Sozialverband Deutschland fordert Maßnahmen
Frauen oft von Altersarmut bedroht

Die Frauen des Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen haben sich zusammen mit über 60 Frauenverbänden im Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. (LFRN) mit der zunehmenden Altersarmut von Frauen befasst. Sie fordern Politik und Wirtschaft auf, entschieden dagegen vorzugehen.
„Altersarmut ist weiblich – und sie ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger, struktureller Benachteiligung“, weiß auch Hannelore Buls, Vorsitzende des SoVD Ortsverbands Neu Wulmstorf und Delegierte im LFRN. „Frauen, die ihr Leben lang Kinder erzogen, Angehörige gepflegt und zudem oft in Teilzeit oder im Niedriglohnsektor gearbeitet haben, dürfen wir nicht mit Existenzängsten zurücklassen.“

Jede fünfte Frau über 65 von Armut bedroht

Laut aktuellen Zahlen ist jede fünfte Frau über 65 in Niedersachsen armutsgefährdet – deutlich mehr als Männer. Besonders alleinlebende Seniorinnen sind betroffen. Aber auch Paare können ihre Alltagskosten oft nur mit Mühe bestreiten. „Vor allem darf nichts Ungewöhnliches passieren“, ergänzt die langjährige Frauen- und Sozialpolitikerin. Jedoch nehme der Hilfebedarf mit steigendem Alter erheblich zu, ebenso die entsprechenden Kosten. Und in der überwiegenden Zahl der Fälle sind Frauen die Hinterbliebenen. Der Landesfrauenrat und der SoVD fordern daher konkrete Maßnahmen:
• Verbesserung der Grundsicherung im Alter
• Abschaffung von Minijobs und des Niedriglohnsektors
• Aufwertung sogenannter „Frauenberufe“
• Ausbau von Betreuungs- und Pflegeangeboten
• Anerkennung und gerechte Bewertung von Sorgearbeit
• Reform des Steuersystems, insbesondere Abschaffung des Ehegattensplittings

Mütterrente jetzt für alle Mütter

„Unsere Gesellschaft lebt von der Leistung von Frauen – das muss sich auch in ihrer Rente widerspiegeln“, so Buls weiter. Der SoVD fordert eine solidarische Altersvorsorge, die im Alter ein Leben in Würde ermöglicht. Dazu gehöre auch die „Mütterrente“, die laut aktuellem Koalitionsvertrag nun für alle Mütter (auch bei Kindern vor 1992 geboren) drei Jahre anerkannte Erziehungszeit beinhalten soll. „Dies ist auch der Erfolg des SoVD, der diese Angleichung vor etwa zehn Jahren initiierte.“

Redakteur:

Stefanie Hansen aus Buchholz

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