Comic-Autor Stephan Hagenow zeichnet seit zehn Jahren "Kommissar Fröhlich"-Krimis
Grünendeich: "Bei mir geht's zur Sache"

Stephan Hagenow schickt seinen "Kommissar Fröhlich" gerade in den 15. Fall. Der Altländer hat auch sogenannte Lernkrimis gezeichnet, mit Deutsch als Lernsprache
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ab. Grünendeich. Er hat einen knallharten Ermittler geschaffen, der sich bald durch seinen 15. Fall boxt: Comic-#+zeichner Stephan Hagenow (55) aus dem Alten Land schickt seinen kettenrauchenden zynischen Kommissar Ernst Fröhlich immer wieder dahin, wo sich die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele offenbaren. Was Hagenow über seine Figuren sagt: "Es handelt sich nicht um oberflächliche Figuren, sondern um ernst zu nehmende Charaktere. In meinen Krimis geht's zur Sache."

Seit zehn Jahren lässt Stephan Hagenow, dessen Berufswunsch eigentlich Regisseur war, "Kommissar Fröhlich" in den gleichnamigen Comics Fälle lösen. Dabei sei nicht allein der Ermittler Schwerpunkt seiner Geschichten, sondern auch die zahlreichen, immer wiederkehrenden Nebenfiguren. Eine von ihnen: seine plötzlich in Erscheinung tretende Tochter Magda Zanowski, von deren Existenz Kommissar Fröhlich vorher nichts wusste. "Es macht Sinn, ab Band zehn die Bände chronologisch zu lesen", empfiehlt der Autor. Alle Fälle seien zwar in sich abgeschlossen, die dramatische Handlung um Magda laufe aber immer weiter - sie gerät von einer Katastrophe in die nächste.

Für die Figur des Kommissars hatte sich Stephan Hagenow den französischen Schauspieler Jean Gabin zum Vorbild genommen, der 1968 in dem Film "Der Bulle" die Rolle eines zynischen und abgeklärten Kommissars mit Leben füllte. "Seitdem entwickle ich die Krimi-Drama-Serie mit einem stark ironischen Unterton ständig weiter." Dass Kommissar Fröhlich Hosenträger und einen klassischen Trenchcoat trage, sei eine Hommage an frühere Gangsterfilme - "diese Filme haben mich geprägt", erklärt Hagenow.

Die Fälle selbst können durchaus auch real sein, in Band zehn ("Kommissar Fröhlich - Heilige Stimmen") beispielsweise geht es um zwei Morde einer Mutter, die ihre beiden kleinen Töchter im religiösen Wahn erstochen hatte - vor Jahren so geschehen im Landkreis Stade. "Allerdings mit einem alternativen Ausgang", so der Künstler. #+Bei allen Verbrechen bemüht sich Stephan Hagenow aber auch darum, seine Leser an manchen Stellen zum Lachen zu bringen. "Tragik und Komik", sagt er, "liegen für mich wie Bindfäden dünn beieinander. Wer vom Leben schon ein wenig getreten wurde, findet vielleicht im Fröhlich-Universum etwas Trost - und wird meine Schreibweise mit den ironischen Spitzen richtig zu deuten wissen."

Zum Ende des Jahres wird Stephan Hagenow auch eine Wikingerserie ins Leben rufen. Außerdem hat der Circon-Verlag von ihm zwei Lernkrimis herausgegeben: Mit ihnen können z.B. Fremdsprachler ihre Deutschkenntnisse verbessern. Die "Kommissar Fröhlich"-Bände sind bei Gringo Comics (www.gringo-comics.de) erschienen. Der jüngste Fall kommt voraussichtlich Ende Oktober auf den Markt. Um welches Verbrechen es darin gehen wird, erfahren WOCHENBLATT-Leser in einer der kommenden Ausgaben.

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