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Töster Bürgerstiftung
Kreativ, konsequent und kämpferisch! - Bürgerpreis für Burkhard Allwardt

Bürgerpreisträger Burkhard Allwardt (Mi.) mit dem Vorstand der Töster Bürgerstiftung (v. li.): Tamara Boos-Wagner, Annemarie Müller, Till von Rennenkampff und Cornelia Peterssen | Foto: bim
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  • Bürgerpreisträger Burkhard Allwardt (Mi.) mit dem Vorstand der Töster Bürgerstiftung (v. li.): Tamara Boos-Wagner, Annemarie Müller, Till von Rennenkampff und Cornelia Peterssen
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Burkhard Allwardt erhielt für sein jahrzehntelanges vorbildliches ehrenamtliches Engagement in Tostedt und seine visionäre Überzeugungsarbeit bei E-Mobilität und Kreisverkehren des Bürgerpreis der Töster Bürgerstiftung.

Es gibt in Tostedt wohl kaum jemanden, der so aktiv und „umtriebig“ in Tostedt unterwegs war und ist, wie Burkhard Allwardt (82). Seine politische Überzeugungsarbeit, wenn es um den Bau von Kreisverkehren geht, sind legendär. Schon vor 20 Jahren war er ein Verfechter und Visionär dieser Art von Verkehrsführung, die nun u.a. auf der B75 an Tostedts Ortseingang entsteht und auch für die Zinnhütte/Weller Straße geplant ist. Auch in Sachen Solarstrom war er ein Vorreiter und "Überzeugungstäter". Vor zehn Jahren stellte das WOCHENBLATT Burkhard Allwardt als einen "Macher der Region" vor. Jetzt erhielt er für seine unzähligen ehrenamtlichen Aktivitäten den Bürgerpreis der Töster Bürgerstiftung.

Die Laudatio in der Feierstunde in Bostelmanns Hotel hielten Vorsitzender Till von Rennenkampff und die stellvertretende Vorsitzende Tamara Boos-Wagner. "Für die meisten hiesigen Bürgern und Bürgerinnen bist Du Mr. 'Topstedt aktuell', schließlich hast Du dieses Terminblatt mit viel Liebe gestaltet und 14 Jahre lang viel Herzblut dort hineingelegt. Aber das ist bei Weitem nicht alles, was Du zum Wohle von Tostedt und Umgebung umgesetzt hast", so Boos-Wagner.

Burkhard Allwardts Werdegang:
Geboren am 9. Oktober 1943 in Potsdam, zog seine Familie gen Berlin, wo Burkhard Allwardt die weiterführenden Schulen sowie das Gymnasium in Kreuzberg mit Erfolg besuchte. Mitte der 1960er Jahre erwarb er an der Fachhochschule in Berlin seinen Dipl.-Ing.-Titel im Bereich der Lebensmitteltechnologie.

In Neumünster am Institut für Lebensmitteltechnik war er nebenberuflich als Dozent tätig. Das Institut war Vorreiter in der Entwicklung des sog. Convenient food (Tiefkühlkoste und Konservenessen). Weil ihm das Unterrichten so viel Spaß machte, wechselte Burkhard Allwardt nach Hamburg und studierte Oecotrophologie, Politik und Soziologie, um danach als Gewerbeschullehrer bzw. Oberstudienrat an der G3 Hammerbrook in Hamburg von 1977 bis 2000 Arbeitsorganisation, Kochen für Großbetriebe, Ernährungslehre und Hygienestandards sowie Politik zu lehren.
Zeitgleich arbeitete er im Berufsinformationszentrum in Mundsburg und bildete zudem an den VHS Winsen, Buchholz und Hittfeld Hauswirtschaftsmeisterinnen in den Bereichen Haushaltstechnik und Kochen aus. Einige Jahrzehnte später leitete er zwei Jahre lang die VHS in Tostedt.

Im Bildungsforum Tostedt beschäftigte sich der 82-Jährige mit Fragen im Bereich der Schulbildung und war zwei Jahre lang Aushilfslehrer an der Grundschule Handeloh. Auch engagierte er sich an der Grundschule Todtglüsingen und an der Orientierungsstufe in Tostedt.

Burkhard Allwardt mit seiner Frau Cornelia, die wegen seiner vielen Ehrenämter häufig auf ihren Mann verzichten musste. | Foto: bim
  • Burkhard Allwardt mit seiner Frau Cornelia, die wegen seiner vielen Ehrenämter häufig auf ihren Mann verzichten musste.
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Im August 1978 heiratete
Burkhard "seine" Cornelia

Am 5. August 1978 heiratete Burkhard Allwardt "seine" Cornelia, die er einige Jahre zuvor in Hermannsburg kennengelernt hatte. Dann kamen die Kinder Britta (*1979) und Nils (*1981) in Hamburg zur Welt. Die Wohnung wurde mit zwei Kindern zu klein. Und so zog die Familie 1982 nach Tostedt ihr Eigenheim. 1983 folgte die Geburt von Malte.

