Auszeichnung „Lebensraum Kirchturm“ erhalten
Gefiederte Gäste: Altländer Kirche beherbergt Turmfalken

Ein majestätischer Anblick: ein Turmfalke im Anflug | Foto: Adobe Stock/Michael Fritzen
  • Ein majestätischer Anblick: ein Turmfalke im Anflug
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Hoch oben über den Dächern von Borstel (Gemeinde Jork) gibt es neuen Wohnraum: für Turmfalken. Die St.-Nikolai-Gemeinde hat einen Nistkasten im Kirchturm installiert, und die gefiederten Mieter sind bereits eingezogen. Für dieses vorbildliche Engagement gab es jetzt die Plakette „Lebensraum Kirchturm“ vom Landkreis Stade. Es ist kreisweit die 25. Auszeichnung.

Ein Kasten, der sich lohnt

Dass der Turmfalkenkasten tatsächlich bewohnt ist, wurde schnell klar. Biologin Janette Hagedoorn-Schüch vom Kreis-Naturschutzamt stieg die steile Treppe hinauf, um das Falken-Zuhause persönlich in Augenschein zu nehmen. Der eindeutige Beweis: Vogelkot und Federn im Kasten. Auch die Mitglieder des Kirchenvorstands konnten die neuen Bewohner schon beobachten. Die Freude über den tierischen Zuzug ist groß – schließlich wurde der Kasten mit viel Engagement und Teamarbeit realisiert. Guido Seemann und Rainer von Brook vom Projekt „Lebensraum Kirchturm“ sprachen die Kirchengemeinde an und nahmen Maß. Schließlich baute Handwerksmeister Marc Weilert den Nistkasten.

Zimmer frei für Mauersegler

Kirchen als Zuhause für Tiere

Die St. Nikolai-Kirche bietet auch anderen Vögeln ein Zuhause. Schon seit Jahrzehnten hängen unter dem Dachüberstand des Kirchenschiffs mehrere Nistkästen für Mauersegler. Seit 15 Jahren informiert die Aktion „Lebensraum Kirchturm“, wie sich Kirchengemeinden mit einfachen Maßnahmen für die biologische Vielfalt engagieren können, etwa durch „tiergerechte“ Kirchturmsanierungen. Schließlich ist eine Kirche für verschiedenen Tierarten attraktiv - nicht nur für Vögel. So halten sich im Dachgebälk häufig Fledermäuse versteckt.

Kleiner Phönix aus dem Kirchturm

Tierfreundlicher Umbau von Kirchtürmen

„Viele Kirchen bieten mit ihren Fensternischen, Dachtraufen und Balken ideale Brutplätze“, erklärt Hagedoorn-Schüch. Doch Sanierungen und Modernisierungen machen es den Tieren oft schwer. Die Aktion setzt sich dafür ein, dass Kirchtürme tierfreundlich umgebaut werden – und das mit Erfolg. Bereits 25 Kirchen im Landkreis Stade wurden mit der Plakette ausgezeichnet, darunter die Stader St.-Wilhadi-Kirche, die Buxtehuder St.-Petri-Kirche und die St.-Martin-Kirche in Assel. Und es sollen noch mehr werden: „Wir freuen uns über jede Kirchengemeinde, die mitmacht“, sagt Hagedoorn-Schüch. Wer Interesse hat, kann sich direkt beim Landkreis Stade melden und erfährt, wie auch die eigene Kirche zum sicheren Heim für Falken, Mauersegler & Co. werden kann.

Wer sich für das Projekt interessiert, kann sich bei Hagedoorn-Schüch unter Tel. 04141 - 126737 oder per E-Mail an naturschutz@landkreis-stade.de melden. Weitere Infos gibt es auch auf der Website des Landkreises unter dem Stichwort „Lebensraum Kirchturm“ (bitte hier klicken: www.landkreis-stade.de).

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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