Spezialkräfte der Polizei nehmen Syrer in Stelle fest
Propaganda für Terror-IS

Hier in Stelle hat der mutmaßliche Terror-Syrer zuletzt gewohnt   Foto: thl
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  • hochgeladen von Thomas Lipinski

Prozess beginnt

thl. Stelle. Die Polizei deckte lange den Mantel des Schweigens über die Sache. Wie jetzt herauskam, gab es bereits Mitte Dezember vergangenen Jahres in Stelle einen Einsatz mit Spezialkräften der Polizei.
In den frühen Morgenstunden umstellten die Beamten die Asylbewerber-Unterkunft in der Straße Fachenfelde. Kurz danach wurden das Gebäude und die umliegenden Container gestürmt. Ziel der Beamten war die Festnahme von Ashraf R., einem 32-jährigen Syrer mit palästinensischer Volkszugehörigkeit. Der Vorwurf gegen den Flüchtling: Er soll Mitstreiter für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) geworben und entsprechendes Propagandamaterial verteilt haben.
Laut Generalstaatsanwaltschaft ist Ashraf R. hinreichend tatverdächtig, zwischen März und Juni 2018 auf seinen öffentlich einsehbaren Google+-Profilen unter dem Nutzernamen "Abu Omar" u.a. Meldungen der "IS-Medienstelle" AMAQ, Plakate, Nasheeds (d.h. Musikstücke) sowie Abbildungen von Flaggen des IS veröffentlicht zu haben. Mindestens drei dieser Veröffentlichungen enthielten nach Einschätzung der durch Islamwissenschaftler fachlich beratenen Zentralstelle Terrorismusbekämpfung die implizierte Aufforderung, den Kampf des IS zu unterstützen und Anschläge nach dem Vorbild bereits begangener Terrorakte zu begehen, worauf es dem Angeschuldigten auch angekommen sei. "Daneben wurden auf einem ausgewerteten Mobiltelefon zahlreiche Bilder und Videosequenzen mit extremen Gewaltdarstellungen, so etwa die Enthauptung eines Menschen mit einem Messer, aufgefunden, die seitens des Angeschuldigten im Sinne des Islamischen Staates kommentiert und geteilt worden sind", heißt es seitens der Generalstaatsanwaltschaft. Ashraf R. wird ferner verdächtigt, einen in Belgien im Jahr 2018 verübten Terroranschlag mit drei getöteten Opfern, den der IS für sich reklamiert habe, öffentlich begrüßt zu haben.
Durch den Haftbefehl des Amtsgerichts Winsen sitzt R. seit kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Am Montag, 12. August, beginnt vor dem Oberlandesgericht in Celle der Prozess gegen den 32-Jährigen. Es sind insgesamt 13 Verhandlungstage anberaumt. Das Urteil wird für den 7. November erwartet.

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