Bluttat in Mutter-Kind-Einrichtung
Tötungsdelikt in Stade: Polizei spricht von Beziehungstat und sieht keinen Bezug zu Clan-Kriminalität

Sie berichteten über den Stand der Ermittlungen (v.li.): der Lüneburger Polizei-Vizepräsident Jörg Wesemann, Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD), die Präsidentin der Polizeidirektion Lüneburg, Kathrin Schuol, sowie der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Burkhard Vonnahme von der Staatsanwaltschaft Stade  | Foto: jd
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  • Sie berichteten über den Stand der Ermittlungen (v.li.): der Lüneburger Polizei-Vizepräsident Jörg Wesemann, Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD), die Präsidentin der Polizeidirektion Lüneburg, Kathrin Schuol, sowie der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Burkhard Vonnahme von der Staatsanwaltschaft Stade
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Blaulicht-Meldungen der letzten Tage

Blaulicht
Für den heutigen Montagnachmittag wird erneut vor einer Sturmflut gewarnt | Foto: Daniel Beneke
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Sturmflutwarnung für den Landkreis Stade
Die erste Herbst-Sturmflut in diesem Jahr an der Unterelbe

Auch wenn an den meisten Bäumen noch das Laub hängt: Der Herbst ist da – und er hat sich am vergangenen Wochenende auch deutlich zu Wort gemeldet: Über den Norden fegte das Sturmtief "Maja" hinweg. Mit im Gepäck hatte die stürmische Maja die erste Sturmflut in dieser Saison. An der Küste hieß es im Vordeichgelände überall "Land unter". Auch entlang der Elbe und damit auch im Landkreis Stade kletterten die Pegel in der Nacht von Sonntag auf Montag auf Werte jenseits der Sturmflutmarke. Das...

Blaulicht

Winsen
Pkw brannte an der Osttangente

Am Samstagmorgen, 24. Oktober, wurden gegen 6 Uhr Polizei und Feuerwehr zu einem brennenden Pkw an der Osttangente alarmiert. Der Fahrzeugführer war auf der BAB 39 unterwegs, als er bemerkte, dass sein Pkw kein Gas mehr annahm. Nachdem er die Autobahn verlassen und seinen Pkw am Fahrbahnrand abgestellt hatte, bemerkte er Flammen im Bereich des Motorraums. Als Brandursache wird ein technischer Defekt vermutet.

Blaulicht

Buchholz
Verkehrsunfall mit drei Leichtverletzten

Am Sonntagmorgen, 25. Oktober,  kam es gegen 10.15 Uhr auf der B 75 an der Einmündung Fasanenstieg in Buchholz zu einem Verkehrsunfall zwischen zwei Pkw. Als der 36-jährige Fahrzeugführer eines Volvos aus dem Fasanenstieg kommend auf der B75 wendete, missachtete er die Vorfahrt des in Norden auf der B75 fahrenden VW Lupo. Durch den Zusammenstoß wurden die insgesamt drei Fahrzeuginsassen leicht verletzt. Im Rahmen der Unfallaufnahme ergaben sich Hinweise auf eine mögliche Alkoholisierung des...

Blaulicht

Jesteburg
Zeuge überführte den Unfallverursacher - Polizei schnappte zu

Am Samstagnachmittag, 24. Oktober, beschädigte gegen 16.55 Uhr ein 44-jähriger Fahrzeugführer im Kleckerwaldweg zwei Verkehrspoller und entfernte sich anschließend unerlaubt von der Unfallstelle. Ein Zeuge folgte der durch den Unfall verursachten Ölspur, die zu einem beschädigten, abgestellten Pkw führte. Im Rahmen der anschließenden Unfallaufnahme wurde bei dem 44-Jährigen eine Atemalkoholkonzentration von 1,65 Promille festgestellt. Zudem war der Mann nicht im Besitz einer gültigen...

