Naturschutzgebiet bei Tostedt
Fjordpferde hinterlassen einen Schaden von 15.900 Euro
- Nach wie vor ist die verpachtete Weide im Naturschutzgebiet Obere Wümmeniederung voll mit Pferdemist
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Eine kaputte Grasnarbe, beschädigte Zäune und Mist, so weit das Auge reicht: Die gepachtete Weidefläche von Landwirt Matthias Keßler (Biohof Quellen) im Naturschutzgebiet Obere Wümmeniederung südlich von Tostedt wurde durch den illegalen Aufenthalt von mehr als 20 fremden Fjordpferden ordentlich mitgenommen. Ein landwirtschaftliches Beratungsbüro schätzt den entstandenen Schaden auf 15.900 Euro. Eine hohe Summe, auf der Keßler nicht sitzen bleiben möchte. Das WOCHENBLATT war erneut vor Ort, um sich vom Zustand der Weide ein Bild zu machen.
Im Dezember 2024 sorgten die ausgebrochenen Fjordpferde, die von der Polizei eigentlich nur provisorisch auf die Weide von Keßler getrieben wurden, erstmals für Schlagzeilen. Trotz mehrfacher Versprechen der Besitzerin, ihre Pferde zeitnahe abzuholen, blieben sie ganze 50 Tage unbefugt im Naturschutzgebiet stehen. Erst als der Landwirt die Halterin persönlich konfrontierte, nahm sie die Fjordpferde mit.
Persönliche Konfrontation
"Ein Bekannter aus Otter rief mich an und erzählte, dass die Pferde wieder ausgebrochen sind und die Besitzerin vor Ort ist, um sie auf die Weide zurückzutreiben", schildert Keßler. Diese Gelegenheit ließ der Pächter nicht ungenutzt. Bisher hatte er, wenn überhaupt, nur telefonisch und über Textnachrichten Kontakt zu ihr.
"Ich habe ihr dann ein Ultimatum gestellt und gesagt, dass sie noch drei Tage Zeit hat, die Pferde wegzubringen, ansonsten würde es zu einer gerichtlichen Vollstreckung kommen." Anschließend holte sie die Pferde in einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" ab.
Doch was zurückblieb, waren die Schäden, die die Fjordpferde innerhalb der 50 Tage angerichtet hatten. An einer Stelle des großen Geländes errichtete die Besitzerin zudem einen eigenen Elektrozaun. Die Überreste – Zaunpfähle, am Boden liegender Draht, Spulen sowie ein Warnschild – liegen immer noch im Naturschutzgebiet.
- Die Besitzerin der Fjordpferde errichtete an einer Stelle der Weide einen eigenen Elektrozaun. Die Überreste des nun am Boden liegenden, nicht mehr elektrisierten Stromdrahts hat sie bislang nicht weggeräumt
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"Wir hatten uns dann mit der Naturschutzverwaltung, dem NLWKN und der Unteren Naturschutzbehörde getroffen und die Schäden begutachtet. Es war schnell klar, dass diese so gravierend sind, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen", berichtet Keßler. Daher wurde ihm eine Sondergenehmigung für eine Reparatursaat ausgeschrieben. Doch aufgrund von langanhaltender Trockenheit blieb diese Saat bislang erfolglos.
Hoher Mehrkostenaufwand
Eigentlich nutzt Keßler die Fläche, um dort unter strengen Auflagen von Mai bis Oktober Kühe und Kälber in begrenzter Stückzahl zu halten. Sollte das Gras nicht zeitnah nachwachsen, könnte es sein, dass der Landwirt eine weitere Sondergenehmigung erhält, um die Tiere mit zusätzlichem Futter zu beliefern.
So oder so entsteht für Keßler ein hoher Mehrkostenaufwand durch die Pflege der Weide und die Reparatur des Zauns. "Wir haben es noch nicht geschafft, alles zu reparieren. Es wurden auch erheblich Bäume angefressen und an der Feldscheune ein Tor rausgerissen." Im Betracht all dieser Aspekte kam das eingangs erwähnte Beratungsbüro auf die Schadenhöhe von 15.900 Euro.
- Dieses Tor wurde komplett rausgerissen und liegt seitdem am Boden
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Dieses Geld möchte Matthias Keßler von der Fjordpferde-Besitzerin zurückhaben. Zwar habe sie bislang nicht reagiert und ein entsprechendes Verfahren könne noch eine ganze Weile dauern, doch Keßlers Rechtsschutzversicherung sieht sich auf der sicheren Seite. "Von daher wird es für die Frau ja jeden Tag nur teurer, da noch Zinsen, Gerichtskosten, Mahnkosten und Rechtsanwaltskosten dazukommen", sagt Keßler.
Anfang März startete das WOCHENBLATT zusammen mit anonymen Informanten einen Aufruf, Hinweise zu Standorten der Fjordpferde per E-Mail an gesuchtefjordpferde@gmx.de zu senden. Seit dem Bericht soll die Besitzerin, die ihre Pferde öfter unbeaufsichtigt auf fremde Weiden bringen soll, ihre Tiere wieder nach Schleswig-Holstein gebracht haben. Wer dennoch Hinweise zum Verbleib der Pferde geben kann, kann sich nach wie vor an die E-Mail-Adresse wenden.
Mehr über die Fjordpferde-Besitzerin:
Mehr über den Fall auf Keßlers Weide:
Redakteur:Armon Böhm aus Winsen |
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