Offener Brief an Schüler: Henner Schönecke möchte ins Gespräch kommen
Neu Wulmstorf: Nachhaltige regionale Energieerzeugung

Henner Schönecke

ab. Neu Wulmstorf. Der Bebauungsplan für einen Windpark Ardestorf beschäftigt die politischen Gremien in Neu Wulmstorf seit 2016. In der jüngsten Bauausschuss-Sitzung wurde dieser Punkt von der Tagesordnung genommen, da die Betreibergenossenschaft „Bürgerwind Neu Wulmstorf“ noch Gespräche mit der Kreisverwaltung führen will. Die Verwaltung hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die artenschutzrechtliche Situation nach wie vor unklar sei. Henner Schönecke, Geschäftsführer des Geflügelhofs Schönecke aus Elstorf, in dessen Nachbarschaft der Windpark geplant ist, nimmt die Diskussion zum Anlass, sich mit einem Offenen Brief an Kinder und Jugendliche in Neu Wulmstorf zu wenden. Das WOCHENBLATT druckt den Brief gekürzt im Wortlaut ab.

Mit „Fridays For Future“ hätten sie global ein Zeichen und vieles in Bewegung gesetzt, vor allem in der Politik. "Toll, bemerkenswert und sicherlich auch nachhaltig", meint Schönecke. "Und genau hier möchte ich heute mit euch ansetzen. Denn es ist ja nicht nur wichtig, dass international umgedacht wird, sondern wir sollten hier bei uns lokal beginnen! Dazu möchte ich mich mit euch aktiv zum Thema der nachhaltigen regionalen Energieerzeugung kurzschließen.

Ich bin Landwirt, 46 Jahre alt und habe zwei Kinder. Kinder wie ihr es seid, für die wir in Sachen Energiewende nicht nur reden und umdenken, sondern handeln müssen." Er sei der erste Landwirt in der Region, der schon 1998 in die alternative Legehennenhaltung eingestiegen sei und der einzige Landwirt, der CO₂-neutral Strom erzeuge - seit 2011 mittels der Biogasanlage Ardestorf/Ketzendorf. Die Biogasanlage erzeuge unter anderen Biogas für das EWE-Blockheizkraftwerk neben dem Gymnasium Neu Wulmstorf.
"Ich stehe mit meiner Familie somit nicht nur für tiergerechte alternative Tierhaltung sowie nachhaltige Bewirtschaftung von Flächen, sondern auch für die alternative Erzeugung von Strom vor Ort, aus voller Überzeugung! Meiner Meinung nach kann eine zukunftsträchtige Stromerzeugung - idealerweise CO₂-neutral - nur über Windkraft/Biogas/Photovoltaik oder Wasserkraft erfolgen.

Der Landkreis Harburg hat 2019 Voraussetzungen geschaffen, dass die Bürgerwindgenossenschaft Buxtehude neben den Windkrafträdern in Immenbeck auch in Ardestorf drei Windräder mit ca. neun Megawatt bauen kann und somit Strom bietet für ca. 4.500 Haushalte in Neu Wulmstorf.
Nun gibt es in der Gemeinde Neu Wulmstorf einige ältere kleinere Windkraftanlagen, die in den nächsten Jahren alle abgebaut und nicht erneuert werden können. Sie stehen zu nah an der Wohnbebauung. Wenn also keine Windkraftanlagen in Ardestorf gebaut werden, wird in der Gemeinde Neu Wulmstorf zukünftig kein Strom mehr aus Windkraft produziert.

Liebe Schüler, ich wende mich heute an euch, da ich mir meiner Verantwortung für die Zukunft unserer Welt sehr bewusst bin und mich hier regional, mit unseren Möglichkeiten engagiere und weiter aktiv sein möchte. Natürlich muss ich damit auch Geld verdienen. Aber die Frage ist immer, wie." Er nehme, so Schönecke, seine Verantwortung für die Zukunft ernst und unterstütze das Vorhaben der weiteren Windkraftanlagen. "Doch Bürgermeister und Rat wollen sich von diesen Planungen verabschieden. Das darf aus meiner Sicht im Sinne von Klimaschutz für Neu Wulmstorf nicht sein.

Meine Bitte ist nun, dass ihr euch mit diesem Thema der nachhaltigen regionalen Energieerzeugung auseinandersetzt. Wenn ihr freitags für die CO₂-freie Produktion von Energie demonstriert, muss es doch für euch eine Herzensangelegenheit sein, der lokalen Politik zu erklären, dass sie alles dafür tun sollte, dass es auch vor Ort möglich ist! Dazu würde ich mich sehr gerne mit euch zusammensetzen, entweder tagsüber in der Schule oder bei mir am Hühnerstall, und mich mit euch zu lokalen Maßnahmen und Möglichkeiten kurzschließen und abstimmen. Damit wir gemeinsam für unsere Region mehr erreichen."

• Termine zur Besichtigung der Hühnerhaltung und der Biogasanlage können vereinbart werden per E-Mail an besichtigung@schoenecke.de. Kontakt zu Henner Schönecke: henner@schoenecke.de.

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