Gewerbeflächen im Landkreis Harburg
Stelle plant 32 Hektar neue Gewerbegebiete
- In Fachenfelde bei Ashausen ist ein 24,2 Hektar großes Gewerbegebiet vorgesehen
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In Dibbersen wird über die Vereinbarkeit eines geplanten Gewerbegebiets mit den Regeln der Raumordnung gestritten. In Maschen sorgt der Entwurf für ein Rechenzentrum für Aufmerksamkeit. Und in Stelle? Auch dort wird über neue Flächen nachgedacht. Der Vorentwurf des Flächennutzungsplans sieht rund 32,3 Hektar neue Gewerbegebiete vor. Bis zum 2. Oktober können Bürgerinnen und Bürger ihre Stellungnahmen abgeben.
Drei Flächen im Vorentwurf
Die Gemeinde hat drei Bereiche in den Blick genommen. In Ashausen-West ist ein Areal von 4,3 Hektar vorgesehen, das nahe an bestehender Wohnbebauung liegt. Südlich von Fliegenberg umfasst die Planung eine 3,8 Hektar große Erweiterung, die an ein Landschaftsschutzgebiet grenzt. Den größten Anteil bildet mit 24,2 Hektar eine Fläche östlich der A39 bei Fachenfelde. Alle drei Gebiete zusammen ergeben 32,3 Hektar.
Nach Darstellung der Gemeinde sollen die Flächen vor allem ortsansässigen Betrieben Entwicklungsmöglichkeiten geben. Zudem wird auf die Nähe zur Autobahn verwiesen, die eine Bündelung gewerblicher Verkehre außerhalb der Ortslagen ermögliche. Auch Neuansiedlungen sollen dadurch erleichtert werden.
Einordnung in den Landkreis
Im Landkreis Harburg wird bis 2035 ein zusätzlicher Bedarf von etwa 200 Hektar Gewerbeflächen prognostiziert. Mit dem Vorhaben in Stelle wären bereits rund 16 Prozent dieses Bedarfs abgedeckt. Für eine einzelne Gemeinde ist das eine beachtliche Größenordnung.
Die Nähe zur Metropolregion Hamburg macht Gewerbeflächen besonders gefragt. In anderen Orten wird bereits kontrovers diskutiert. In Dibbersen sehen Kritiker einen möglichen Konflikt mit der Raumordnung, weil dort zwei Ortsteile zusammenwachsen könnten. In Maschen dreht sich die Debatte um ein einzelnes, groß dimensioniertes Rechenzentrum mit 60 Megawatt Rechenleistung.
Stelle steht damit nicht allein vor der Aufgabe, wirtschaftliche Chancen und lokale Auswirkungen auszutarieren. Der Unterschied liegt in der Form: Während in Dibbersen und Maschen konkrete Projekte im Mittelpunkt stehen, geht es in Stelle zunächst um den Rahmen im Flächennutzungsplan. Die konkrete Ausgestaltung würde erst in späteren Bebauungsplänen entschieden.
Chancen und offene Fragen
Die Gemeinde betont die langfristigen Vorteile. Arbeitsplätze könnten entstehen, Einnahmen aus der Gewerbesteuer die Finanzen stabilisieren. Der Nachtragshaushalt 2025 weist ein Defizit von rund 1,75 Millionen Euro aus, das teilweise durch Kredite gedeckt werden soll. Gewerbesteuereinnahmen aus neuen Flächen gelten daher als ein möglicher Entlastungsfaktor.
Gleichzeitig stellen sich Fragen nach der Belastung für Anwohner, Landschaft und Verkehr. In Ashausen steht die Nähe zur Wohnbebauung im Raum. In Fliegenberg betrifft die Planung Flächen nahe eines Schutzgebiets. In Fachenfelde ist die Dimension des Areals besonders groß. Antworten auf diese Fragen sollen in den weiteren Planungsschritten gegeben werden.
Beteiligung bis Oktober
Der Vorentwurf kann online auf der Seite der Gemeinde oder im Rathaus eingesehen werden. Stellungnahmen sind bis einschließlich 2. Oktober möglich. Damit besteht für die Einwohner die Gelegenheit, sich aktiv einzubringen, bevor die nächste Stufe der Planung beginnt.
Korrektur: Gewerbeflächen im Vorentwurf für Stelle
Im Artikel über die geplanten Gewerbegebiete in Stelle hatten wir die Zuordnung einzelner Flächen nicht korrekt wiedergegeben. Nach erneuter Auswertung des Vorentwurfs zum Flächennutzungsplan gilt Folgendes:
- Das große Gewerbegebiet mit 24,2 Hektar ist nördlich der Anschlussstelle Winsen West an der BAB A39, östlich von Ashausen vorgesehen.
- Zusätzlich sind zwei weitere Gewerbeflächen eingeplant: 4,3 Hektar östlich von Ashausen sowie 3,8 Hektar südlich von Ashausen.
- Für Fliegenberg sieht der Plan dagegen keine neue Gewerbefläche vor, sondern kleinere neue Wohnbau- und gemischt genutzte Bauflächen zur behutsamen Entwicklung des Ortsteils.
Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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