Halbierter Vogel, doppeltes Königsglück
Familie Garnia regiert beim Schützenkorps Stelle
- Korpskönig Renè Garnia mit Damenkönigin Nadine Garnia
- Foto: SK Stelle
- hochgeladen von Anika Werner
Drei Tage lang standen beim Schützenkorps Stelle und Umgegend von 1921 Wettkämpfe, Festumzüge und geselliges Beisammensein auf dem Programm. Das Schützenfest 2026 war zugleich einem besonderen Jubiläum gewidmet: Seit 75 Jahren besteht die Seevetal-Kameradschaft. Das Schützenkorps Stelle gehört dem Zusammenschluss befreundeter Schützenvereine seit dessen Gründung an.
Den Auftakt bildete am Freitag ein Besuch beim amtierenden Schützenkönig Sven Christen, dem „Overaner“. Er hatte die Schützen in seine Königsburg nach Over eingeladen. Von dort zogen die Teilnehmer gemeinsam mit Musik und Abordnungen befreundeter Vereine zurück nach Stelle zum Ehrenmal.
Bei einer Zeremonie gedachten die Schützen der Toten aller Kriege und Gewaltherrschaften. Der Vorsitzende und Schützenkönig Sven Christen erinnerte an die Verantwortung jedes Einzelnen. „Frieden ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte er. Gerade in der heutigen Zeit müssten sich die Menschen für Frieden, Zusammenhalt und die Werte der Demokratie einsetzen.
Am Samstag fiel um 13 Uhr der Startschuss für das Schießen um die Bürgerscheibe und den Dreikampf. Steller Bürger, Gäste und Vereinsmitglieder konnten sich im Kleinkaliber- und Großkaliberschießen sowie mit der Winchester und dem Bogen versuchen. Die Bogenschützen trugen ihren Wettbewerb auf dem Vereinsgelände am Ehlersweg aus.
Ab 17 Uhr rückte das Jubiläum der Seevetal-Kameradschaft in den Mittelpunkt. Begleitet von den Steller Musikanten marschierten die Mitgliedsvereine auf der Schützenwiese ein und präsentierten ihre Fahnen. Mit dabei waren Abordnungen aus Stelle, Ohlendorf, Maschen, Helmstorf, Ramelsloh und den weiteren Mitgliedsvereinen. Sie erwiesen der seit 75 Jahren bestehenden Kameradschaft die Ehre. Zum Festakt gehörten eine Pokalübergabe und eine besondere Ehrung rund um das Banner der Seevetal-Kameradschaft.
Nach dem offiziellen Teil feierten Schützen und Gäste auf der Festwiese weiter. Bei Speisen, Getränken und Musik wurde es für manchen Besucher in der ungewöhnlich lauen Sommernacht später als geplant.
Der Sonntag begann mit einem gut besuchten Gottesdienst im Festzelt. Pastorin Raphaela-Carina Gerlach gestaltete den besinnlichen Auftakt des letzten Festtages. Danach lud das Königspaar Sven und Regina Christen zum gemeinsamen Festmahl ins Vereinsheim ein. Das Organisationsteam unter Leitung der Königin hatte die Bewirtung vorbereitet.
Gut gestärkt machten sich die Teilnehmer anschließend auf den Weg zum Netto-Parkplatz. Dort warteten bereits die Kinder mit ihren liebevoll und fantasievoll geschmückten Motivwagen. In einem kleinen Festumzug ging es zurück zum Schützengelände. Das Kinderfest lockte neben den jungen Teilnehmern auch Eltern, Großeltern und weitere Zuschauer an.
Auf dem Festplatz setzten die Herren derweil den Wettkampf um die Königswürde fort. Lange mussten die Zuschauer nicht auf die Entscheidung warten: Bereits mit dem sechsten Schuss holte René Garnia den Vogel von der Stange.
Dabei gelang ihm eine Premiere in der Geschichte des Schützenkorps. Der Rumpf des Vogels fiel nicht einfach herunter, sondern teilte sich in zwei nahezu gleich große Stücke.
Nach einer kurzen Pause ehrte das Schützenkorps die Teilnehmer des Kinderfestes und zeichnete die schönsten Motivwagen aus. Danach folgten die Siegerehrungen der einzelnen Sparten sowie des Bürgerschießens und des Dreikampfes.
Zum neuen Schützenkönig für das Jahr 2026/27 wurde René Garnia, „der schöne René“, proklamiert. Ihm stehen die Adjutanten Andreas Wischnewski, Hans Martin Schulze und Wolfgang Wischnewski zur Seite.
Die neue Damenkönigin heißt Nadine Garnia. „Die Tatkräftige“ wird während ihrer Amtszeit von den Adjutantinnen Gitta Tschauda und Lea Dreiblatt begleitet. Damit regiert beim Schützenkorps erneut ein Königspaar, das auch im privaten Leben ein Paar ist.
Bei den Nachwuchsschützen setzte sich Johanna Born durch. Die Jungschützenkönigin 2026/27 wählte Leon Christen zu ihrem Adjutanten.
Gegen 21 Uhr endete der öffentliche Teil des Schützenfestes. Der Platz leerte sich langsam, während Mitglieder und verbliebene Gäste den Sonntag bei einem milden Sommerabend ausklingen ließen.
Das Schützenkorps dankte allen Helfern, Organisatoren, Musikern und befreundeten Vereinen, die das dreitägige Fest vorbereitet und begleitet hatten. Der Dank galt auch den Gästen, Besuchern und Mitgliedern.
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.