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"Stelles Bürgermeister darf die Verantwortung nicht abschieben"

Robert Isernhagen   Foto: thl

thl. Stelle. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. "In Zeiten der Corona-Pandemie sind die Kindertagesstätten geschlossen. Die Steller Politik wird daher kurzfristig erörtern, ob und in welchem Umfang den Eltern die Gebühren erlassen werden können", heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde, für die Bürgermeister Robert Isernhagen verantwortlich zeichnet.
Wie das WOCHENBLATT berichtete, gehen in der Gemeinde die Eltern auf die Barrikaden, weil sich Stelle als nahezu einzige Kommune im Landkreis noch nicht dazu durchgerungen hat, Eltern von Krippen- und Kita-Kindern finanziell zu entlasten. Hintergrund des Verhaltens der Gemeinde: Sie sieht nach wie vor das Land Niedersachsen in der Pflicht, Eltern, die ihre Kinder nicht in den geschlossenen Kindertagesstätten betreuen lassen können und dennoch dafür Gebühren zahlen müssen, finanziell zu entlasten. "Die Forderung auf Übernahme der Elternbeiträge bis zur Wiederaufnahme der Betreuung aller Kinder in den Kindertagesstätten liegt dem Land Niedersachsen vor. Eine Antwort steht noch aus", so Isernhagen.
"Wir verstehen und unterstützen prinzipiell die Meinung, dass hier das Land Niedersachen - als die 'Stelle', die die Schließung der Betreuungseinrichtungen beschlossen hat - in die Pflicht genommen werden muss, um für eine finanzielle Entlastung zu sorgen", sagt Steffi Steinbach von der im vergangenen Jahr gegründeten Elterninitiative Gemeinde Stelle (EIS). "Wir haben jedoch in den vergangenen Wochen erfahren, dass viele Eltern über das konkrete Vorgehen in unserer Gemeinde enttäuscht sind." Deswegen sei die Erörterung des Themas in der Steller Politik ein erster Schritt in die richtige Richtung. "Die Eltern hier müssen das Gefühl bekommen, mit ihren Ängsten und Nöten ernst genommen zu werden, und dass es eine politische und administrative Einheit gibt, die für sie da ist", so Steinbach in einem offenen Brief an den Bürgermeister.
Das sieht auch Dawina Reiter, Vize-Vorsitzende des Ortsverbandes der Grünen, so: "Die Eltern stehen zu großen Teilen vor dem Problem des (Teil)Ausfalls der Gehälter. Entweder wurden sie in Kurzarbeit geschickt, oder sie mussten ihre Arbeitszeit reduzieren, um ihre Sprösslinge betreuen zu können und ihnen die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die auch sie jetzt umso mehr benötigen." Gerade jetzt sollte die Gemeinde den Familien diese Sorge nehmen und nicht das Problem zeitraubend in Richtung des Landes Niedersachsen schieben. Jetzt sollte es schnell und unbürokratisch für alle Familien vorangehen, die ihre Kinder in der Krippe oder im Hort der Gemeinde Stelle betreuen lassen. Sich auf das formale Argument der Betreuungsverträge zu berufen, sei nicht elternfreundlich.

Leserreporter:

Thomas Lipinski aus Winsen

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