Erstmals in Niedersachsen nachgewiesen
Mpox im Landkreis Harburg bestätigt

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Im Landkreis Harburg ist erstmals in Niedersachsen eine Infektion mit der neuen Variante des Mpox-Virus, der sogenannten Klade Ib, festgestellt worden. Der Nachweis erfolgte laut Landesgesundheitsamt am Montag, 7. April. Es handelt sich um den ersten bestätigten Fall dieser Virusvariante im Bundesland.

Die Infektion steht nach Angaben der Behörden in direktem Zusammenhang mit einem Aufenthalt des Betroffenen in Afrika. „Die Übertragung ist vermutlich während der Reise erfolgt“, teilte das Landesgesundheitsamt in einer offiziellen Erklärung mit. Auch ein weiteres Familienmitglied sei erkrankt, allerdings liege für diesen Fall noch kein endgültiges Laborergebnis vor. „Es muss aber davon ausgegangen werden, dass es sich auch um eine Mpox-Infektion handelt“, heißt es weiter.

Quarantäne sofort eingeleitet

Umgehend nach Bekanntwerden des Falls wurden durch das zuständige Gesundheitsamt Maßnahmen zum Infektionsschutz eingeleitet. Die betroffene Familie wurde unter Quarantäne gestellt, Kontaktpersonen im Umfeld wurden ermittelt und informiert. Die Erkrankten werden derzeit nicht stationär behandelt.

Trotz des erstmaligen Auftretens der neuen Mpox-Variante in Niedersachsen sehen die Behörden keinen Grund zur Sorge. „Da sich die Infektionsketten gut nachvollziehen lassen und das Gesundheitsamt frühzeitig Maßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen hat, wird das Risiko für die Allgemeinbevölkerung aktuell als gering eingeschätzt“, so die Einschätzung des Landesgesundheitsamts. Auch das Robert Koch-Institut geht laut aktueller Einschätzung nicht von einer erhöhten Gefährdung durch Mpox-Klade-I-Viren in Deutschland aus.

Ansteckung über Körperkontakt

Ein wesentlicher Grund für diese Einschätzung liegt in der Übertragbarkeit des Virus: „Die Übertragbarkeit der Mpox-Viren ist nicht mit beispielsweise der von Influenza- oder Masern-Viren vergleichbar“, erklärt das Landesgesundheitsamt. Die Ansteckung erfolgt in der Regel über engen körperlichen Kontakt – etwa beim Umarmen, Küssen oder sexuellen Kontakt. Eine Übertragung durch Aerosole über größere Distanzen gilt als unwahrscheinlich.

Bisher keine Todesfälle in Deutschland

Mpox – früher unter dem Namen „Affenpocken“ bekannt – verursacht bei Betroffenen häufig einen typischen Hautausschlag, begleitet von allgemeinen Krankheitssymptomen wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Die Erkrankung verläuft in den meisten Fällen mild, kann aber – insbesondere in bestimmten Regionen Afrikas – auch schwere Verläufe annehmen. Todesfälle sind dort bekannt, in Deutschland bisher jedoch nicht aufgetreten. Die Virusvariante Klade Ib wurde erstmals im vergangenen Jahr außerhalb Afrikas nachgewiesen. Seitdem sind vereinzelt auch in Europa und Deutschland Fälle registriert worden. Der aktuelle Fall im Landkreis Harburg reiht sich somit in ein noch überschaubares, aber international beobachtetes Infektionsgeschehen ein.

Im Zuge der raschen Reaktion der Gesundheitsbehörden und der bisher milden Verläufe sehen Experten in Niedersachsen aktuell keinen Grund zur Beunruhigung. Der Fall wird weiterhin genau beobachtet. Das Landesgesundheitsamt appelliert dennoch an die Bevölkerung, bei Symptomen wie ungewöhnlichem Hautausschlag ärztlichen Rat einzuholen – insbesondere nach Reisen in betroffene Regionen.

Redakteur:

Pauline Meyer aus Neu Wulmstorf

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