„Das ist dann nur noch ein Bespaßungsverein“

Gemeinsam haben Edgar Romanowski (v. li.), Bernd Jost und Henning Erdtmann viel für Jesteburg bewegt - droht jetzt das endgültige Zerwürfnis?
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  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Das riecht nach Ärger! Ex-GeWerbekreis-Vize Edgar Romanowski kritisiert nicht nur die geplante Neuausrichtung seines ehemaligen Vereines, sondern fordert auch die Verantwortung für den Wochenmarkt. Dazu will er selbst einen neuen Verein gründen, der Jesteburger Projekte unterstützen soll. Romanowski: „Die Händler sind unzufrieden.“

mum. Jesteburg. Von wegen besinnliche Weihnachten! In Jesteburg braut sich ein handfester Streit zusammen - mit Henning Erdtmann und Bernd Jost (noch GeWerbekreis) auf der einen sowie Edgar Romanowski (Initiative „Jesteburg lohnt sich“) auf der anderen Seite.
„Erdtmann und Jost haben mir meine Idee geklaut“, schimpft Romanowski. „Ich hatte bereits im September vorigen Jahres die Initiative 'Jesteburg lohnt sich' ins Leben gerufen und seitdem eine Vereinsgründung angestrebt.“ Wie berichtet, steht der GeWerbekreis unmittelbar vor dem Aus. Immer weniger der noch 50 Mitglieder beteiligten sich an den Aktionen. Letzte Woche gab es eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Dort stellten Erdtmann und Jost ihre Überlegungen vor, den Verein unter ein neues Motto zu stellen und damit zu retten. Die beiden Freunde wollen einen Verein gründen, der offen für alle Jesteburger ist, die sich zum Wohle des Ortes einbringen wollen - unter dem Motto „Wir für Jesteburg!“ Mit Hilfe aktiver Jesteburger wollen sie Veranstaltungen und Aktionen organisieren, die die Attraktivität des Dorfes steigern. Konkret geht es um das Maibaum-Fest, den Weihnachtsmarkt und das White-Dinner. Zudem überlegt Jost, das einst sehr beliebte Spargelfest wieder aufleben zu lassen.
Doch damit hat Edgar Romanowski offensichtlich ein Problem. Dabei hatte Romanowski Erdtmann erst zum Handeln gezwungen, als er im Sommer vorigen Jahres den Posten des Vize-Vorsitzenden hinschmiss. Seine Vorstellungen über die Vereinsarbeit und die Ziele, seien nicht mit der Vorstellung der anderen Vorstandsmitglieder in Einklang zu bringen.
Romanowskis Ausscheiden traf den Verein hart. Im Gegensatz zu vielen anderen Mitgliedern, packte Romanowski an. Er war Gründungsmitglied der Kaufleute-Gemeinschaft in den 1990er Jahren. 2002, als der Verein in einer schwierigen Phase war, übernahm er den Vorsitz.
An dem neuen Konzept von Erdtmann und Jost lässt Romanowski kein gutes Haar. „Die beiden wollen lieber einen Bespaßungsverein gründen, als den Gewerbeverein zu retten“, schimpft Romanowski. Eine Interessenvertretung für das Jesteburger Gewerbe werde es dann nicht mehr geben.
Um den Bruch komplett zu machen, kündigte Romanowski seinen Rücktritt als Kassenwart des „Naturbühnen“-Vereins an. Dort ist Jost Vorsitzender.
Und es gibt noch einen weiteren Zankapfel: der Wochenmarkt. Zwischen 2009 und 2016 war Romanowski für den Markt verantwortlich. Nun will er ihn wieder übernehmen. Dazu hat er in einem Schreiben an den Jesteburger Gemeinderat gefordert, ihm die Betreuung des Wochenmarktes zu übertragen. „Um den erfolgreichen Wochenmarkt langfristig zu erhalten, möchte ich zusammen mit den Händlern und einigen Jesteburgern einen Verein gründen, der das Hauptziel hat, den Markt zu erhalten“, schreibt Romanowski an den Bürgermeister. Zudem möchte er mit den Einnahmen Jesteburger Vereine und Gruppen unterstützen. Romanowski glaubt, dass der Wochenmarkt zuletzt nicht vernünftig betreut wurde. „Die Händler haben sich schon bei mir beschwert.“
Der Wochenmarkt bringt dem GeWerbekreis bis zu 5.000 Euro im Jahr ein. Das Geld wurde zuletzt stets in Projekte investiert, die dem Ort zugute kamen.
„Es gibt einen Vertrag zwischen der Gemeinde und dem GeWerbekreis“, sagt Henning Erdtmann. Er betont, dass auch sein neuer Verein gern die Organisation übernehmen möchte. Für die Angriffe seitens seines ehemaligen Vizes hat der Immobilienmakler wenig Verständnis. „Er ist ausgestiegen, statt mit uns eine gemeinsame Lösung zu suchen.“ Dennoch zeigt sich Erdtmann versöhnlich. „Die Tür ist nicht zu. Vielleicht findet man einen gemeinsam Weg.“

Auf ein Wort

Jesteburg braucht dieses Trio

Die Auseinandersetzung der einstigen Weggefährten Erdtmann, Jost und Romanowski bringt niemandem etwas. Obwohl die Ziele in Teilen zwar unterschiedlich sind, wollen die drei Männer Jesteburg attraktiver machen. Aber: Ein Kaufleute-Zusammenschluss funktioniert nicht mehr. Ein Verein, der die Kräfte der engagierten Bürger bündelt, hätte hingegen eine Zukunft. Doch bitte nicht zwei davon - womöglich mit identischen Mitgliedern.
Ich wünsche mir, dass sich die Männer in Ruhe zusammensetzen und ihre Streitigkeiten begraben. Leider gibt es in Jesteburg immer weniger Menschen, die wirklich anpacken. Die Zahl derer, die meinen zu wissen, wie es geht, wird hingegen immer größer. Nicht umsonst steht der VfL Jesteburg möglicherweise nächstes Jahr ohne Vorstand da. Auch beim Kunstpfad geht es nicht voran.
Aus diesen Grund kann es sich das Dorf gar nicht leisten, auf das Engagement des Trios zu verzichten. Daher lautet meine Bitte: Ziehen Sie wieder an einem Strang.
Sascha Mummenhoff

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Nur Börner war dagegen

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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