei dem Hollenstedter Wohnprojekt einbringen möchte, meldet sich unter Tel. 04165-8697 oder 04165-222390. Um sich und ihr Vorhaben bekannter zu machen, lädt die Hollenstedter AG iHgl für Freitag, 23. August, um 16 Uhr alle Interessierten zu einem Vortrag des früheren Bremer Bürgermeisters Henning Scherf in die Aula der Estetalschule, Jahnstraße in Hollenstedt, ein. Scherf lebt seit 30 Jahren mit Ehefrau Luise und acht Freunden in einer Hausgemeinschaft und wirbt seit Jahrzehnten für dieses Gemeinschafts-Wohnmodell.
Die Veranstaltung wird unterstützt von der Volksbank Geest und der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Der Eintritt ist frei.
Für weitere Informationen sind auch Vertreter der Wohnprojekte in Buchholz, Buxtehude und Stade sowie der Seniorenstützpunkt des Landkreises zu Gast. Vortrag von Henning Scherf

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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