Blaulicht

Körperverletzung in Winsen
Zwei 13-Jährige in Deichstraße angegriffen – Zeugen gesucht

Zwei 13-Jährige sind am Sonntagabend in Winsen (Luhe) von einer Gruppe Jugendlicher verfolgt und angegriffen worden. Die Täter flüchteten in Richtung Innenstadt. Die Polizei bittet um Hinweise. Winsen (Luhe). Am Sonntag, 25. Oktober, kam es gegen 19 Uhr in Winsen zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Nach Angaben der Polizei verfolgten vier bis fünf Jugendliche zwei 13-Jährige und griffen sie anschließend in der Deichstraße an. Die beiden Minderjährigen wurden unter anderem im Gesicht...

Blaulicht

Verkehrskontrolle in Stade
Polizei beschlagnahmt 240 Liter Diesel

Zwölf Kanister mit insgesamt 240 Litern Diesel haben Polizisten am Freitagabend, 23. Oktober, bei einer Verkehrskontrolle in Stade entdeckt. Weil die Herkunft des Kraftstoffs unklar ist, besteht der Verdacht, dass es sich um Diebesgut handeln könnte. Gegen 18 Uhr stoppte eine Stader Streifenwagenbesatzung auf der Buxtehuder Straße (L111) einen Ford Transit mit Verdener Kennzeichen, der in Richtung Autobahn 26 unterwegs war. Am Steuer saß ein 23-jähriger Mann aus Bremen. Bei der Kontrolle fanden...

Blaulicht

Seevetal
Jugendlicher ohne Führerschein im Pkw gestoppt

Am frühen Sonntagmorgen, 25. Oktober,  kontrollierten gegen 5.00 Uhr Polizeibeamte in Seevetal-Ramelsloh auf der Horster Landstraße einen Pkw, der von einem erst 16-Jährigen geführt wurde. Die Weiterfahrt wurde untersagt und der Jugendliche an seine Erziehungsberechtigen übergeben. Gegen ihn wurde ein Strafverfahrenwegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet.

Blaulicht
Im Rüstjer Forst werden im Rahmen der Übung auch aufwendige technische Hilfeleistungen – wie die Rettung von Verletzten aus unter Bäumen begrabenen Fahrzeugen – geprobt

  | Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke
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500 Helfer bei Katastrophenschutz-Großübung
Waldbrand im Rüstjer Forst und Stromausfall in Stade

Ein schweres Unwetter zieht über die Region, ein Waldbrand breitet sich rasant aus, große Teile der Stadt Stade sind ohne Strom. Gleichzeitig muss das Elbe Klinikum Patienten in andere Krankenhäuser verlegen. Was wie ein Katastrophenszenario klingt, war am Samstag Teil einer umfangreichen Übung des Landkreises Stade. Unter dem Namen „Cascadia“ trainierten rund 500 überwiegend ehrenamtliche Einsatzkräfte vom frühen Morgen bis in den Nachmittag hinein die Bewältigung einer außergewöhnlichen...

Blaulicht
Die Feuerwehrleute beseitigten den umgestürzten Baum, während die Fahrgäste in der S-Bahn ausharren mussten | Foto: Feuerwehr Stade
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Sturmtief „Maja“ hielt Feuerwehren auf Trab
S-Bahn prallt in Stade gegen Baum: 145 Fahrgäste saßen im Zug fest

Sturmtief „Maja“ hat am Wochenende im Landkreis Stade zahlreiche Feuerwehreinsätze ausgelöst. Besonders brenzlig wurde es am Sonntagabend: Eine S-Bahn kollidierte auf dem Weg nach Hamburg mit einem umgestürzten Baum. Alle 145 Fahrgäste blieben unverletzt. Gegen 19 Uhr wurde im Bereich der Vorwerkstraße in Stade ein großer Baum entwurzelt. Er stürzte über einen Fußweg, durchschlug einen Absperrzaun und blieb mit seiner Krone auf den Bahngleisen liegen. Der Lokführer einer herannahenden S-Bahn...

