Trauer um Gerhard Koch
Ein Verfechter der offenen Gesellschaft
- Foto: Koch
- hochgeladen von Jan Filter
In der Gemeinde Stelle wird um Gerhard Koch getrauert. Der langjährige ehrenamtliche Flüchtlingskoordinator ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Ein Weggefährte erinnert mit bewegenden Worten an einen unermüdlichen Helfer - und überzeugten Demokraten.
Erst im Mai dieses Jahres hatte Koch sein Amt offiziell aus Altersgründen niedergelegt. Zwölf Jahre lang war er das prägende Gesicht der Steller Flüchtlingshilfe. Er knüpfte Netzwerke und half den Neuankömmlingen unermüdlich bei Behördengängen, Arztbesuchen oder der Wohnungssuche. Selbst nach seinem Rücktritt im Frühjahr betreute er noch rund 20 Menschen privat weiter.
Wie tief Koch in der Gemeinde verwurzelt war und wie sehr er geschätzt wurde, zeigt der Nachruf seines Weggefährten Peter Jankowski (81). „Wieder einmal ist die Welt ärmer geworden“, schreibt der Steller. Er beschreibt Koch als „Verfechter der Demokratie mit einem hohen Gerechtigkeitspotenzial.“ Koch habe immer offene Ohren für eine offene Gesellschaft gehabt und sei stets nahbar geblieben.
Auch inhaltliche Reibungen gab es, doch die Tonalität stimmte immer. „Unsere vielen Begegnungen, teilweise mit unterschiedlichen Meinungen kritisch beurteilt bezogen auf die Migrationspolitik, verliefen demokratisch und fair“, erinnert sich Jankowski an den gemeinsamen Austausch. Er verabschiedet sich mit bewegenden Worten von seinem Weggefährten: „Danke Gerhard, dass ich dich kennenlernen durfte. Ruhe in Frieden.“
Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.