sla. Estebrügge. Noch immer herrscht an der Este extrem übler Fischgeruch, das Wasser ist trüb und am Ufer wurden etliche tote Fische angeschwemmt, schildert Jacob Beßmann von der Feuerwehr Estebrügge und Vorsitzender des Fischereivereins Lühe-Este die aktuelle Situation an der Este. Am vergangenen Mittwoch wurden hunderte von toten Fischen zwischen Buxtehude und Cranz bemerkt. Este-Anlieger hatten daraufhin die Feuerwehr und Angler des Fischereivereins Lühe-Este informiert, die feststellten, das insbesondere Weißfischarten wie Rotfeder und Brassen betroffen sind.
Etliche Fische schnappten nach Luft und hunderte trieben bereits tot im Wasser. "So schlimm hatte ich das noch nie gesehen, obwohl ich schon 25 Jahre an der Este lebe", sagt Beßmann.
Mittlerweile haben Einsatzkräfte der Hamburger Wasserschutzpolizei vor Ort die Lage begutachtet und den Fall zur Aufklärung an die Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Argrarwirtschaft (kurz BUKEA) weitergeleitet. Das WOCHENBLATT bat dort um Stellungnahme zu dem Fischsterben in der Untereste sowie um Details zur Ursache des Massensterbens der Fische.
Dazu Pressesprecherin Eva-Lotte May von der BUKEA: "Aufgrund der stark erhöhten Trübung infolge der Sedimentaufwirbelung im Estebereich ist es (wahrscheinlich) zu einem Ersticken der Fische gekommen. Die Trübstoffe setzen sich in den Kiemen fest, wodurch die Sauerstoffaufnahme der Fische verringert wird."
Wie wird jetzt weiter verfahren, um das Fischsterben zu beenden, beziehungsweise welche Möglichkeiten gibt es? Dazu May: "Die Genehmigung für die Sedimentaufwirbelung in der Binneneste für die Firma Pella Sietas wurde durch die Hamburg Port Authority (HPA) erteilt. Die darin festgelegten Auflagen und Bedingungen zum Schutz des Gewässers (hier die Spülzeiten) wurden erhöht. Seit Freitag wurde kein erneutes Fischsterben beobachtet. Die verschärften Auflagen (Verkürzung der Spülzeiten) scheinen zu greifen."
Welche Konsequenzen wird es für den Verursacher haben? "Die Verursacherin wird für die entstandenen Schäden aufkommen müssen. Der Vorgang ist sowohl bei der Wasserschutzpolizei in Stade als auch Hamburg bekannt."
Im Einsatz ist derzeit mit der "Njörd" ein Wasserinjektionsbagger aus den Niederlanden, damit ein 100 Millionen Euro teurer Saugbagger des Bundes die Pella Sietas Werft verlassen kann (das WOCHENBLATT berichtete).
"Schon vor einigen Jahren war es zum Massenfischsterben durch die gleiche Ursache gekommen, allerdings nicht in diesem enormen Ausmaß. Wir sind froh, dass die Spülung jetzt auf drei Stunden vor Niedrigwasser begrenzt wurde und wir seitdem keine weiteren toten Fische verzeichnen", sagt Jacob Beßmann, der mit seinem Feuerwehrboot die Este aktuell im Blick behält.

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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