Amtsgericht Tostedt empfing Bulgarische Richterin
Einblick in deutsche Justiz

Hospitierte eine Woche am Tostedter Amtsgericht: Daniela Radova (Mitte) mit Amtsgerichtsdirektorin Dr. Astrid Hillebrenner und ihrem Stellvertreter Dr. Christian Gude
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lm. Tostedt. Das Amtsgericht Tostedt hatte in der vergangenen Woche einen besonderen Gast. Daniela Radova, Familienrichterin am größten bulgarischen Gerichtshof in Sofia, hospitierte für eine Woche und erhielt Einblicke in die deutsche Mediationsmethodik. Zustande kam der Kontakt über das "European Judical Training Network" (EJTN). Das Programm ermöglicht es europäischen Juristen, einen Einblick in die Justizarbeit in anderen Ländern zu bekommen.

Radova hat in Sofia Jura studiert und anschließend einige Jahre in der Verwaltung gearbeitet, bevor sie die Zentrale Aufnahmeprüfung an der Richterschule abgelegt und im Anschluss zwei Jahre lang als "Junior-Richterin" gearbeitet hat. Seit 2015 ist sie fest als Richterin am Justizpalast in Sofia angestellt.

In ihrer einwöchigen Hospitation liegt der Fokus besonders auf dem Thema Mediation, also der Konfliktlösung zweier Parteien, moderiert durch einen unabhängigen Dritten. In Deutschland gibt es zwei Möglichkeiten, eine Mediation durchzuführen. Entweder man wendet sich an einen freiberuflichen Mediator, der über eine spezifische Ausbildung verfügt, oder man zieht das zuständige Gericht zurate. Voraussetzung für letzteres ist hierbei allerdings, dass in dem gegebenen Fall bereits ein Rechtsstreit anhängig ist, der vor dem jeweiligen Gericht geklärt wird.

Im letzten Jahr bearbeitete das Amtsgericht in Tostedt knapp 70 Mediationen, besonders häufig vertreten waren Familien- und Mietrechtsfälle.
Großartige Unterschiede ließen sich in der Mediationsmethodik zwischen Deutschland und Bulgarien nicht festmachen, erklärt Radova. Anders als in Deutschland seien es in Bulgarien allerdings keine Richter, die die Mediation an den Gerichten durchführen, sondern Freiberufler. Das sei der einzige Unterschied.

Über das EJTN bekommt Daniela Radova eine finanzielle Unterstützung aus EU-Mitteln für ihren Aufenthalt, die Teilnehmer des Programms müssen sich allerdings selbstständig um eine Unterkunft kümmern. Vor Ort organisiert dann die aufnehmende Institution ein Programm für den Hospitanten. In diesem Fall kümmert sich der stellvertretende Direktor des Amtsgerichts Dr. Christian Gude um die bulgarische Juristin. Das Programm sieht vor, dass sowohl Mediationen als auch Gerichtsverfahren besucht werden, um einen Eindruck von der deutschen Justizarbeit zu bekommen.

Aber nicht nur die Hospitanten profitieren von der Arbeit des Programms, auch für das Gericht hat das Ganze eine positive Seite: "Wir arbeiten in Fällen mit internationalen Bezügen auch mit Gerichten aus anderen EU-Staaten zusammen. Das Programm fördert die Kooperation der Gerichte untereinander. Dabei können wir uns auch von der Kompetenz der Kolleginnen und Kollegen in den übrigen Mitgliedsstaaten überzeugen", erklärt Christian Gude.

Am Ende der Woche wurde Radova mit einer Teilnahmebescheinigung verabschiedet.

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