Archäologen entdecken auf Salzhäuser "Josthof"-Gelände Tierskelett und ältestes Haus im Ort
"Die Gebeine waren wohl ein Bauopfer"

Vor dem Tierskelett: Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg
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  • Vor dem Tierskelett: Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Direktor des Archäologischen Museums Hamburg
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Salzhausen. "Vermutlich handelte es sich bei diesem Tier um ein sogenanntes Bauopfer, mit dem im 17. und 18. Jahrhundert böse Geister von Häusern ferngehalten werden sollten." So erklärte Kreisarchäologe Dr. Jochen Brandt vom Archäologischen Museum Hamburg jetzt den jüngsten Skelettfund bei den derzeit laufenden Ausgrabungen auf dem Gelände des 2017 abgebrannten Hotels und Restaurant "Josthof" in Salzhausen (das WOCHENBLATT berichtete).
Bei der Vorstellung der aktuellen Entdeckungen dabei waren außerdem Museumsdirektor Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, Wolfgang Küchenmeister vom Denkmalschutz des Landkreises Harburg, Salzhausens Gemeindedirektor und Samtgemeinde-Bürgermeister Wolfgang Krause sowie Jörg Hansen, Gastronom und Besitzer des "Josthof"-Areals.
"Für wenig wahrscheinlich halte ich die Theorie, ein Bauer habe sein verendetes Tier nicht zum Abdecker bringen wollen und es vorgezogen, den Kadaver auf eigenem Grund und Boden zu vergraben", so Jochen Brandt. Die Frage, ob es sich bei dem gefundenen Skelett um ein Rind, Schaf, Schwein oder um eine Ziege handelte, solle möglichst zeitnah mit Unterstützung von Veterinärmedizinern geklärt werden.
Entdeckt wurden die Knochen gleich neben einer weiteren Archäologen-Sensation - den Überresten des aus dem 10. oder 11. Jahrhundert stammenden sogenannten Grubenhauses, des ältesten Hauses von Salzhausen. Derartige Gebäude waren im Mittelalter als Arbeitsstätten ganz oder teilweise im Boden eingelassen.
"In Salzhausen und Umgebung wird Historie großgeschrieben", betonte Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss. Er verwies auf Ausgrabungserfolge unter anderem auch in Gödenstorf und Tangendorf.
Auf dem "Josthof"-Terrain werden die Archäologen laut Jochen Brandt voraussichtlich noch etwa vier Wochen aktiv sein. Danach möchte Jörg Hansen dort gerne wieder seinen Biergarten mit neuem Konzept eröffnen und dafür das Fachwerkhaus hinter dem Ausschank-Bereich sanieren. "Der Bauantrag liegt jetzt komplett vor und wird von unserem Bauamt geprüft", erklärte Verwaltungschef Wolfgang Krause. "Es muss aber der Ensembleschutz berücksichtigt werden. Was immer hier entsteht, muss zu den Bauten in der angrenzenden Umgebung passen."

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