Tamara Boos-Wagner: "Nun sollte man meinen, Du hättest die Nase voll von der eigenen Weiterbildung. Falsch gedacht. Von 1988 bis 1990 bildest du dich in Sachen EDV weiter, und zwar am Institut für Lehrerfortbildung in Hamburg. Neue Technologien haben dich schon immer interessiert. Besonders wenn sie der Umwelt zugutekommen. So bist du hier vor Ort der Vorreiter hinsichtlich der Elektromobiliät und der Solar- und Wärmeenergie, beides in enger Zusammenarbeit mit der hiesigen EWE. So hast du beispielsweise Displays an zwei Grundschulen und auch am Rathaus angebracht, um den Bürgern die solare Stromproduktion sichtbar zu machen."
Auch initiierte Burkhard Allwardt als Vorsitzender der Agenda 21 e.V. für die Samtgemeinde Tostedt das Fifty-Fifty Projekt. Im Rahmen dessen berät Allwardt die Grundschulen zum sparsamen Umgang mit Strom und Wasser. Die Hälfte der eingesparten Strom- und Wasserkosten fließen an die jeweilige Grundschule zurück, die wiederum damit eigene Schulprojekte unterstützen kann.
Auch in öffentlichen Vorträgen informierte Burkhard Allwardt u.a. über Photovoltaik-Anlagen und zwar so erfolgreich, dass Tostedt jahrelang in der Solarbundesliga auf vorderen Plätzen landete. 

Jahrelang war Burkhard Allwardt mit seine knallroten Elektroroller in Tostedt unterwegs | Foto: privat
  • Jahrelang war Burkhard Allwardt mit seine knallroten Elektroroller in Tostedt unterwegs
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Ein Pionier war Burkhard Allwardt auch bei der Elektromobilität. Viele Tostedter erinnern sich, wie er mit seinem knallroten E-Roller herumfuhr. Und schon 2005 bei der 900-Jahr-Feier in Tostedt nahm er mit einem E-Mobil am Umzug teil. 

14 Jahre lang vertrat Burkhard Allwardt die Interessen der Bus- und Bahnnutzer im Fahrgastbeirat und engagierte sich erfolgreich dafür, dass Tostedt seit 2017 an den Heideshuttle angebunden ist.
Rund 30 Jahre lang hat er sich in den politischen Gremien der Gemeinde und auch zehn Jahre politisch auf Samtgemeindeebene eingebracht. Für die Gestaltung des Parks Am Sande habe er ein Gesamtkonzept für Tostedt entwickelt unter Einbeziehung der Fußläufigkeit.

Wichtig sind für Burkhard Allwardt vor allem Begegnungen mit Menschen und die Völkerverständigung, sei es für die Partnerschaft mit dem polnischen Lubaczow, die Betreuung seiner Cousine im Helferichheim oder seiner kranken Nachbarin.

Weiter ist Burkhard Allwardt u.a. der Initiator des Programms „Kennen Sie Tostedt- Wir zeigen es Ihnen“. 
Auch hat er ein Händchen für Gartengestaltung. In ihren wunderschönen heimischen Garten laden die Allwardts regelmäßig im Rahmen der "offenen Gartenpforte" ein. Auch die Gartenanlage auf dem ehemaligen Grundstück des Heimatforschers Klaus Rose, das zu dem von Burkhard Allwardt initiierten Seniorenwohnen führt, hat der 82-Jährige ein kleines Paradies "gezaubert" und die Fläche zudem mit historischen Requisiten aus Klaus Roses Fundus gestaltet.

Alte landwirtschaftliche Geräte wie zu Omas Zeiten bestaunen

Das Resümee des Bürgerstiftungsvorstands: "Einige Ratsmitglieder würden dich als unbequemen Zeitgenossen beschreiben - und lieber Burkhard, das ist gut so. Denn nur wer unbequem ist und gegen den Strom schwimmt, kann etwas erreichen. Du hast deine Überzeugungen nie verraten und immer für sie gekämpft. Man könnte es auch kurz zusammenfassen: kreativ, konsequent und kämpferisch! So kennen und schätzen wir dich." 

Mit überwältigender Stimmenzahl als
Einzelkandidat in den Gemeinderat gewählt

Tostedts Bürgermeisterin Nadja Weippert erinnerte u.a. daran, dass Burkhard Allwardt auch mit überwältigender Stimmenanzahl als Einzelkandidat in den Gemeinderat eingezogen war. Nachdem er dem Gremium zuvor 20 Jahre lang für die SPD angehört hatte und 2011 eigentlich nicht wieder kandidieren wollte, drängten ihn viele Bürgerinnen und Bürger zur Kandidatur, weil er in Tostedt bekannt und beliebt ist. "Deine Spuren sind überall in der Gemeinde zu finden", lobte Nadja Weippert.

Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam würdigte u.a. Allwardts kindliche Begeisterung. Zu seinen Ehren werde nun auch der Kreisverkehr auf der B75 gebaut,  meinte er augenzwinkernd.

Burkhard Allwardt war sehr gerührt von der Ehrung und bedankte sich herzlich.

WOCHENBLATT-Serie "Macher der Region": Burkhard Allwardt engagiert sich für Klimaschutz und seine Heimatgemeinde
Redakteur:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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