Blaulicht

Heidenau
Einbruch in Einfamilienhaus

Im Zeitraum von Samstag, 17. Oktober, bis Freitag, 23. Oktober, kam es im Heidenauer Eichenweg zu einem Einbruch in ein Einfamilienhaus. Die bislang unbekannten Täterschaft verschafften sich durch das Aufhebeln eines Fensters Zutritt zum Gebäude und durchsuchte anschließend die Räumlichkeiten. Personen, die Hinweise zu der Tat oder dem Täter geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei in Buchholz unter Tel. 04181-2850 zu melden.

Der mutmaßliche Täter wollte offenbar gezielt töten: Am Montagmittag hat ein 45-jähriger Mann aus dem Raum Hannover in einer Stader Mutter-Kind-Wohngruppe sechs Menschen (vier Männer und zwei Frauen) erschossen. Vier Opfer waren sofort tot. Ein weiteres Opfer versuchten die Rettungskräfte noch zu reanimieren – vergeblich. Das sechste Opfer erlag später im Krankenhaus seinen schweren Schussverletzungen. Weitere Personen kamen nicht zu Schaden. Es gab auch keine Verletzten (das WOCHENBLATT berichtete hier: bitte klicken).

Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Stader Kreishaus informierten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montagabend über den aktuellen Stand der Ermittlungen. Die Dimension des Verbrechens wurde auch dadurch deutlich, dass Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) persönlich nach Stade gekommen war. Gemeinsam mit der Präsidentin der Polizeidirektion Lüneburg, Kathrin Schuol, ihrem Stellvertreter Jörg Wesemann sowie dem Leitenden Oberstaatsanwalt Dr. Burkhard Vonnahme von der Staatsanwaltschaft Stade stellte sie sich den Fragen der Medien.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (re., SPD) war aus Hannover zur Pressekonferenz angereist. Über Details zur Tat berichtete Polizeipräsidentin Kathrin Schuol | Foto: jd
  • Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (re., SPD) war aus Hannover zur Pressekonferenz angereist. Über Details zur Tat berichtete Polizeipräsidentin Kathrin Schuol
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Behrens sprach von einer Tat, die weit über Stade hinaus Bestürzung ausgelöst habe. „Heute ist ein entsetzlicher Tag für Stade und für ganz Niedersachsen. Sechs Menschen wurden hier in einer Einrichtung der Jugendhilfe auf brutale Weise aus dem Leben gerissen“, sagte die Ministerin. Nach bisherigem Ermittlungsstand handele es sich um eine aus familiären Motiven begangene Gewalttat – „eine extreme, kaltblütige Gewalttat ohne politische oder wirtschaftliche Hintergründe“.

Mit Blick auf die Opfer und ihre Angehörigen sagte Behrens: „Das Leid, das der Täter hier in Stade ausgelöst hat, ist schwer zu begreifen und noch schwerer in Worte zu fassen.“ Die Tat werde Stade noch lange beschäftigen und tiefe Spuren hinterlassen. Deshalb sei es ihr ein persönliches Anliegen gewesen, ihre Solidarität mit den Opfern, den Angehörigen, den Einsatzkräften und der gesamten Stadt zum Ausdruck zu bringen.

Tötungsdelikt in Stade: Ministerpräsident Olaf Lies spricht von "schockierender Tat"

Großes Medieninteresse im Kreishaus
Einen derartigen Medienandrang hat Stade zuletzt während des Prozesses um den spektakulären Messermord erlebt, der sich im März 2024 im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung zweier Großfamilien aus dem türkisch-arabischen Clan-Milieu ereignet hatte.

Im großen Sitzungssaal des Kreishauses hatten sich Vertreter nahezu aller großen Fernseh- und Radiosender, Nachrichtenagenturen sowie überregionaler Zeitungen eingefunden. Ein Tötungsdelikt mit sechs Opfern gehört zu den schwersten Gewaltverbrechen der vergangenen Jahre in Deutschland. Entsprechend groß war das Interesse an den neuen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden.

