"Für uns seid ihr Mitbürger"

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mi. Klecken.

„Ihr gehört in unsere Mitte, ihr seid Mitbürger“, Pastorin Dorothea Blaffert sprach aus, wovor sich Politiker jeglicher Couleur noch fürchten. Ihre Botschaft: Viele der Zuwanderer - pauschal als „Flüchtlinge“ - bezeichnet werden in Deutschland bleiben. Ob sie hier auch eine „Heimat“ finden, dafür seien wir alle mit verantwortlich. Wie sich in Klecken und Eckel viele Bürger für Flüchtlinge engagieren, aber auch, wie die Flüchtlinge das Zusammenleben mit der Bevölkerung vor Ort erfahren, all das zeigte jetzt ein Informationsabend der Flüchtlingshilfe Klecken am vergangenen Freitag in der dortigen Grundschule.

In einer brechend vollen Schul-Aula stellten sich Flüchtlinge in deutscher Sprache den Besuchern vor und erzählten von ihren Erlebnissen und Wünschen. Einer von Ihnen war Mursal aus Somalia. Er sagte, dass dort seit über zwanzig Jahren Krieg herrsche. In Deutschland habe er bereits einen Deutschkursus besucht und ein Praktikum bei Obi gemacht. „Ich wünsche mir eine richtige Arbeit“, so der junge Mann.
Auch die Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe berichteten über ihre Motivation.
„Flüchtlingshilfe ist keine Einbahnstraße, ich nehme auch viel für mich mit. Es ist einfach schön zu sehen, wie aus Fremden langsam Freude werden“, sagte zum Beispiel Kaja Beutin. Die junge Frau ist seit drei Jahren im Kreis der Ehrenamtlichen aktiv. „ Ich fand es einfach unerträglich, dass Flüchtlinge und Bürger so nebeneinander her gelebt haben, daran wollte ich etwas ändern“, erinnerte sich Schorle Razani. Dass ist ihr und den anderen Engagierten offenbar gelungen. Heute gibt es in Klecken einen Deutschkursus, eine Gruppe Jugendlicher organisiert regelmäßig Ausflüge, und im Gemeindehaus trifft man sich im „Welcome Café“ zum gemeinsamen Kochen, Spielen oder Klönen. Dazu kommt viel individuelle Hilfe, so begleiten Klecker Bürger Flüchtlinge bei Arztbesuchen oder helfen mit der Behördenpost.
Sich einzubringen: Das wünscht sich die auch die Politik von den Bürgern, zeigten die Beiträge von Bürgermeister Dirk Seidler sowie der Ortsbürgermeister von Klecken und Eckel: Jürgen Grützmacher und Gerhard Heitmann. Alle Politiker dankten außerdem den Ehrenamtlichen für ihr Engagement.
Im Anschluss luden Helfer und Flüchtlinge alle Veranstaltungsgäste zu einem ungezwungenen Beisammensein ein. Dabei nahm auch der ein oder andere die Gelegenheit wahr, mit den ausländischen Nachbarn ins Gespräch zu kommen oder seine Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe anzubieten.

Pastorin Dorothea Blaffert
Nach dem offiziellen Teil entwickelten sich schnell Gespräche zwischen Flüchtlingen und Anwohnern
Mursal stellte sich den Gästen auf deutsch vor
Redakteur:

Mitja Schrader

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