Warnung vor fieser Telefon-Masche
Betrüger jubeln Seniorin (86) gefälschte Verträge unter
Eine dreiste Betrugsmasche am Telefon sorgt derzeit in Stelle für Fassungslosigkeit. Unbekannte haben einer 86-jährigen Seniorin* ungewollte Verträge für Pflegeboxen und sogar eine Online-Versicherung untergeschoben. Die Täter schreckten dabei auch nicht vor Urkundenfälschung zurück. Ihre Tochter schlägt nun Alarm, um andere Familien in der Region zu warnen.
Angefangen hat alles mit einem scheinbar harmlosen, unerwarteten Anruf. Der 86-jährigen Frau aus Stelle wurde von den Betrügern weisgemacht, dass sie ab Pflegestufe 1 Anspruch auf eine Pflegebox habe. Die Kosten dafür würden komplett von der Pflegekasse übernommen. Die gutgläubige Seniorin stimmte zu und erhielt daraufhin tatsächlich eine Box mit Utensilien wie Desinfektionsmittel, Schutzhandschuhen und Mundschutz.
Weil sie die Pflege-Utensilien jedoch gar nicht benötigte, wollte ihre Tochter die Lieferungen bei der Pflegekasse wieder abbestellen. Dort erlebte die Familie die erste böse Überraschung: Angeblich hatte die 86-Jährige einen verbindlichen Vertrag mit einem Drittanbieter abgeschlossen. Ihre Mutter habe so etwas aber gar nicht gemacht, erklärt die Tochter. Nach Aufklärung des Sachverhalts konnte die Pflegekasse den Vorgang glücklicherweise zunächst stoppen und alles einstellen.
Doch die Ruhe hielt nicht lange an. Nur kurze Zeit später wiederholte sich das Spiel: Erneut tauchte eine ungewollte Pflegebox auf. Wieder kontaktierte die Familie die zuständige Pflegekasse. Diesmal wurden die vermeintlichen Vertragsunterlagen genauer unter die Lupe genommen und die Unterschriften verglichen. Das schockierende Ergebnis: Die Signatur der Seniorin war in beiden Fällen schlichtweg gefälscht worden.
Im Zuge dieser Recherchen deckte die Familie noch einen weiteren dubiosen Vorfall auf. Im Februar war auf den Namen der Seniorin plötzlich eine private Zusatzversicherung bei der Barmenia Gothaer abgeschlossen worden. Der Clou an der Sache: Dieser angebliche Vertragsabschluss soll online über das Internet stattgefunden haben – allerdings besitzt die 86-jährige überhaupt keinen Internetzugang.
Die Vorfälle zeigen einmal mehr, wie skrupellos Kriminelle vorgehen, um Kasse zu machen. Polizei und Verbraucherschützer raten dazu, bei unerwarteten Anrufen zu Pflegethemen äußerst misstrauisch zu sein, am Telefon niemals persönliche Daten preiszugeben und regelmäßig Kontoauszüge sowie Posteingänge von Angehörigen auf ungewollte Vertragsabschlüsse zu kontrollieren.
*Name ist der Redaktion bekannt
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Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
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