Besucher enttäuscht über "Innenleben" des Salzhäuser Feuerwehrmuseums
"Das sieht sehr trostlos aus"

"Das macht keinen sehr guten Eindruck": Wo sich zuvor historische Exponate befanden, hängen jetzt spärlich bebilderte Texttafeln
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  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Salzhausen. "Das sieht ja sehr trostlos aus. Wo sind denn die tollen Exponate geblieben?" Irritiert bis enttäuscht sind viele Einheimische und Touristen, die das wohl kleinste Feuerwehrmuseum der Welt im alten Schlauchturm in Salzhausen besichtigen wollen, das gerade generalüberholt wurde - mit eher durchwachsenem Ergebnis.
Die Gemeinde Salzhausen hatte die hölzernen Außenwände des etwa zwölf Meter hohen Turmes an der Schmiedestraße neu streichen und defekte Bretter austauschen lassen (das WOCHENBLATT berichtete). Im Inneren des Bauwerkes war eine "Aktualisierung der Ausstellung" angekündigt, die seit Jahrzehnten aus in Glasvitrinen präsentierten historischen Arbeitsgeräten, Versicherungsplaketten, Auszeichnungen und Dokumenten bestand. So weit, so gut. Wer in diesen Tagen allerdings das nur etwa neun Quadratmeter große Turm-Museum betritt, sucht dort vergeblich nach bisherigen Exponaten wie der Steigeraxt oder dem Alarmhorn. Er findet stattdessen lediglich wenig anschauliche, weil zu spärlich bebilderte Texttafeln mit vielen Informationen zum regionalen Löschwesen. Die Gesamtkosten für die Arbeiten am Turm wurden mit rund 20.000 Euro beziffert. Das Freilichtmuseum am Kiekeberg, zu dessen Außenstellen das Brandschützer-Kleinod gehört, beteiligte sich mit 3.500 Euro an dem Projekt. Die für die Gemeinde Salzhausen verbleibenden 16.500 Euro werden wiederum zu 60 Prozent vom Amt für regionale Landesentwicklung (ARL) bezuschusst.
"Das Kiekeberg-Museum hat sich aus rein fachlicher Sicht gegen den Weiterbestand der Vitrinen entschieden", erklärt Salzhausens Gemeindedirektor Wolfgang Krause auf WOCHENBLATT-Anfrage. Die installierten Schrifttafeln seien kratz- und klimabeständig. "Zum Schutz der Exponate und aufgrund der thematischen Zugehörigkeit" hätten die Mitarbeiter des Kiekeberg-Museums die Exponate ins gleich neben dem Turm befindliche frühere Spritzenhaus gebracht, wo unter anderem bereits eine alte Handdruckspritze zu sehen ist. Während der Schlauchturm für jedermann frei zugänglich ist, muss sich, wer einen Blick in das ehemalige Spritzenhaus werfen will, erst bei der Gemeinde im Salzhäuser Rathaus anmelden.
"Wir als Gemeinde werden noch kurzfristig ein neues Beleuchtungskonzept installieren und den Boden ausbessern. So werden die Tafeln dann auf alle Fälle besser in Szene gesetzt", kündigt Wolfgang Krause ein paar "kosmetische Maßnahmen" im Turm an. "So wie es jetzt im Schlauchturm aussieht, macht es keinen sehr guten Eindruck", zeigt sich Hermann Pott, im Rathaus Leiter des Fachbereiches Ordnung und Soziales und damit auch für Feuerwehrangelegenheiten zuständig, enttäuscht gegenüber dem WOCHENBLATT. "Das dürfte leider kein Publikumsmagnet mehr sein."
Der Schlauchturm wurde im Jahr 1902 errichtet, damit die Feuerwehr dort die damals verwendeten Hanfschläuche zum Trocknen aufhängen konnte. 1986 erfolgte schließlich die Restaurierung zu Museumszwecken.

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