Herr der 100.000 Dollar Orgel

Ein Holländer an der Orgel! Stilecht mit Tulpe in der Hand. Michel Rausch kokettiert gerne mit seiner Herkunft
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bc. Jork. Sie wiegt mehr als 400 Kilogramm, sieht mit ihren unzähligen bunten Knöpfchen wie ein Hightech-getuntes Flugzeug-Cockpit aus und kostet so viel wie ein fabrikneuer Sportwagen: eine Theaterorgel der US-Kultmarke „Lowrey“. In Deutschland gibt es vielleicht zwei Handvoll solch technischer Wunderwerke. Eine davon steht im Alten Land.

Michel Rausch (45) heißt der Herr der 100.000 Dollar-Orgel - laut ihm die teuerste, in Serie produzierte digitale Orgel der Welt. „Die Klangvielfalt ist beeindruckend. So ein Instrument zu besitzen, ist immer mein Traum gewesen“, sagt der gebürtige Holländer voller Stolz. Seit 20 Jahren lebt er in Jork.

Vor zwölf Monaten entdeckte der Profi-Musiker Michel Rausch - international bekannt als „Boogie Doctor“ - die Orgel in einer Kleinanzeige im Internet. Mit Pkw und Anhänger holte er das wertvolle, mit massivem Eichenholz verkleidete Stück, Baujahr 1995, aus einem kleinen Dorf bei München ab. Ein Glücksfund!

Seitdem befindet sich der am renommierten Amsterdamer City-Theater ausgebildete Theater-Organist im siebten Orgel-Himmel. Nur ein halbes Jahr zuvor war ihm zum Heulen zumute. Bei einem Auftritt im schleswig-holsteinischen Dithmarschen ließ ein Aufbauhelfer seine damalige, kleinere Version einer „Lowrey“-Orgel im Regen stehen. Das Holz quoll auf. Totalschaden. „Ein Riesenschock“, sagt Michel Rausch. Glücklicherweise sprang die Versicherung ein.

Umso gutgelaunter ist er heute, wenn er sein monumentales Instrument zum Leben erweckt. Das WOCHENBLATT überzeugte sich vor Ort von dem epochalen „Lowrey“-Sound. Michel Rauschs Finger fliegen blind über die weißen und schwarzen Tasten, die Füße tippen intuitiv auf die richtigen Basspedale. Die 23 Lautsprecher bringen die Luft zum Vibrieren. Beim Redakteur richten sich die feinen Härchen an den Armen auf, als die Filmmusik von „Fluch der Karibik“ den Raum erfüllt. Gänsehaut-Stimmung!

Bei einer digitalen Orgel geschieht die Klangerzeugung auf Basis von zuvor aufgenommenen Samples der verschiedenen Orgelregister. Diese werden mit einer speziellen Hardware wieder zusammengefügt. Die Töne können auf eine beliebige Länge gebracht werden. Ganze Orchester kann Michael Rausch simulieren.

Alte Zunft auf neuen Wegen: Während jahrzehntelang Keyboarder den Ton angaben, erleben Theater-Organisten derzeit eine Renaissance. „Orgelmusik liegt wieder im Trend“, weiß Michel Rausch. Wer ihn schon einmal mit seiner Orgel bei einer Stummfilm-Begleitung hören durfte, so wie neulich im Buxtehuder Kulturforum bei „Nosferatu“, weiß, warum. Michel Rausch liegt die Musik im Blut.

• Weitere Infos zu Konzertterminen www.boogiedoctor.de


„Lowrey“: Benannt nach Erfinder

Die Lowrey-Orgel ist eine nach ihrem Erfinder, dem Chicagoer Industriellen Frederick Lowrey, benannte elektronische Orgel. Während der 1960er und 1970er Jahre war Lowrey der weltgrößte Hersteller von elektronischen Orgeln. 1989 produzierte die Lowrey Organ Company ihre einmillionste Orgel. Bis 2011 wurden die Lowrey-Orgeln in LaGrange Park, Illinois, produziert. 2011 wurde bekannt gegeben, dass die Produktion nach Malaysia verlegt wird.

Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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