Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Das Potenzial für eine gute Soap"

Edgar Romanowski: "Warum haben nur wir solche Ratsmitglieder gewählt?"
 
Philipp-Alexander Wagner (FDP): "Das wäre eine stillose Posse." Fotos: mum

Bürger kritisieren Umgang mit dem designierten Gemeindedirektor Henning Oertzen.

mum. Jesteburg. Dass der Gemeinderat die Wahl des designierten Gemeindedirektors Henning Oertzen hat platzen lassen (das WOCHENBLATT berichtete), sorgt auch in den sozialen Medien für heftige Kritik. Vor allem die Art und Weise kommt bei den Bürgern nicht gut.
Wie berichtet, hatte CDU-Fraktionsvorsitzende Britta Witte am Anfang der Sitzung den Antrag gestellt, die Wahl von der Tagesordnung zu nehmen. Ein Affront gegen den einzigen Kandidaten Henning Oertzen, der fest mit seiner Wahl gerechnet hatte. Seit dem Rücktritt von Hans-Heinrich Höper führt dieser die Geschäfte in seiner Funktion als stellvertretender Gemeindedirektor und sollte nun offiziell aufrücken.
"Wir benötigen noch Zeit, um Herrn Oertzen kennenzulernen", so Witte auf Nachfrage. Erstaunlich, denn Oertzen ist bereits seit 2003 in Jesteburg als Kämmerer für die Finanzen zuständig und vertritt die Verwaltung regelmäßig in Ausschüssen. Zudem fungiert der 49-Jährige seit Jahren als Stellvertreter für Höper.
Hier einige Statements als Reaktion auf den WOCHENBLATT-Bericht:
• Edgar Romanowski: "Armes Jesteburg. Warum haben wir nur solche Ratsmitglieder gewählt?"
• Michael Schröder: "Könnte man da nicht eine Doku-Soap draus machen? Sie wäre sicher erfolgreich."
• Harris Hawke: "Ich konzediere, dass die Mitglieder des Gemeinderats sogenannte 'Feierabend-Politiker' sind. Doch die meisten Ratsmitglieder üben dieses politische Amt schon so lange aus, dass wir Bürger ein Mindestmaß an Professionalität erwarten dürfen. Die Zeiten, in denen Ratspolitik hinter verschlossenen Türen im Geheimen stattfindet, sollten vorbei sein. Herrn Mummenhoffs Kommentar im WOCHENBLATT findet meinen ungeteilten Beifall. Vor allem für das Verhalten von Hans-Jürgen Börner fehlt mir jedes Verständnis. Ein ehemaliger Journalist, der sich verwahrt, seine öffentliche Arbeit transparent zu gestalten, der Behauptungen streut ohne Belege."
• Uwe Hackbarth: "Gibt es für die Bürger eine Möglichkeit, vorzeitig Neuwahlen zu fordern, um dieses Kaspertheater zu beenden?"
• Birte Böhling: "Man möchte sich mit Popcorn und einem Bier zurücklehnen und sich die Show ansehen. Wenn wir das als Realityshow an RTL verkaufen, können wir vielleicht unseren defizitären Haushalt sanieren."
Auch Politiker äußern sich via Facebook über die überraschende Wende:
• Frank Gerdes (FDP): "Wenn ich Henning Oertzen wäre, würde ich nun dankend ablehnen. Soll doch wer anderes den Job machen."
• Philipp-Alexander Wagner (FDP): "Ich stelle fest, dass selbst für mich als Ratsmitglied diese Entwicklung höchst überraschend ist. In keiner der bisherigen Sitzungen haben CDU oder die SPD erkennen lassen, dass sie Herrn Oertzen für nicht geeignet halten. Was wohl der wahre Grund für diese widersprüchliche Vorgehensweise gewesen sein mag? Sollten die Vertreter der übrigen Parteien Herrn Oertzen wirklich nicht vorher mitgeteilt haben, dass sie ihn nicht wählen wollen, dann wäre das eine stillose Posse."
Mit seinem Kommentar provozierte Wagner sogar Hans-Jürgen Börner (SPD) zu einer Facebook-Antwort. Für den ehemaligen NDR-Mann ist natürlich das WOCHENBLATT schuld: "Sehr geehrter Herr Wagner, als Mitglied des Rates der Gemeinde Jesteburg wäre es für Sie ein leichtes gewesen, sich bei Britta Witte zu erkundigen, was denn der Grund für die Verschiebung der Wahl des Gemeindedirektors gewesen ist. CDU, SPD und Grüne haben sehr verantwortungsvoll gehandelt. Vergessen Sie, was das Wochenblatt sich da zusammenreimt. Vielleicht wäre es künftig sinnvoll, sich erst zu informieren und dann zu kommentieren."