In Halvesbostel
Weiter bangen um den Spielkreis

Bürgermeister Jürgen Ravens hatte bei einem Ortstermin auf die beengten Verhältnisse hingewiesen
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bim. Holvede. Die Eltern der 20 Kinder, die derzeit den Spielkreis Halvesbostel besuchen, sowie die Mitarbeiterinnen müssen weiter um den Fortbestand der örtlichen Kinderbetreuung bangen. Mit nur fünf zu vier Stimmen bei zwei Enthaltungen sprach sich der Jugend- und Sozialausschuss der Samtgemeinde Hollenstedt jetzt knapp mehrheitlich für einen Kindergartenbau in Halvesbostel und damit gegen einen Anbau in Regesbostel aus. In der Ratssitzung am 17. Dezember kann das Votum noch anders ausfallen.
Ein Kita-Neubau in Halvesbostel würde rund 580.000 Euro kosten, wobei die Gemeinde einen Baukostenzuschuss von 75.000 Euro beisteuern will. Eine Erweiterung des Kindergartens in Regesbostel um eine dritte Gruppe, den die Kinder aus Halvesbostel alternativ besuchen müssten, wenn sich die Politik gegen einen Neubau entscheidet, liegen bei 571.000 Euro.
Wie berichtet, hat die Landesregierung bei ihrer Entscheidung für die Kindertagesstätten-Beitragsfreiheit schlicht die 65 Spielkreise im Land vergessen und zahlt nur für eine Kraft - statt wie bei Kitas für zwei Kräfte - einen Personalkostenzuschuss von 55 Prozent, der bis 2022 auf 58 Prozent steigen soll.
Da der Bedarf vorhanden ist, die Räume des Spielkreises aber beengt sind und nicht mehr aktuellen Standards entsprechen, hatte die Verwaltung vorgeschlagen, den Spielkreis in eine Kindertagesstätte umzuwandeln und dafür einen Neubau auf dem gemeindeeigenen Grundstück neben dem Dorfgemeinschaftshaus zu bauen. Außerdem will die Gemeinde die Trägerschaft für den Spielkreis Ende 2020 beenden. Und Spielkreisleiterin Marita Klindworth hört im August 2021 auf.
Halvesbostels Bürgermeister Jürgen Ravens (CDU) hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für den Erhalt des seit 27 Jahren vor Ort bestehenden Betreuungsangebotes und wies u.a. darauf hin, dass die Gemeinde in den kommenden Jahren langsam wachsen wolle. In Halvesbostel würden demnächst 14 neue Bauplätze vermarktet, weitere 17 Bauplätze seien in Planung. "Wir müssen den Eltern eine Perspektive geben, wohin die Reise geht. Es wäre eine massive Verschlechterung, wenn die Kinder nach Regesbostel gefahren werden müssten", so Ravens.
Christiane Melbeck (Grüne) betonte, dass die Grünen das Konzept Spielkreis gut fänden, weil es auch von den Eltern sehr geschätzt werde, aber: "Die Ertüchtigung der bestehenden Räume mit anderen Trägern ist nicht ausreichend geprüft worden", sagte sie. Auch ihre Fraktionskollegin Ruth Alpers sprach sich gegen einen Neubau in Halvesbostel aus. "Bevor man Baugebiete ausweist, sollte man eine Struktur aufweisen können", kritisierte sie. Und: "Ich denke, dass das Erfüllen der Auflagen kein Problem ist. Aufhübschen, aufmöbeln, machen, was möglich ist. Das würde sich auch zeitnah realisieren lassen", riet Alpers. Es sollten alle Möglichkeiten für den Erhalt des Spielkreises ausgelotet, aber die günstigste Lösung gefunden werden.
Kerstin Markus von der Verwaltung betonte, dass für die Räume, die der Spielkreis nutzt, heute keine Betriebserlaubnis mehr erteilt würde.
Haushaltsdisziplin bei den diversen anstehenden Investitionen mahnten auch Dörte Mißfeld (CDU) und Regesbostels Bürgermeister Kay Wichmann (WGH) an. "Wir brauchen die Betreuungsplätze für die Halvesbosteler Kinder. Aber ein Ein-Gruppen-Kindergarten kann nie so rentabel sein wie ein Mehrgruppen-Kindergarten", so Wichmann.
Auch in einer Sitzungsunterbrechung konnten die Fraktionen keinen Konsenz finden. "Jeder stimmt, wie er möchte", so Dörte Mißfeld. Und so kam es zu dem denkbar knappen Ergebnis.
• Die Ratssitzung findet am Dienstag, 17. Dezember, um 19.30 Uhr im Gasthaus Heins in Holvede statt.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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