"Katastrophe für die Natur"
Bürgerinitiative Vierhöfen warnt bei Treffen mit Svenja Stadler vor neuem Kiesabbau

Breite Front gegen den Kiesabbau: Mitglieder der Bürgerinitiative Vierhöfen mit Bundestagsabgeordneter Svenja Stadler (2. v. re.) und Kommunalpolitikern vor dem geplanten Abbaugebiet
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  • Breite Front gegen den Kiesabbau: Mitglieder der Bürgerinitiative Vierhöfen mit Bundestagsabgeordneter Svenja Stadler (2. v. re.) und Kommunalpolitikern vor dem geplanten Abbaugebiet
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ce. Vierhöfen. Der geplante Kiesabbau im Bereich der Endmoränen bei Vierhöfen hätte mit Blick auf den bereits in der Vergangenheit stattgefundenen Abbau "weitere katastrophale Folgen für Natur und Menschen". Darin waren sich alle Beteiligten einig bei einer Infoveranstaltung, zu der die Bürgerinitiative Vierhöfen (BIVI) jetzt die Bundestags- und Kreistagsabgeordnete Svenja Stadler (SPD) eingeladen hatte.
Bei der Besichtigung des Abbaugebietes auch dabei waren Volkmar Block und Lisa Bischoff, beide als Grüne Mitglieder des Umwelt- und Klimaausschusses des Kreistages, sowie die ebenfalls dem Kreistag angehörende Christa Beyer (SPD). Vierhöfens Bürgermeister Mortimer Schmiedebach und Ortsvorsteherin Ulrike Hermann aus dem nahen Bahlburg nahmen ebenfalls teil.
Mit Fotos, skizzierten Geländeschnitten und viel Fachwissen erörterte BIVI-Sprecher Harri Schulz die sensible topografische und hydrologische Situation in den Anhöhen der Endmoränen. Praktisch vor Augen geführt wurde dies der Gruppe, als sie die Wasserquelle am Friedhof besuchte. "Laut Gutachter des Abbau-Unternehmens Manzke sprudelt sie seit 20 Jahren, was eine eklatante Falschaussage ist", betonte die BIVI. Die Teilnehmer des Rundgangs sahen, dass vor Ort nichts mehr sprudelt. Mit dramatischen Folgen: Aus dem einst als wertvoll kartierten Quellwald mit Bachlauf ist ein ausgetrockneter Buchenwald geworden. "Den Feuersalamander, der hier zu Quellzeiten häufig vorkam, sucht man vergebens. Und dennoch: Der Gutachter besteht auf einer intakten Quelle. Der Aufschrei der Empörung seitens der Bürgerinitiative ist bislang ungehört geblieben", bedauerte Harri Schulz.
Die Gruppe debattierte ausführlich darüber, wie es möglich sei, dass die Firma Manzke seit 20 Jahren erfolglos versuche, im kleinen Heideort Vierhöfen ihre Interessen bezüglich einer "Rohstoffausbeute" zu etablieren. Derzeit nehme sie zum vierten Mal Anlauf, dort im großen Stil Sand abzubauen (das WOCHENBLATT berichtete).
"Mal für Mal reichen die Antragsunterlagen nicht aus oder es finden sich eklatante Fehler darin, sodass sie immer wieder als unprüfbar oder mit der Bitte um Verbesserung an den Antragsteller zurückgehen", berichtete die BIVI. "Nach 20 Jahren sollte doch jeder festgestellt haben, dass ein Abbau in dieser Region nicht möglich ist."
Lisa Bischoff von den Kreis-Grünen verwies auf einen Aspekt, der ihre Fraktion schon länger umtreibe: Bis dato werde der Rohstoffgier grenzenlos stattgegeben, an Natur oder folgende Generationen zugunsten eines allzu schnellen Profits kein nachhaltiger Gedanke vergeudet. "Die Bauwirtschaft muss in Zukunft vermehrt auf Recycling setzen. Kreative Ideen sind gefragt, um den wertvollen Rohstoff Sand nicht zügellos zu verschwenden", so Bischoff.
Die Bürgerinitiative Vierhöfen kämpft seit über zwei Jahrzehnten aktiv und generationsübergreifend motiviert gegen die gigantischen Abbaupläne. Harri Schulz: "Dankbar nehmen wir wahr, dass sich ein Wandel in der Politik etabliert - weg vom Lobbyisten-Denken zugunsten der Rohstoffgewinnungs-industrie, hin zu einem nachhaltigen und sensiblen Umgang mit Mensch und Natur."

Breite Front gegen den Kiesabbau: Mitglieder der Bürgerinitiative Vierhöfen mit Bundestagsabgeordneter Svenja Stadler (2. v. re.) und Kommunalpolitikern vor dem geplanten Abbaugebiet
"Hier sprudelt nichts mehr!": An der ausgetrockneten Quelle erörtert BIVI-Sprecher Harri Schulz (mit erhobenen Händen) der Bundestagsabgeordneten Svenja Stadler (blaue Schreibmappe) und den übrigen Teilnehmern des Rundgangs die Folgen des bisherigen Kiesabbaus
Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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