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Tostedt
Nächtliche Lichtverschmutzung macht krank und tötet Insekten

Tobias Baier (li.) und Dr. Peter Dörsam (re.) dankten Manuel Philipp für den ansprechenden Vortrag | Foto:  Marion Wenner
  • Tobias Baier (li.) und Dr. Peter Dörsam (re.) dankten Manuel Philipp für den ansprechenden Vortrag
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In seinem Vortrag "Licht aus" beleuchtete der bayerische Dipl.-Ing. Manuel Philipp jetzt in der Tostedter Schützenhalle vor rund hundert Bürgerinnen und Bürgern das Thema Lichtverschmutzung. "Junge Menschen, die in der Stadt leben, haben noch nie den Sternenhimmel gesehen, denn wir verschmutzen das natürliche Licht der Nacht, das von Mond, Planeten Sternen und Air Glow kommt", sagte der Astronom.

Wesentlich dramatischer seien jedoch die Auswirkungen des "Beleuchtungswahnsinns" auf das Leben von Menschen (Krankheiten durch Störung der Nachtruhe und Schlafmangel), Tieren (60 Prozent sind nachtaktiv, so dass Verhaltensänderungen eine tödliche Falle darstellen können) und Pflanzen (Störung des Vegetationsrhythmus). Es drohten gar umfangreiche Ernteausfälle, weil eine erstaunlich hohe Anzahl von Schmetterlingsarten nachtaktiv sei und durch ein Zuviel an nächtlichem Licht vom Bestäuben abgehalten werde. "Rund 400 bis 500 Milliarden Insekten fallen jährlich dem Beleuchtungswahnsinn zum Opfer", erklärte Philipp.

Er zeigte auch mögliche Auswege aus der Lichtverschmutzung auf, demonstrierte diese per Power-Point-Präsentation und mit Lampen, die sich durch ihre Farbtemperatur und damit Blauanteile im Licht unterschieden. Jeder habe es selbst in der Hand, einen Beitrag zur Reduzierung der Lichtverschmutzung zu leisten. Dabei spielten die Faktoren Intensität, Richtung, Farbe, Montagehöhe und Dauer eine Rolle sowie die Vermeidung von Lichtquellen ausschließlich zu Dekozwecken. "Light on Demand" könne die neue Devise werden. Das heißt, des Nachts sollten zum Beispiel Zebrastreifen und Schaufenster nicht dauerbeleuchtet, sondern per Knopfdruck erhellt werden. Der Physiker berichtete, er habe mittlerweile zahlreiche Unternehmer überzeugt, die Beleuchtung ihrer Geschäfte um 22 Uhr abzuschalten. 

Er wies darauf hin, dass es keine Straßenbeleuchtungspflicht gibt und er es für durchaus zumutbar hält, wenn Bürger und Bürgerinnen, ausgerüstet mit einer Taschenlampe, nachts durch den Ort gehen. Bei Regen würden schließlich auch nicht ganze Dörfer und Städte überdacht, sondern jeder führe seinen Regenschirm mit sich. "Das umweltverträglichste Licht ist das, das gar nicht erst an ist", resümierte Manuel Philipp und wies auf die bevorstehende, von ihm ins Leben gerufenen "Earth Night" am 23. September hin, in der die Menschen dazu aufgerufen sind, die Lichter auszuschalten.

Der Physiker und Gründer der "Paten der Nacht", der "Earth Night" und der Umweltzertifizierung für Firmen "22 Uhr", der für sein Engagement im vergangenen Jahr mit der Bayerischen Umweltmedaille ausgezeichnet worden war, kam auf Initiative des Grünen Ratsherrn Tobias Baier nach Tostedt. Baier hatte die Durfchführung der Veranstaltung beantragt, die mehrheitlich vom Samtgemeinderat befürwortet wurde.

■ Weitere Infos zum Thema sind zu finden unter www.paten-der-nacht.dewww.earth-night.info sowie www.22uhr.net.

Redakteur:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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