Offizielle Einweihung im kommenden Jahr
Ab sofort entspanntes Chillen auf der Burginsel Horneburg

Stolz auf die Fertigstellung des Burginsel-Projekts (v. li.): Timo Kilian (Samtgemeinde Horneburg, Fachbereich Bauen), Knut Willenbockel (Gemeindedirektor), Jörk Philippsen (Flecken-Bürgermeister), Susanne Raydt und Julian Benesch (beide Büro Landschaftsarchitektur+) und Gunda Kiefaber (Samtgemeinde Horneburg, Projektleiterin) | Foto: sb
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  • Stolz auf die Fertigstellung des Burginsel-Projekts (v. li.): Timo Kilian (Samtgemeinde Horneburg, Fachbereich Bauen), Knut Willenbockel (Gemeindedirektor), Jörk Philippsen (Flecken-Bürgermeister), Susanne Raydt und Julian Benesch (beide Büro Landschaftsarchitektur+) und Gunda Kiefaber (Samtgemeinde Horneburg, Projektleiterin)
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Die Bauarbeiten an der Horneburger Burginsel als Parkanlage sind abgeschlossen. Anfang Juni wird das Gelände für die Öffentlichkeit freigegeben. Dann ist das Gelände über einen Zuweg vom Marschdamm aus begehbar. Offiziell gefeiert wird jedoch erst 2026.

Im Frühjahr 2024 hatten die Bauarbeiten begonnen. Ziel des Projekts: Einen Ort des gesellschaftlichen Zusammenkommens sowie einen Naherholungsort zu schaffen und zugleich Elemente der ehemaligen historischen Burganlage mit ihrer Inselanlage erlebbar zu machen – als Reise in die Vergangenheit. Bereits beim Betreten erweckt Palisadenzaun an der neu gebauten Brücke das Gefühl, eine alte Burginsel zu betreten. Dieser soll an den Burgwall der „Horneburg“ erinnern und gibt zugleich Einblicke auf die Insel frei.

Blick auf die Burginsel mit der hinteren Zuwegung vom Marschdamm, Bühne und Sitzgelegenheiten, die die alten Fundamente spiegeln | Foto: Landschaftsarchitektur +
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Die neu aufgestellten Betonpodeste, die auf den Fundamenten einiger Gebäude der „Horneburg“ aufgestellt wurden, vermitteln der Besucherin und dem Besucher einen Eindruck der ehemaligen Burganlage und laden zum Sitzen und Verweilen ein. Ein zusätzliches Podest wird zukünftig die Möglichkeit bieten, Konzerte und Aufführungen im Park stattfinden zu lassen.

Geschichte unter unseren Füßen: Archäologie im Kreis Stade

Um den Charakter der Insel zu betonen und wahrzunehmen, wurden – unter Berücksichtigung des geschützten Weiden-Auwaldbiotops – der Uferbewuchs reduziert und der Wasserlauf gesäubert. Die Landschaftsarchitekten vom Büro Landschaftsarchitektur+ haben zudem im Südwesten der Insel direkt am Wasser Sitzstufen aufgestellt, die zum Verweilen einladen und den ringförmigen Burggraben erlebbar machen. Zudem wurden die sogenannte Pferdetränke, die einst als Slipanlage für Kutschenwagen genutzt wurde, rekonstruiert und das Pflaster zum Handwerksmuseum ertüchtigt.

Die Betonsockel symbolisieren die unterirdischen Fundamente des Burggeländes | Foto: sb
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„Seit unserem Spatenstich im vergangenen Jahr ist viel geschehen“, sagt der Horneburger Bürgermeister Jörk Philippsen. „Wir freuen uns sehr, dass das Gelände jetzt den Schlosspark vervollständigt und von den Horneburgerinnen und Horneburgern in ihrer Freizeit genutzt werden kann.“

„Das Team um unsere Projektleiterin Gunda Kiefaber hat in den vergangenen Monaten viel erreicht“, ergänzt Knut Willenbockel, Gemeindedirektor des Fleckens Horneburg. „Leider fehlt noch die Südbrücke, die als zweiter Fluchtweg für Veranstaltungen notwendig ist und bislang aus Kostengründen nicht gebaut werden konnte. Wir werden daher das angekündigte Einweihungsfest leider erst im nächsten Sommer durchführen können, was wir sehr bedauern." Die zweite Brücke wird aus glasfaserverstärktem Kunststoff soll auf der anderen Inselseite über den Burggraben führen und einen perfekten Blick auf das Gelände und das Horneburger Schloss bieten. 

Schon bald soll auch die digitale Visualisierung des Geländes fertig sein. Geplant ist, sowohl mit dem Smartphone über QR-Codes als auch mit Virtual-Reality-Brillen (erhältlich im benachbarten Handwerksmuseum) zu vermitteln, wie die Anlage einst ausgesehen haben könnte. Die Visualisierung der Horneburg wurde von einem Team um Prof. Thomas P. Kersten von der HafenCity Universität Hamburg (HCU) erarbeitet.

Diese neue Brücke führt auf die Burginsel, beidseitig gesäumt von symbolischen Palisaden | Foto: sb
  • Diese neue Brücke führt auf die Burginsel, beidseitig gesäumt von symbolischen Palisaden
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Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 550.000 Euro. Zweidrittel der Kosten wurden mit Mitteln des Landes Niedersachsen und des Bundes im Rahmen der Städtebauförderung bezuschusst. Die Visualisierung der historischen Burginsel wurden mit Archäologie-Mitteln des Landkreises Stades gefördert.

Geschichte der Burglnsel

Die "Horneburg", eine spätmittelalterliche Wasserburg, wurde im Jahr 1225 vom Erzbischof von Bremen errichtet. Der Bau auf einer linsenförmigen Erhebung (plattdeutsch: "de Horne") wude von einem durch die Lühe gespeisten Burggraben umgeben. Zum Ensemble gehörten zudem Wohnhäuser für die einzelnen Burgmannsfamilien. Später zogen die Adelsfamilien in Gutshäuser außerhalb der Burg.

Die Burg diente fortan als Zufluchtsort und Veranstaltungsort für Feste. Nachdem der Bau im 30-jährigen Krieg zerstört wurde, lag das Gebiet brach oder wurde als Gemüseanbaufläche genutzt. In den vergangenen Jahren war die Burginsel vornehmlich eine Kleingartenanlage. 

Über den Aufbau und das Erscheinungsbild der Burg ist kaum etwas bekannt. Eine im Oktober 2020 durchgeführte Bodenradar-Prospektion liefert jedoch erste Erkenntnisse über die Anordnung von Gebäuden innerhalb der Burg. Es kann außerdem davon ausgegangen werden, dass die Horneburg von einem Wall und einem Palisadenzaun umgeben war.

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Redakteur:

Stephanie Bargmann aus Stade

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