ulturpreis "Blauer Löwe" des Landkreises Harburg geht an Jesteburger Kooperationsprojekt mit Flüchtlingen
Eine starke interkulturelle Dimension

Die Projektgruppe in der Kunststätte Bossard (v. li.): Dr. Gudula Mayr (Leiterin der Kunststätte), Mitarbeiterin Janina Willems, Christian Lange, Andreas Sommer (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude), Friederike Sieber, Waheed Safdari, Yusef Amiri, Projektleiterin Cornelia Salje, Mohammed Alalie und Yacoub Yahiya
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  • Die Projektgruppe in der Kunststätte Bossard (v. li.): Dr. Gudula Mayr (Leiterin der Kunststätte), Mitarbeiterin Janina Willems, Christian Lange, Andreas Sommer (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude), Friederike Sieber, Waheed Safdari, Yusef Amiri, Projektleiterin Cornelia Salje, Mohammed Alalie und Yacoub Yahiya
  • Foto: Kunststätte Bossard
  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Jesteburg. An das Jesteburger Projekt "'Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus' – eine Auch-szenische Winterreise" geht der Kulturpreis "Blauer Löwe" 2019 des Landkreises Harburg in der Sparte "Interkulturelle Kunst- und Kulturarbeit". Die feierliche Preisverleihung findet im November in der Buchholzer Empore statt.
Der "Blaue Löwe" - eine gläserne Trophäe, die das Landkreis-Wappentier im Handstand zeigt - wird seit 2005 jährlich in wechselnden Sparten ausgeschrieben. Die Jury besteht aus Journalisten der regionalen Medien - darunter WOCHENBLATT-Redakteur Christoph Ehlermann - sowie aus Vertretern der Sparkasse Harburg-Buxtehude, des Landkreises Harburg und regionaler Kulturinstitutionen. Das Preisgeld von 2.000 Euro wird von der Stiftung der Sparkasse gestellt und im Rahmen der Preisverleihung überreicht.
Die Jury zeichnet in diesem Jahr das musikalische Projekt mit Flüchtlingen unter der Leitung der Mezzosopranistin Cornelia Salje aufgrund seiner hohen künstlerischen Qualität und Professionalität aus. Auch die interkulturelle Dimension und die Regelmäßigkeit, mit der die Gruppe seit mehreren Jahren zusammenkommt, sprechen für die Auswahl. Das Projekt entwickelte sich aus der Unterstützungsarbeit für geflüchtete Jugendliche in Jesteburg. Gemeinsam mit westlichen Musikern gestalten dabei Waheed Safdari, Yusef Amiri, Mohammed Alalie und Yacoub Yahiya unter der Regie von Cornelia Salje einen szenischen Abend. Grundlage ist der Liederzyklus "Winterreise“ von Franz Schubert und Wilhelm Müller, aus dem auch der Projekttitel entnommen ist. Das Fremde ist dabei das verbindende Element, da sich jeder immer wieder fremd fühlt und nach Zugehörigkeit sucht. Szenen der Flucht und persönliche Erlebnisse erweitern die Vorlage und bringen sie in einen aktuellen Kontext. Die Mitwirkenden singen auf Deutsch, Arabisch oder Farsi und werden von Trommel und Klavier begleitet.
Ausgangspunkt für das Projekt waren Konzertbesuche mit den Jugendlichen und weitere Angebote zur interkulturellen Begegnung. So begannen Cornelia Salje und einige der Geflüchteten, mit Trommeln zu improvisieren. "Wir hatten keine Sprache miteinander, nur Gesten, Blicke, Lächeln und ein gutes Gefühl", blickt Salje auf die Anfänge zurück. "Yacoub Yahiya aus dem Sudan trommelte, und was im ersten Moment afrikanisch klang, war im nächsten afghanisch und im übernächsten syrisch oder deutsch, denn jedweder Rhythmus lehnt sich an unseren Herzschlag an.“
Anlässlich des "Tages des Flüchtlings“ 2016 wurden erste Lieder realisiert, weitere Stücke und verschiedene Auftritte - unter anderem in der Kunststätte Bossard in Jesteburg-Lüllau - folgten. "Ziel des Projektes ist es, Verständnis und Respekt füreinander zu schaffen und zu fördern", so die Leiterin.
Neben Cornelia Salje unterstützen die Pianistin Friederike Sieber und der Bariton Christian Lange das Projekt. Sieber wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und bestand kürzlich ihr Konzertexamen an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg mit Auszeichnung. Christian Lange arbeitet in diesem Jahr unter anderem im Chor der Bayreuther Festspiele. Er hat ghanaische Wurzeln, wurde als Kind adoptiert, und kann so eigene Erfahrungen einbringen. "Fremd sein in der Gesellschaft kommt schon mal vor, aber innerhalb des Kunstschaffenden-Kreises ist es egal, woher man stammt oder wie der einzelne Mensch aussieht. Man hat sich auf eine Sprache verständigt, nämlich die Musik, und versucht gemeinsam, eine Idee zu verwirklichen", betont Lange. "Daher ist es ein sehr gutes und wichtiges Zeichen, wenn so ein Projekt gewürdigt und ausgezeichnet wird. Es hat Vorbildcharakter für die Gesellschaft und somit jeden einzelnen Menschen."
Das Preisgeld von 2.000 Euro soll unter den Musikern aufgeteilt werden. Die Gruppe freut sich über den Gewinn: "Die Auszeichnung durch den Landkreis Harburg, der für uns Heimat geworden ist, das Ende vieler Reisen und das Ankommen nach Hause bedeutet - das ist eine besondere Wertschätzung und Freude.“

Die Projektgruppe in der Kunststätte Bossard (v. li.): Dr. Gudula Mayr (Leiterin der Kunststätte), Mitarbeiterin Janina Willems, Christian Lange, Andreas Sommer (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude), Friederike Sieber, Waheed Safdari, Yusef Amiri, Projektleiterin Cornelia Salje, Mohammed Alalie und Yacoub Yahiya
Die gläserne Trophäe des Kulturpreises "Blauer Löwe"

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