Niederlage für Hans-Jürgen Börner

Vor der Ratssitzung hatte Sabine Mittelstedt (li.) mehr als 200 Unterschriften gesammelt. Sie sprachen sich dafür aus, dass der Wochenmarkt weiterhin vom GeWerbekreis organisiert wird. Zu den Unterstützern gehörten auch Marktbeschicker Holger 
Rieckmann und Kundin Sarah Schönrogg
  • Vor der Ratssitzung hatte Sabine Mittelstedt (li.) mehr als 200 Unterschriften gesammelt. Sie sprachen sich dafür aus, dass der Wochenmarkt weiterhin vom GeWerbekreis organisiert wird. Zu den Unterstützern gehörten auch Marktbeschicker Holger
    Rieckmann und Kundin Sarah Schönrogg
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Jesteburger Gemeinderat belässt Wochenmarkt in den Händen des GeWerbekreises.

mum. Jesteburg. Am Ende ließen sogar die eigenen Genossen NDR-Veteran Hans-Jürgen Börner (SPD) im Regen stehen. "Aus Prinzip" wollte dieser dem GeWerbekreis die Organisation des beliebten Jesteburger Wochenmarktes nehmen (das WOCHENBLATT berichtete). Doch damit stand Börner - übrigens ebenso wie UWG Jes!-Chef Hansjörg Siede, der den Antrag unterstützte - am Mittwochabend im Gemeinderat allein da. Nur vier Stimmen gab es für den Börner-Antrag - bei zehn Gegenstimmen und sechs Enthaltungen.
Börner hatte unter anderem vor, eine Satzung für den Markt aufstellen zu lassen und die Organisation ausschreiben zu wollen. "Das klingt ja so, als ob die Leute Schlange stehen würden, die das gern machen wollen", so Henning Buss (CDU). Er machte deutlich, wie wichtig es sei, dass es Menschen im Ort gibt, die sich ehrenamtlich engagieren. "Das müssen wir unterstützen und nicht sabotieren." Buss berichtete, dass alle großen Vereine im Ort dem GeWerbekreis dankbar für sein Engagement seien und kein Verständnis für Börners Antrag hätten.
Auch Birgit Heilmann (Grüne) sah keinen Anlass, Börner zu unterstützen. "Der Wochenmarkt wird seit Jahren vorbildlich vom GeWerbekreis organisiert. Es gibt weder Beschwerden von den Händlern, noch von den Bürgern. Warum sollen wir hier dann etwas ändern?"
Wenig Verständnis hatten die Ratsherren allerdings für Börners unausgesprochenen Vorwurf, die Einnahmen aus dem Wochenmarkt würden weder transparent abgerechnet, noch dem Ort im vollen Umfang zugute kommen. "Wir bekommen nicht das, was uns versprochen wurde", so Börner. "Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen", so Buss. Mit Cornelia Ziegert ist doch sogar eine SPD-Ratsfrau für die GeWerbekreis-Kasse verantwortlich. Sie hätte doch etwas gesagt, wenn es dort Ungereimtheiten gibt." Heilmann ergänze: "Ich finde es unerhört, dass sich die Mitglieder so eine Kritik gefallen lassen müssen."
Nach der Abstimmung war Paul Mojen erleichtert. Er organisiert den Wochenmarkt für den GeWerbekreis. "Das ist für uns ein tolles Zeichen." Noch in diesem Monat werde eine Mitgliederversammlung stattfinden. "Ich bin sicher, dass wir einen Vorstand und Mitglieder finden werden, die sich für Jesteburg engagieren werden." Wie berichtet, möchte sich der GeWerbekreis künftig für alle Bürger öffnen und sich unter dem Motto "Wir für Jesteburg" für den Ort einsetzen. Dafür sollen auch die Einnahmen aus dem Wochenmarkt - es geht um 4.500 Euro im Jahr - verwendet werden.

Lesen Sie auch Mieses Spiel um den Jesteburger Wochenmarkt Jesteburger Bürger kämpfen für ihren Markt

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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