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Endlich weicht ein "Schandfleck" in Neu Wulmstorf

Er sorgt dafür, dass es läuft: Vorarbeiter Vasile Lehnart von der Firma Ehlert & Söhne
 
Der durch den Abriss aufwirbelnde Staub wird mit einem Wasserstrahl niedergeschlagen

Möbel-Meyn-Abriss ist vollem Gange / Famila-Neubau startet im November

ab. Neu Wulmstorf.
Für viele waren sie schlichtweg der "Schandfleck" Neu Wulmstorfs, jetzt werden sie abgerissen: die ehemaligen Möbel-Meyn-Gebäude an der Matthias-Claudius-Straße in Neu Wulmstorf. Wie bereits mehrfach berichtet, wird dort in naher Zukunft ein neuer Vollsortimenter entstehen. Das Unternehmen Bartels-Langness beginnt im November mit dem Bau eines Famila-Marktes, der jetzt viel kleiner wird als ursprünglich geplant.

An der Baustelle steht ein Mann mit seinem Fahrrad und beobachtet das Spektakel aus sicherer Entfernung. Dort kracht und knirscht es, wenn Beton und Stahl ihren Widerstand gegen riesige Baggerschaufeln aufgeben, Staub wirbelt durch die Luft. "Spannend, das jetzt zu sehen", sagt der Mann. Aber das Gelände sei in den vergangenen Jahren schon ziemlich runtergekommen. "Der ganze Müll, der hier hingeworfen wurde, war unschön anzusehen", bemängelt er. Und dann die kaputten Autos und ständig andere Firmen: "Es ist gut, dass das alles wegkommt."

Der Neu Wulmstorfer dürfte für zahlreiche andere Anwohner gesprochen haben. Bereits vor mehr als 15 Jahren begannen Diskussionen über eine städtebauliche Nutzung des Geländes. Jahrelang mussten die Neu Wulmstorfer warten, bis die Politik eine Entscheidung fällen konnte, und auch die schmeckt nicht jedem. Die Pläne, dort einen Vollsortimenter auf einer Verkaufsfläche von 3.300 Quadratmetern entstehen zu lassen, torpedierte unter anderem eine Interessengemeinschaft ortsansässiger Gewerbetreibender: Sie befürchteten, dass durch einen Verbrauchermarkt und die damit einhergehende Sortimentenvielfalt die Kaufkraft aus dem Ortskern abgezogen wird.

Auch die CDU-Fraktion zeigte Widerstand, gab aber schließlich grünes Licht. Gründe für den Sinneswandel sind der Zuzug von ca. 1.000 neuen Anwohnern durch die Fertigstellung der nahe gelegenen Lessing-Höfe im kommenden Jahr sowie eine Verkleinerung der Verkaufsfläche und des Sortiments: 2.550 Quadratmeter groß wird der Verbrauchermarkt jetzt, Artikel im Non-Food-Bereich dürfen nur noch auf zehn Prozent der Fläche angeboten werden.

Doch zurück zur Baustelle. Vorarbeiter Vasile Lehnart von der Firma Ehlert & Söhne aus Hamburg sorgt dafür, dass es mit den Arbeiten gut vorangeht, und gibt Auskunft über den Vorgang der Arbeiten. "Erst waren wir mit drei Baggern zugange, jetzt sind es vier", sagt er. Begonnen hätten die Arbeiten Anfang September mit einer Entkernung der Gebäude. Der anfallende Bauschutt werde bereits vorsortiert, z. B. in Rigips, Kunststoff, Plastik, Teppich und Beton. Anschließend werde alles zur Abfall-Deponie Otto Dörner gefahren.

"Die Abrissarbeiten in Neu Wulmstorf werden voraussichtlich bis Ende Oktober dauern", informiert Pressereferentin Solveig Hannemann vom Famila-Handelsmarkt Kiel. "Im Januar finden dann noch Restarbeiten statt." Die Bauzeit des neuen Marktes werde - abhängig von der Witterung - ca. neun Monate dauern. "Dementsprechend wird Famila voraussichtlich im Spätsommer 2019 eröffnen." Das Investitionsvolumen beträgt zwischen acht und neun Millionen Euro.