Eltern und Vereine reagieren auf „Prosecco-Mütter und Pils-Papi“-Bericht.

(mum). „Von Prosecco-Müttern und Pils-Papis“ hieß ein „Auf ein Wort“ von WOCHENBLATT-Redakteur Sascha Mummenhoff, in dem er den laxen Umgang mit Alkohol bei Jugendspielen im Fußball kritisierte. Obwohl der Niedersächsische Fußballverband im Kreis Harburg zum Thema Alkohol eine klare Position bezieht - „es gilt ein Rauch- und Alkoholverbot für die gesamte Sportanlage“, so Frank Dohnke, Vorsitzender des Jugendausschusses, auf WOCHENBLATT-Nachfrage, halten sich viele Vereine nicht daran.  Leider habe der Verband keine Möglichkeiten, dies zu sanktionieren, so Dohnke. „Es ist Vereinssache, dieses Verbot umzusetzen.“
Bei den WOCHENBLATT-Lesern findet der Artikel Zustimmung. Zahlreiche Einsendungen belegen, dass Eltern durchaus kritisch den Alkoholkonsum auf Sportplätzen gegenüberstehen.

• „Ich arbeite auf einer Akutentzugsstation und bin sensibilisiert was das Thema Sucht angeht“, schreibt Bärbel Schramm. Sie hat eine beunruhigende Beobachtung gemacht: „Immer jüngere Menschen ab 18 Jahren suchen unsere Station auf. Viele kamen schon früh mit Suchtmitteln in Berührung.“ Insgesamt sei sie entsetzt über den laxen Umgang mit Suchtmitteln. „Die Folgen beeinflussen Körper und Seele vieler Menschen und führen leider zu oft zur Chronifizierung und einem vorzeitigen Tod. Als Erwachsene haben wir außer der Aufsichtspflicht eine Verantwortung. Wir sind Vorbilder. Daher sollte es ein klares Verbot für Suchtmittel  bei Veranstaltungen von Kindern und Jugendlichen geben. Das gilt nicht nur für Fußball.“

• Corinna Grätzel von Grätz hat ihren Sohn viele Jahre bei Punktspielen begleitet. „Niemals habe ich Eltern oder andere Anwesende mit Alkohol gesehen! Ich habe allerdings auch noch nie ein Verbotsschild gesehen. Ich finde es unangebracht, wenn bei solchen Veranstaltungen Alkohol getrunken würde. Die Eltern sind doch auch meist mit dem Auto unterwegs. Das wäre zusätzlich unverantwortlich, alkoholisiert Auto zu fahren und dabei noch Kinder mitzunehmen.“ Sie würde es begrüßen, wenn die Kampagne „Keine Macht den Drogen“ wieder ins Leben gerufen wird.  „Meine Meinung ist ganz klar: Vereine sollten mehr auf die Umsetzung des Verbotes achten!“

• Ein positives Beispiel ist der FC Rosengarten: „Rauch- und Alkoholgenuss hat aus Sicht des FC Rosengarten nichts auf dem Sportplatz bei Jugendspielen zu suchen“, schreibt Dirk Eckelmann, stellvertretender Jugendobmann des FC. „Wir setzen die Vorgaben des NFV um und haben entsprechende Hinweisschilder auf unseren Sportanlagen. Auch wenn man nicht selten den Unmut der Unbelehrbaren auf sich zieht, ist es für uns eine Selbstverständlichkeit vor allem rauchende Eltern anzusprechen und sie zum Verlassen der Sportanlage aufzufordern.“
Laut Eckelmann habe der FC Rosengarten in den vergangenen drei Jahren am Projekt „Trainer-Plus, Alkoholprävention im Jugendfußball“ teilgenommen. Zehn Jugendtrainer sowie Vereinsverantwortliche haben zwei Workshops besucht. Ziel ist es, die Jugendspieler bei ihren ersten Erfahrungen mit Alkohol zu begleiten und sie charakterlich zu stärken. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden weiterhin das Rauch- und Alkoholverbot bei Jugendspielen umsetzen.“

• "Vielen Dank für diesen Artikel", lobt Andreas Renken. "Jetzt muss es nur noch gelingen, einigen sehr ehrgeizigen Eltern zu erklären, dass ihr Kevin-Tom Justin doch etwas talentfreier ist und kein zweiter Lionel Messi wird. Einigen übermotivierten Jugendtrainern muss außerdem klargemacht werden, dass sie nicht den FC Hollywood trainieren, dann sind Sie auf dem besten Wege, Kindern den Spaß am Fußball zurückzugeben."

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Von Prosecco-Müttern und Pils-Papis

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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