Geschichten aus der Samtgemeinde Salzhausen (9)
Die Historie der Salzhäuser Wasserversorgung

Wasserwerks-Leiter Reiner Tarrach am Gebäude des Brunnens 4 in Luhmühlen | Foto: Joerg Stallbaum
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  • Wasserwerks-Leiter Reiner Tarrach am Gebäude des Brunnens 4 in Luhmühlen
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"Geschichten aus der Samtgemeinde Salzhausen" ist der Titel einer monatlichen Reihe des WOCHENBLATT in Kooperation mit dem bekannten Chronisten Joerg Stallbaum aus Putensen, der schon einige Bücher über die Region herausbrachte. Dabei arbeiteten Stallbaum und WOCHENBLATT-Redakteur Christoph Ehlermann oft zusammen, und auch zur aktuellen Reihe wurde der Autor zum Teil durch Kreiszeitungs-Artikel inspiriert.

Im neunten Teil blickt Joerg Stallbaum auf die Geschichte der Salzhäuser Wasserversorgung: 

Jeder Normalbürger dreht bei Bedarf den Wasserhahn oder die Dusche auf und erwartet einen prompten Wasserfluss. Das Trinkwasser soll dann hygienisch und rein aus der Wasserleitung fließen.

Zunächst ein kleiner Rückblick:
Früher hatten alle Haushalte, insbesondere die Bauernhöfe, einen eigenen Brunnen. Das Wasser wurde noch mit Handpumpen gefördert und dann in den Haushalten in Kesseln mit einem Holzfeuer erhitzt. Laut mündlicher Überlieferung und alten Protokollunterlagen entstand in den 1930er Jahren die erste zentrale Wasserversorgung in Salzhausen. Ziel war es, alle angeschlossenen Haushalte möglichst gleichmäßig mit Trinkwasser zu versorgen. Hierzu gab es eine sehr praktische Lösung, die auch heute noch Verwendung findet. Man brauchte einfach eine sogenannte geodätische Wassersäule. Eine zehn Meter hohe Wassersäule erzeugt am unteren Ende einen Überdruck von einem Bar - bei einer 30-Meter-Wassersäule dann das Dreifache. In Salzhausen bot sich für eine solche Höhe der Paaschberg an. Laut einstimmigem Ratsbeschluss vom 9. November 1938 sollte unverzüglich mit dem Bau einer Wasserversorgung begonnen werden. Hierzu wurde von der Hannoverschen Kreditanstalt ein Darlehen in Höhe vom 82.000 Reichsmark beantragt. Ferner war aus dem Reichslandeskulturfonds eine Beihilfe in Aussicht gestellt worden.

Für die Ausführung schlug der Gemeinderat einstimmig die Firma H. A. Vincke Söhne (Vorläufer der heutigen Firma Vincke & Söhne) vor. Sie sei mit ihrem Angebot erheblich unter dem Nächstniedrigeren geblieben. Zudem seien die Gebrüder Vincke als Gemeindebürger und zuverlässige Unternehmer und Fachleute bekannt.

So wurde auf dem Paaschberg (unter dem heutigen Aussichtsturm) eine Wasserkammer gebaut. Auch das heutige Wasserwerksgebäude neben dem Waldbad wurde damals zeitgleich erstellt. Als ausführende Pumpen hatte sich der Gemeinderat für größere Kolbenpumpen entschieden, die natürlich bei Weitem nicht die heute mögliche Förderleistung erbrachten. Trotzdem wurde es möglich, den Wasserdruck bei wechselnden Entnahmemengen konstant zu halten. Das geförderte Grundwasser kam damals im übrigen noch ungefiltert in die Haushalte. Verunreinigungen, wie sie heute leider feststellbar sind, gab es noch nicht. Der Hochbehälter vom Paaschberg war noch bis zum Anfang der 1980er Jahre in Betrieb. Danach kam ein moderneres Verfahren, ähnlich wie heute praktiziert, zum Einsatz.

Die Wasserversorgung heute:
Das heutige Wasserwerk bezieht sein Rohwasser aus drei sogenannten Vertikalbrunnen. Brunnen 1 mit einer Tiefe von 28 Metern aus dem Jahr 1973 ist der älteste, unmittelbar nahe dem Wasserwerksgebäude. Einen Brunnen 2 gab es auch mal. Er musste jedoch wegen seines hohen Mangangehaltes im Rohwasser außer Betrieb genommen werden. Brunnen 3 mit einer Tiefe 197 Metern aus dem Jahr 2000 liegt in der Wiese links hinter dem Waldbad. Das laut dem ehemaligen Wassermeister Joachim „Chopper“ Rieckmann „beste Pferd im Stall“ ist der in 2016 erbaute Brunnen 4 am Luhmühlener Bollweg. Zu sehen ist hier ein kleines grünes, umzäuntes Gebäude. Der Brunnen wurde nach ausgiebigen geophysikalischen Untersuchungen 2016 gebaut innerhalb des Wasserschutzgebietes und liefert beste Wasserqualität.

Wasser ist heute eines der am besten kontrollierten Lebensmittel. Auch das Vorurteil, unser Wasser sei zu hart, trifft dank des neuen Brunnens 4 in Luhmühlen nicht mehr zu. Es verlässt das Wasserwerk heute mit konstant 11 Grad Celsius und einem Grad deutscher Härte von 6° d H. Die Salzhäuser Bürgerinnen und Bürger können also unser Trinkwasser entspannt genießen.

Seit 2021 leitet Reiner Tarrach das örtliche Wasserwerk. Der gelernte Elektroinstallateur war zunächst als Hausmeister in der Grundschule am Paaschberg tätig. Als die Pensionierung des langjährigen Wassermeisters Joachim Rieckmann näher rückte, bot man Reiner Tarrach die Stelle an. Nach drei Jahren Meisterschule übernahm er das Amt. Altmeister Rieckmann arbeitet nach wie vor stundenweise im Wasserwerk zu seiner Unterstützung mit.

Wasserwerks-Leiter Reiner Tarrach am Gebäude des Brunnens 4 in Luhmühlen | Foto: Joerg Stallbaum
Kooperieren bei der Artikel-Reihe: WOCHENBLATT-Redakteur Christoph Ehlermann (li.) und Chronist Joerg Stallbaum | Foto: Stallbaum
Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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