Das Immobilien-Monopoly?

Das Pfeiler-Gerippe steht schon. In diesem Jahr will "VGP" noch eine weitere Halle im "LogPark" bauen
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  • hochgeladen von Björn Carstens

bc. Neu Wulmstorf. Das Pfeiler-Gerippe deutet auf etwas Großes. An der A1 im "LogPark Hamburg" entsteht derzeit eines der größten Bauprojekte der Region. Die Entwicklungsgesellschaft "VGP" errichtet in Neu Wulmstorf-Mienenbüttel eine riesige Gewerbeimmobilie. Doch für wen eigentlich? "Unsere Herangehensweise ist grundsätzlich spekulativ", heißt es in der "VGP"-Zentrale in Prag. Soll meinen: Einen Mieter gibt es noch nicht. "VGP" baut auf Vorrat, um flexibel zu reagieren. Es kann sein, dass sich bald jemand findet. Muss aber nicht. Beginnt im "LogPark" jetzt das große Immobilien-Monopoly?

Wie berichtet, hat "VGP" kräftig in die Gewerbefläche in Mienenbüttel investiert. Vom Projektentwickler "Habacker Holding" kaufte "VGP", die bislang mehr für ihre Aktivitäten in Osteuropa bekannt ist, sieben unbebaute Grundstücke, die gemeinsam 50 Hektar umfassen. "VGP" hatte über eine Anleihe 75 Millionen Euro von Anlegern eingesammelt. Das gesamte Gewerbegebiet zählt mit 80 Hektar bundesweit zu den größten Logistik-Gewerbeflächen. Der jetzige Hallenbau ist das erste "VGP"-Projekt in Mienenbüttel.

Findet sich ein Mieter, könnte die fertige Immobilie laut Angaben der "VGP" innerhalb von zwei Monaten an die speziellen Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden. "VGP" erklärt ihre spekulative Vorgehensweise so: Potenzielle Mieter wollen nicht so lange warten. Müsste der Bau zunächst beantragt und genehmigt werden, wäre die Wartezeit sehr viel länger.

Die "VGP" befindet sich nach eigenen Angaben mit mehreren Interessenten im Gespräch. "Wir sind Investoren, keine Spekulanten. Ziel ist es, die Halle zu vermieten und nicht weiterzuverkaufen", heißt es in der Firmenzentrale. Ob die Immobilie an einen Logistiker oder an ein Unternehmen des produzierenden Gewerbes vermietet werde, sei bislang unklar. Noch in diesem Jahr will "VGP" eine weitere Liegenschaft im "LogPark" bauen.

Wilfried Seyer, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Harburg (WLH), hält es generell für positiv, wenn Immobilienentwickler auf Risiko in der Region investieren. "Das spricht für die Qualität des Standorts", so Seyer. Es befinde sich derzeit "unglaublich viel Kapital in den Immobilienfonds".

Auch Seyer habe mehrere Interessenten für den "LogPark" an der Angel - auch aus der Region. Allerdings hätten die kein Interesse, die Immobilien zu mieten. Sie wollen kaufen oder selber bauen. Die Möglichkeit besteht in Mienenbüttel jedoch nicht.

Kritiker sind daher der Ansicht, die Gemeinde Neu Wulmstorf habe mit dem Verkauf an die Düsseldorfer "Habacker Holding" eines der wertvollsten Filetstücke an der A1 als Spekulationsland für Fondsgesellschaften freigegeben. Was diese damit jetzt machen, bleibt ihnen überlassen. Erst "Habacker", jetzt "VGP", was folgt dann? Wie viele Arbeitsplätze letztlich in Mienenbüttel geschaffen werden, bleibt ungewiss. Die Gemeinde hat keine Handhabe mehr, auf die Ansiedlungspolitik Einfluss zu nehmen.

Redakteur:

Björn Carstens aus Buxtehude

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