Das Medieninteresse war groß. Im Stader Kreishaus waren zahlreiche Kameras und Mikrofone aufgebaut | Foto: jd
  • Das Medieninteresse war groß. Im Stader Kreishaus waren zahlreiche Kameras und Mikrofone aufgebaut
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Polizei weist Spekulationen über Clan-Bezug zurück
Da der mutmaßliche Täter einen türkischen Migrationshintergrund hat, wurde in einigen Medien und sozialen Netzwerken bereits kurz nach der Tat darüber spekuliert, ob das Motiv im Clan-Milieu zu suchen sei oder familiäre Verbindungen zum Miri-Clan bestehen könnten. Die beschauliche Hansestadt erneut mit Clan-Kriminalität und brutalen Rachemorden in Verbindung zu bringen, hat manchen Medien – insbesondere Boulevardblättern – sicherlich zusätzliche Aufmerksamkeit verschafft. Auch im NDR wurden entsprechende Vermutungen thematisiert.

Diesen Spekulationen erteilte Polizeipräsidentin Kathrin Schuol jedoch eine Absage. Der Polizei lägen derzeit keinerlei Erkenntnisse vor, die auf einen Zusammenhang mit Clankriminalität hindeuteten. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand handele es sich vielmehr um eine Beziehungstat beziehungsweise ein Verbrechen mit familiärem Hintergrund. Diese Einzeltat stehe in keinerlei Zusammenhang mit früheren Vorfällen in Stade, die von den Medien in einen Zusammenhang mit dem Clan-Milieu gerückt worden seien.

Schüsse und 6 Tote in Stader Mutter-Kind-Einrichtung

Sorgerechtsstreit offenbar Auslöser der Tat
Nach Angaben Schuols war der 45-Jährige aus dem Raum Hannover nach Stade gereist, um in der Wohneinrichtung einen Termin im Zusammenhang mit dem Sorgerecht für seine drei Monate alte Tochter wahrzunehmen. Das Baby lebte gemeinsam mit seiner 34-jährigen Mutter in der Stader Mutter-Kind-Einrichtung.

Nach bisherigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass der Mann Mitarbeitende der Einrichtung für seine persönliche Situation verantwortlich machte und deshalb einen erheblichen Groll gegen sie entwickelte.

Da der Tatverdächtige bereits wegen eines Bedrohungsdelikts polizeilich in Erscheinung getreten war, stellt sich zwangsläufig die Frage, weshalb der Gesprächstermin in der Einrichtung selbst stattfand und nicht an einem neutralen Ort. Schließlich hätten bei einem derartigen Amoklauf auch die übrigen dort untergebrachten Mütter und Kinder in Gefahr geraten können.

Der Tatort in der Stader Dankersstraße wurde von der Polizei weiträumig abgeriegelt | Foto: jd
  • Der Tatort in der Stader Dankersstraße wurde von der Polizei weiträumig abgeriegelt
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Keinen persönlichen Bezug zu Stade
Nach Angaben von Kathrin Schuol bestehen weder beim mutmaßlichen Täter noch bei der Kindsmutter persönliche Bezüge nach Stade. Beide stammen offenbar aus dem Raum Hannover. Dass die Frau in der Stader Mutter-Kind-Wohngruppe untergebracht ist, dürfte darauf zurückzuführen sein, dass das zuständige Jugendamt in Hannover mit dem privaten Träger der Einrichtung kooperiert - wie andere niedersächsische Jugendämter auch. Berichte, wonach es es sich um eine Jugendhilfe-Einrichtung des Landkreises Stade handelt, sind falsch.

Auch die Fahrerin des Fluchtwagens, der schließlich mit zerschossenen Reifen auf der Bundesstraße 73 bei Haddorf gestoppt wurde, hat nach bisherigen Erkenntnissen keinen privaten Bezug zu Stade. Sie stammt laut Polizei aus dem Bekanntenkreis beziehungsweise familiären Umfeld des mutmaßlichen Täters.

Sie berichteten über den Stand der Ermittlungen (v.li.): der Lüneburger Polizei-Vizepräsident Jörg Wesemann, Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD), die Präsidentin der Polizeidirektion Lüneburg, Kathrin Schuol, sowie der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Burkhard Vonnahme von der Staatsanwaltschaft Stade  | Foto: jd
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Der Tatort in der Stader Dankersstraße wurde von der Polizei weiträumig abgeriegelt | Foto: jd
Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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