Immer wieder Stau an der Elbfähre
Lange Schlangen und keine einzige Lücke

Der Anleger der Elbfähre in Wischhafen. Dort kommt es immer häufiger zu mehrstündigen Wartezeiten
  • Der Anleger der Elbfähre in Wischhafen. Dort kommt es immer häufiger zu mehrstündigen Wartezeiten
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jd. Stade/Wischhafen. Früher kam die Meldung nur am Wochenende oder in den Sommerferien, heute ist sie gut wie jeden Tag im Radio zu hören: Regelmäßig verkündet der Verkehrsfunk Wartezeiten an der Elbfähre Wischhafen-Glückstadt. Wenn es gut läuft, ist es nur eine Stunde, oft sind es aber auch zwei oder drei Stunden. Die langen Staus vor dem Anleger in Wischhafen sind aber nicht nur ein Ärgernis für die diejenigen, die mit der Fähre nach Schleswig-Holstein übersetzen wollen. Wenn die Autoschlange mal wieder so lang ist, dass sich ein Rückstau bis in den Ort bildet, sind sämtliche Autofahrer betroffen, die Richtung Nordkehdingen unterwegs sind. Der Fähr-Ärger veranlasste jetzt den FWG-Politiker Gerd Lefers zu einer Anfrag an den Landkreis.
"Kürzlich musste ein Kunde von mir vier Stunden am Fähranleger warten", berichtete der Obstbauer im Kreis-Verkehrsausschuss. Die vorhandenen Wartezonen und Parkplätze würden nicht ausreichen, kilometerlange Staus seien so programmiert, meint Lefers. Da die im Stau stehenden Autofahrer meist keine Lücken ließen, sei es kaum möglich, an der Autoschlange vorbei in Richtung Freiburg zu fahren. Lefers spricht von "chaotischen Verkehrsverhältnissen".
Von der Kreisverwaltung wollte der FWG-Politiker nun wissen, ob diese eine Handhabe besitze, auf die Fährbetreiberin einzuwirken. Schließlich würde diese nicht in größere Schiffe investieren. "Hat die Betreiberin nicht eine Beförderungspflicht in angemessener Zeit?", fragt sich Lefers, der zudem wissen wollte, ob es nicht möglich ist, durch Schaffung von Halteverbotszonen auf der B 495 die Situation zu entschärfen. In diese Lücken könnte dann der fließende Verkehr ausweichen, der nicht die Elbfähre ansteuern will.
Die Auskunft des Landkreises war in dieser Hinsicht ernüchternd: Es ist weder möglich, Halteverbotsschilder aufzustellen - allein aus rechtlichen Gründen -, noch kann die Behörde dem Fährunternehmen irgendwelche Vorschriften machen. Auf Lefers' Kritik, die Betreiberin schaffe keine größeren Fähren an, entgegnete Verkehrsdezernentin Nicole Streitz: "Ich kann der Betreiberin nicht verdenken, dass sie nicht in neue Fähren investiert, wenn sie über kurz oder lang den Elbtunnel bei Drochtersen vor die Nase gesetzt bekommt." 

Kapazitäten reichen oft nicht
Immer mehr Autofahrer nutzen die Elbfähre - auch um die Dauerstaus im Hamburger Elbtunnel zu umfahren. Doch sie kommen vom Regen in die Traufe: Der Fährbetrieb stößt häufig an die Grenze seiner Kapazitäten. Im Regelfall legen die vier Fähren halbstündlich ab, zu Stoßzeiten sogar alle 20 Minuten. Die Fähren bieten Platz für 60 Pkw. Werden auch Laster transportiert, sind es entsprechend weniger. Jede Fähre fasst 260 laufende Meter an Fahrzeugen. Steht ein Autofahrer beispielsweise zwei Kilometer hinter dem Anleger im Stau, kommt er in knapp zwei Stunden an die Reihe.
Angesichts des geplanten Elbtunnels im Zuge des Weiterbaus der A 20 ist die Anschaffung neuer Fähren mit höheren Transportkapazitäten wirtschaftlich nicht sinnvoll. Die Fährbetreiberin hat gegen den Tunnelbau geklagt. Ihre Klage gegen die Tunnelquerung wurde 2016 vom Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesen. Sie soll aber Entschädigungszahlungen erhalten, wenn der Tunnel eröffnet wird. Der rund 6,5 Kilometer lange Tunnel soll spätestens 2030 fertiggestellt sein.

Autor:

Jörg Dammann aus Stade

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